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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wer erinnert sich?



roberto
03.03.2006, 21:29
wer kennt diese Person noch?

Tip: Sie hat beim Einmarsch der Russen in die Tschechoslowakei (das hiess damals so!) auf einem Album einen ergreifenden Titel zum Thema gemacht.


solong: roberto

http://i41.photobucket.com/albums/e259/karoge/wr1.jpg

remo4
03.03.2006, 21:49
Frau Tippet?

roberto
03.03.2006, 22:05
Frau Tippet?

ich werde mir Mühe geben, in Zukunft anspruchsvollere Fragen zu stellen - natürlich liegst Du richtig remo4 :jau:

Streetnoise hiess das Album und der Titel war Czechoslovakia.....

solong: roberto

wie soll ich die Frage verstehen, obs auch turnt???:virrt:

remo4
05.03.2006, 10:58
Dann schreib mal was zu Streetnoise.
Für mich eine Inselplatte und das Beste was Brian Auger und Julie Driscoll jemals abgeliefert hatten.

roberto
09.03.2006, 20:29
Dann schreib mal was zu Streetnoise.
Für mich eine Inselplatte und das Beste was Brian Auger und Julie Driscoll jemals abgeliefert hatten.

Julie Driscoll, Brian Auger & The Trinity - Streetnoise

Das Album erschien 1969.
Nach Open und Definitively What war Streetnoise die dritte Zusammenarbeit zwischen Jools und Brian Auger.

Julie Driscoll - Vocals
Brian Auger - Keyboards
Dave Ambrose - Bass
Clive Thacker - Drums


01. Tropic of Capricorn – funky Orgel, Gruppengesang, treibender Rhythmus, kurzes Schlagzeugsolo
02. Czechoslovakia – eine Ballade über die Zeit in der Tschechoslowakei zwischen Befreiung (Dubcek) und Besetzung (Russen). Melancholische Grundstimmung, Driscolls Stimme eindringlich
03. Take Me to the Water – fast ein Gospel, Driscoll lead voc., Die Gruppe singt die backings
04. A Word about Colour – akustische Gitarre, ruhige getragene Atmosphäre / fast ein folksong
05. Light My Fire – Doors-Cover in einer sehr eigenständigen, orgellastigen Interpretation.
06. Indian Rope Man – für das Richie Havens-Cover gilt das oben gesagte.
07. When I Was Young – eine ebenfalls sehr ruhige und nachdenkliche Nummer, sehr balladesk
08. Flesh Failures (Let the Sunshine in) – aus dem Musical Hair
09. Ellis Island – viel Arbeit für Dave Ambrose, rockig, knackig, instrumental
10. In search of the Sun – der Gesang von Ambrose klingt etwas befremdlich, ein eingängliche Melodie
11. Finally Found You Out – quasi die Fortsetzung, jetzt kein „Liedchen“ mehr, sondern eine improvisierene Orgel.
12. Looking in the Eye of the World – ruhiges, von Auger (piano) gesungenes Stück
13. Vauxhall to Lambeth Bridge – akustische Gitarre, ein Liebeslied gesungen von Jools
14. All Blues – ein bluesiges Miles Davis Stück
15. I've Got Life – nochmals ein Stück mit viel feeling im Gospel Stil
16. Save the Country – Laura Nyro lässt grüssen, der text erinnert an die Parolen jener Zeit.

was mir beim wiederhören spontan einfiel: einer der großen Qualitäten dieser DoLP war und ist ihr einzigartiger Abwechslungsreichtum, Zuhören und Entdecken wird nie langweilig.

Somit verstehe ich remo: ein Album für die Insel! :ilol:

viel Freude beim Wiederhören :jau:
solong: roberto

Canvey
09.03.2006, 21:01
[B]Das Album erschien 1969 und gilt allgemein als das erste Jazz/Fusion Album


@roberto

die diskussion ist eröffnet.

allgemein gilt miles davis "bitches brew" als erstes fusion album. ausser, wir reden hier nicht vom selben stil. ich kenn dein vorgestelltes album leider nicht, aber deine beschreibung deutet nicht sehr auf fusion (oder jazzrock wie man das auch nennt) hin.

bei punk ists ja auch so, das erste "punkalbum" wird ja mittlerweile auf ungefähr 1960 datiert (und ganz im ernst, bereits irgendwelche oldtime jazzer in den 20ern und 30ern wurden punks genannt). oder elvis presley war "the godfather of punk", nur weil er einmal das maul verzogen hat.

ich glaube fast, du musst deine definition von jazz/fusion noch kurz hier darlegen, sonst rudern wir hier in entgegengesetzter richtung rum.

