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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dave Mason – Alone Together und Headkeeper



remo4
12.10.2008, 14:54
BGO veröffentlichte diese zwei Alben auf einem so genannten Twofer. Es sind die beiden ersten Soloalben von Dave Mason. Dave Mason war/ist einem Steve Winwood musikalisch gesehen ebenbürtig. Genau darin lag das Problem der beiden. Jeder war ein Übermusiker und wollte die Richtung von Traffic vorgeben.
Dave Mason stieg in regelmäßigen Abständen bei Traffic ein und wieder aus. Etliche Songs von Traffic gehen auf sein Konto, unter anderen „Feelin’ Alright?“, „Pearly Queen“ oder „Shouldn’t Have Took More Than you Gave“. Es sind nicht die schlechtesten von Traffic. Außerhalb von Traffic war Dave Mason sehr aktiv. Beispielsweise produzierte er das erste Album von Family „Music In A Dolls House“. Er spielte mit Jim Capaldi Chris Wood und einem gewissen Wooden Frog, Bühnenname Wynder K. Frog, in der Band Wooden Frog. Er war unter anderen bei Session von Gram Parson, Derek & The Dominoes, George Harrison, „Mama“ Cass Elliot dabei.

Für das erste Album Alone Together holte sich Dave Mason viele der genannten Musiker zur Hilfe. Es waren Leon Russel, Jim Capaldi, John Simon, Jim Keltner, Jim Gordon, Chris Ethridge, Carl Radle, Larry Knectel, Mike De Temple, John Barbata, Delaney & Bonnie Bramlett, Rita Coolidge, Claudia Lennear, Don Preston Jack Storti, Lou Cooper, Mike Coolidge und Bob Norwood.

Das Ergebnis erinnert stark an Traffic, es sind schließlich genug Songs von Traffic vorhanden. Dave Mason zeigt wie wichtig er für Traffic war und die Helfer machen einen guten Job. Jeder Song ist eine Perle und Ausfälle gibt es nicht.

Das zweite Album entstand zwei Jahre später 1972 und wurde je zur Hälfte im Studio und live aufgenommen. Für die Live-Seite nahm Mason Feelin’ Alright? und Pearly Queen auf. Die zwei Songs waren bereits Hits für einige Bands und Musiker wie Traffic, Grand Funk Railroad oder Joe Cocker. Andere coverten ebenfalls mehr oder weniger erfolgreich dieses Songs: Eric Clapton, Three Dog Night, Lulu, Lou Rawles, Jackson Five, Gladys Night & The Pips, Isaac Hayes und sogar die Osmonds. Headkeeper schaffte es trotzdem nicht in die oberen Ränge der Charts.

Mitspieler auf Headkeeper waren:

Dave Mason: guit., voc.
Mark Jordan: keyb.
Lonnie Turner: bass
Dr. Rick Jaeger: drums
Felix Falcon aka Flaco: perc.

Beide Alben gehören zum Besten was die Jahre 1970 und 1972 musikalisch zu bieten hatten. Sie gingen vielleicht im Schatten von Traffic etwas unter, aber unverdient. Wer Traffic mag kommt an diesen Alben nicht vorbei.
Hier zeigt Dave Mason was für ein Ausnahmegitarrist er war und welch guter Songschreiber.

Die Songs:

Alone Together

1. Only you know and I know
2. Can't stop worrying, can't stop loving
3. Waitin' on you
4. Shouldn't have took more than you gave
5. World in changes
6. Sad and deep as you
7. Just a song
8. Look at you look at me

Headkeeper

9. To be free
10. In my mind
11. Here we go again
12. A heartache, a shadow, a lifetime
13. Headkeeper
14. Pearly Queen
15. Just a song
16. World in changes
17. Can't stop worrying, can't stop loving
18. Feelin' alright ?

Mellow
12.10.2008, 15:12
Zwei gute Mason-Alben denen allerdings ein wenig die ganz grossen Songs abgehen. Ich glaube Dave Mason lief immer erst zu Höchstform auf im Spannungsfeld von Traffic - Winwood als kompsitorischer Kontrahent war eben doch immens wichtig. Nichtsdestotrotz zwei Platten die ich mir immer wieder gerne mal anhöre...

:prost:

Canvey
12.10.2008, 20:15
dave mason "alone together" steht hier noch als mfsl gold-cd. die habe ich damals nur gekauft, weil die eben in der serie drin war. allerdings ist mir die musik nie richtig hängen geblieben. ein album, dass ich mir zwar fast zu jeder gelegenheit anhören kann, aber eigentlich nur, weil es nicht stört. ob beim staubsaugen, beim geschirrspülen oder wo auch immer. ich glaube fast, ich würde es sogar überhören, wenn es mir blind vorgespielt würde.

:prost:

mulehead-olli
14.02.2010, 22:38
Dann erlaube ich es mir doch einfach mal, das Ding hier wieder nach oben zu ziehen, denn dieser Twofer lässt heute in unserem zwillingsverwüsteten Wohnzimmer den Kasperplayer richtig heiß laufen.

„Headkeaper“ (1972) empfinde ich als letztlich etwas unausgegoren, denn Seite 1 schmeichelt mit eher amerikanisch ausgerichtetem MOR-Sound, sehr angenehm und tatsächlich niemandem wehtuend. Letztlich können nur der erste und letzte Track der ersten Seite echte Akzente setzen, speziell bei letzterem fällt wiederholt auf, dass entweder Dave Mason beim Gitarrensound Eric Clapton über die Schulter geschaut hat, oder halt genau umgekehrt.
Die zweite Seite ist dann live, aber selbstredend nicht annähernd ein komplettes Konzert widerspiegelnd. Zudem fehlt mir hier durchgehend ein gewisses Feuer.

Ganz anders dagegen das 1970er Solodebüt „Alone Together“. Hier brennt es lichterloh, obwohl Dave Mason selbstredend Lichtjahre vom Hardrock entfernt ist. Aber der Groove …, Junge, Junge, zusätzlich Wah-Wah-Schönklanggroßtaten auf „Shouldn’t Have Took More Than You Gave“, Orgel-/Keyboardglückseligkeit auf „World In Changes“, intensivballadeskes in karger Instrumentierung („Sad And Deep As You“) und der gitarristische Oberhammer „Look At You Look At Me“, das generiert mir ausgeprägte Gänsepelle und wirft wiederholt die Frage auf, wer beim Gitarrensound und Spieltechnik bei wem geklaut hat.

Schlussendlich bleibt festzuhalten, dass dieser Twofer sicherlich nicht nur Traffic-Sympathisanten ansprechen wird, sondern auch AnhängerInnen des claptonischen Laid Back-Sounds der 70er Jahre bestens munden sollte!

Rock on,
Olli