:vc:

roberto
09.03.2006, 21:29
@roberto die diskussion ist eröffnet.

allgemein gilt miles davis "bitches brew" als erstes fusion album. ausser, wir reden hier nicht vom selben stil. ich kenn dein vorgestelltes album leider nicht, aber deine beschreibung deutet nicht sehr auf fusion (oder jazzrock wie man das auch nennt) hin.:vc:

@ canvey - hoffentlich enttäusche ich Dich jetzt nicht: aber da gibts nix zu diskutieren. Ich habe lediglich auf der Suche nach Brauchbarem die Formulierung ... es gilt als das erste... übernommen.
Ich persönlich kann schon hier im Forum mit vielen Klassifizierungen - oder soll ich besser sagen - Schubladen, nichts anfangen. Ich kenne auch die von Dir verwendete Zuordnung (Miles Davis - Bitches Brew). Beim Punk galt zB lange Zeit (?) Nadir´s Big Chance von Peter Hammill als Ur-Punkalbum, nur weil Lydon/Rotten das als solches in einem Melody maker Interview dazu erklärt hatte.

Mein Vorschlag (der bessere in diesem Fall???): hör Dir mal Streetnoise an, vielleicht gefällt es Dir ja. Und das wäre das Wichtigste an der Sache - oder ? Ich selbst verstehe die Zuordnung in diesem fall auch nicht so recht. Auf was - bei dem Abwechslungsreichtung der Platte - bezieht sich die Typisierung?


:prost: & solong: roberto

Canvey
09.03.2006, 23:57
schubladen müssen schon sein. alleine deswegen weil jeder sofort weiss um was überhaupt diskutiert wird. allerdings ist die "nadir's big chance" genau so was in der richtung wie ich das gemeint habe. da wird einfach ein etikett für irgendwas beansprucht und das ganze wird dadurch verwässert (stichwort trittbrettfahrer). ich mein, das hilft doch niemandem wenn sich jetzt kreti und pleti als punker bezeichnet. dito bei fusion, natürlich hat miles davis den jazzrock nicht aus dem nichts erfunden, aber im sinne einer gehaltvollen diskussion wäre es halt schon gut man würde sich an einige standards halten. das mir das album gefallen könnte, keine frage. dass, wenn es denn gefällt, die schublade keine rolle spielt, einverstanden.

trotzdem, erkläre mir jemand bitte, wieso ist das hier fusion? das hier habe ich in einer beschreibung gefunden: Prog rock, Memphis R&B, broken melody lines, gospel tunes, rock styles, funkiness, psychedelic rock and jazz syncopation are all evident.

:vc:

p.s.: und das doppelalbum (vinyl) ist nun auch bestellt.

roberto
10.03.2006, 01:41
schubladen müssen schon sein. alleine deswegen weil jeder sofort weiss um was überhaupt diskutiert wird. .. Das ist aber der Punkt: ich weiss nicht sofort, um was diskutiert wird.


trotzdem, erkläre mir jemand bitte, wieso ist das hier fusion? das hier habe ich in einer beschreibung gefunden: Prog rock, Memphis R&B, broken melody lines, gospel tunes, rock styles, funkiness, psychedelic rock and jazz syncopation are all evident.
p.s.: und das doppelalbum (vinyl) ist nun auch bestellt.

@canvey: ich respektiere Deine neuerliche Nachfrage, aber ich kann es Dir nicht erklären. Ich schrieb schon, dass ich den Begriff übernommen habe, da ich derlei Zuweisungen / Zuordnungen normalerweiser auch hier im Forum nicht verwende. Vielleicht helfen Dir ja meine Kurzkommentare (die ich auch hier im Forum von anderen meist viel aussagekräftiger finde) bei den einzelnen tracks. Es tut mir leid, dass ich Dich vielleicht verwirrt habe (?)
In meinem posting habe ich selbstredend inzwischen den Begriff gelöscht.

solong: roberto

Black Dog
10.03.2006, 12:11
Ich möchte kein Spielverderber sein @ Canvey + roberto :baeh:

"Miles In the Sky" von Mr. Davis war das erste Album, dass tatsächlich Rock und Jazz verschmolz und damit das schuf, was später als Fusion bezeichnet wurde.

Diskussion beendet ? :blink:

Canvey
10.03.2006, 12:35
Ich möchte kein Spielverderber sein @ Canvey + roberto

diskussion geht erst los! ich zitiere zu "bitches brew":

es wurde nicht nur miles davis' erste goldene schallplatte, sondern auch eine initialzündung des jazz rocks.

deine nomination (und auch robertos btw) höre ich jetzt zum ersten mal. "bitches brew" wird dagegen in jedem halbwegs anständigen buch und magazin als das erste fusion album erwähnt. wobei mir schon klar ist, das gibt es nicht, das erste. sowenig wie es den ersten rock'n'roll song gibt (rocket 88) noch den ersten punksong. musik lebt aus der vergangenheit, gerade auch wenn sie in die zukunft geht. noch kein musiker hat von sich aus einen stil erfunden, vorarbeiten waren immer da.

im übrigen, "bitches brew" steht zwar bei mir in der sammlung, aber so toll finde ich das nun auch wieder nicht. im penguin guide to jazz z.b. ist die rede von "seriously flawed". für mich allerdings ist es einfach ein wenig langweilig. jazzrock (fusion) ist ohnehin nicht so meine sparte (von einigen wenigen ausnahmen abgesehen).

:bggr:

Black Dog
10.03.2006, 16:00
Yep, dem von dir zitierten Ausspruch ("Initialzündung...") kann ich zustimmen.

Auf Bitches Brew beriefen sich später viele Künstler und das Album ist auch ein besonderes, weil Miles es schaffte, eine Menge Spitzenmusiker für die Aufnahmen zu gewinnen. Alle damaligen Musiker wurden später zu Stars der Fusionszene.

Man könnte sagen, Bitches Brew verhalf dem Jazzrock zum Durchbruch. Es ist sicher ein Meilenstein innerhalb diesen Stils.



Im Übrigen habe ich den Wahrheitsgehalt einer Aussage noch nie von der Anzahl der Quellen abhängig gemacht, die diese Behauptung verbreiten.

Guck dir doch nur an, wie viele Quellen behaupten, The Who's "Tommy" wäre die erste Rockoper/Konzeptalbum....
Und ? Welches war die erste ? Pretty Things mit S.F. Sorrow.
Und so gibt es jede Menge Mist, der verbreitet und als allgemeingültig anerkannt wird, der dennoch schlicht und ergreifend falsch ist.

Canvey
10.03.2006, 20:16
Im Übrigen habe ich den Wahrheitsgehalt einer Aussage noch nie von der Anzahl der Quellen abhängig gemacht, die diese Behauptung verbreiten.


richtig, aber, und wenn ich mich hier wiederhole, als basis zur diskussion müssen wir zwingend von den selben parametern ausgehen. denn sonst kommt schlicht keine anständige diskussion zustande. jeder redet dann schlussendlich von was anderem.

du kannst ja, um bei deinem who beispiel zu bleiben, die diskussion bei tommy aufnehmen und innerhalb der diskussion darauf hinweisen das :baeh: alles anders ist. oder wie ich schon sagte, das beispiel punk. hat doch keiner was davon wenn jemand damit startet, die alten jazzer in den 20ern wären punks gewesen. ist so, ohne frage, der begriff war bekannt. aber wenn du über punk diskutierst nimmst du die basis ab 1976. keine amerikanischen selbstgebastelten punks aus den 60ern oder irgendwas.

oder free jazz. eigentlich wird ornette colemans "freejazz" als das erste album in diesem genre angesehen. ist nicht wahr! und trotzdem fang ich die diskussion nicht auf einer anderen stufe an, das bringt keinem etwas. eine ernsthafte diskussion über free jazz bedingt, dass wir alle auf der gleichen ebene diskutieren. es gibt viel zu viele diskussionen wo der eine links und der andere rechts sagt und beide meinen sie reden vom gleichen, nur um sehr viel zeit später festzustellen, dass sie die ganzen stunden aneinander vorbeigeredet haben.

:roley:

p.s.: habe noch was vergessen zu erwähnen. gerade in einem forum wie diesem, in dem die meisten musiktheoretisch (ich sags jetzt mal vorsichtig) nicht arg so viel ahnung haben dürften (mich eingeschlossen), müsste man sehr darauf achten, dass die basis immer die selbe ist. und roberto hat ja im vorliegenden fall erklärt, er könne das nicht begründen. und so dürfte es den meisten hier gehen. wir sind nicht spezialisten sondern gehen von unserem allgemeinwissen und vermutlich auch von unserem gefühl aus.

roberto
10.03.2006, 20:34
richtig, aber, und wenn ich mich hier wiederhole, als basis zur diskussion müssen wir zwingend von den selben parametern ausgehen.
....kannst du mir bitte erklären, wieso zwingend??


denn sonst kommt schlicht keine anständige diskussion zustande. jeder redet dann schlussendlich von was anderem.
.... das sehe ich anders, denn wie Du lesen kannst, bewegen wir uns doch aufeinander zu.


p.s.: habe noch was vergessen zu erwähnen. gerade in einem forum wie diesem, in dem die meisten musiktheoretisch (ich sags jetzt mal vorsichtig) nicht arg so viel ahnung haben dürften (mich eingeschlossen), müsste man sehr darauf achten, dass die basis immer die selbe ist. und roberto hat ja im vorliegenden fall erklärt, er könne das nicht begründen. und so dürfte es den meisten hier gehen. wir sind nicht spezialisten sondern gehen von unserem allgemeinwissen und vermutlich auch von unserem gefühl aus.
... genau ich interessiere mich als Amateur für Musik und habe Spass und Freude daran und damit. Wäre ich Profi, dh. verdiente ich mein Geld damit, hätte ich die einzelnen tracks bestimmt anders kommentiert...

solong: roberto

Black Dog
10.03.2006, 22:05
@ Canvey:

Ich stimme dir zu, eine Diskussion macht nur dann Sinn, wenn ein paar Grundbegriffe (Parameter) klar sind.

Ich sehe allerdings keinen Zusammenhang deiner prinzipiellen Aussagen zu dem Thema hier. Ich habe angemerkt, dass es bereits vor Bitches Brew Alben (von Miles Davis) gab, die musikalisch als Jazzrock oder Fusion gelten. Wenn dir Miles In The Sky nicht rockig/fusionmäßig genug ist, dann nimm In A Silent Way, das war der Vorläufer von Bitches Brew.

Natürlich könnten wir nun eine Grundsatzdiskussion (an der ich mich nciht beteiligen würde) anstimmen über das, was unter Fusion/Jazzrock zu verstehen ist. :blink:
Ich empfehle allerdings: hör dir die Alben an.

roberto
11.03.2006, 00:42
nö! die antwort dazu steht ja schon da (s. oben).

kennst du usenet? geh mal ein paar wochen in die diskussionsgruppen (egal welche, bleib aber an einer oder zwei dran), schau dich dort um und lerne. in ein paar wochen merkst du wieviele heissluftballone dort sind. typen denen du ursprünglich ein mass wissen zugetraut hast entpuppen sich als windeier. die machen einen auf chefexperten mit kahlschlagbehauptungen und du realisierst erst eine ganze zeitlang später, dass die von nichts eine ahnung haben. und in der zeit hast du versucht ernsthaft mit denen zu diskutieren. zeitverschwendung und potentieller ärger.

:häh:

Deinen Ratschlag nehme ich gerne an und hoffe, Du hast Deine Zeit jetzt nicht mit mir verschwendet. Einige Deiner kräftigen Formulierungen beziehe ich selbstredend nicht auf mich.

solong: roberto

Canvey
11.03.2006, 09:34
Einige Deiner kräftigen Formulierungen beziehe ich selbstredend nicht auf mich.


nö, wieso auch?

den beitrag hab ich selbstverständlich gelöscht. anscheinend habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt. sorry für eventuelle missverständnisse.

beatnik
12.03.2006, 23:57
p.s.: habe noch was vergessen zu erwähnen. gerade in einem forum wie diesem, in dem die meisten musiktheoretisch (ich sags jetzt mal vorsichtig) nicht arg so viel ahnung haben dürften (mich eingeschlossen), müsste man sehr darauf achten, dass die basis immer die selbe ist. und roberto hat ja im vorliegenden fall erklärt, er könne das nicht begründen. und so dürfte es den meisten hier gehen. wir sind nicht spezialisten sondern gehen von unserem allgemeinwissen und vermutlich auch von unserem gefühl aus.

Dazu möchte ich anmerken, dass wir hier im Forum sehr wohl eine Ahnung von Musiktheorie, musikalischen Hintergründen und überhaupt Fachwissen haben. Das ist für mich zumindest genau der Grund, warum ich seinerzeit hier gelandet bin. Nirgends fand ich solch grosses Fachwissen vereint, und hier wurde ich - nicht wie im Bekanntenkreis - als blöder Spinner belächelt. Die Basis zur Diskussion muss nicht zwingend immer dieselbe sein. Im Gegenteil: Erst da, wo sich richtige Kontroversen entwickeln - wohlgemerkt: in anständiger Ausdrucksweise - wird es richtig spannend und interessant.

Ich möchte ja nicht mehr unbedingt wissen, warum Miles Davis gute Musik macht, sondern eher: Warum löst Miles Davis' Musik in den Ohren der Menschen dieses oder jenes Gefühl aus ? Das ist für mich letztlich noch viel spannender. Und das ist halt eine Sache des individuellen Gefühls, da hast Du natürlich vollkommen recht.

Emotionen. Schön.

:prost:

Canvey
28.03.2006, 18:28
p.s.: und das doppelalbum (vinyl) ist nun auch bestellt.

so, und das ist auch noch eingetroffen. vielen dank für den tip. tatsächlich exzellente musik die hier frau driscoll zusammen mit herrn auger und trinity abliefert. und das ganze auf 180 gram virgin vinyl (im moment noch knisterfrei, b.d.), da machts nochmal so viel spass.

:prost: