roberto
11.08.2010, 23:27
Nichts mit lyrischen Theorien oder Reimschemen, hier gehts um die Story, um die Stimmung und um die Menschen . . .
Vielleicht war ja mal einer von euch im spanischen Hochland, in der Estremadura, oder auch in Mexiko, vielleicht in der Atacama Peru oder so . . und war in einem dieser staubigen Käffer durch die sich eine einzige Strasse durch zieht . . . keine Lust anzuhalten, nix wie weg, nur nicht den Fuss vom Gas nehmen . . . Dreck, Staub // klar kommen da Erinnerungen an irgendeinen WildWestFilm hoch //
und wenn doch - - - -
Träge und schwerfällig liegt der Schankwirt, der alte Fettsack vor der cantina in der Hängematte und schaukelt dösend durch die Mittagshitze, die alte Lucia hinterm Haus dreht einem Huhn den Hals um für eine plato de paisa zum Abendessen.
Die restlichen Häuser scheinen leer - nichts bewegt sich hier in der sirrenden Sonnenglut. Ausser den gelegentlichen Windstössen sind nur die Bohnenblähungen des Dicken zu hören . . . Drinnen in der cantina greift sich der Typ die Gitarre von der Wand. Seit gestern sitzt er schon da, redet nichts, qualmt und nippt hin und wieder an seinem Glas mit den Fetträndern. Auf dem Tisch vor ihm ein Teller mit angetrockneten Bohnenresten, die Branntweinflasche ist halbleer. Der Typ hat offenbar Zeit, unendlich viel Zeit . .
Der Gitarre fehlt eine Saite, wen störts weiter? Kann eh keiner gescheit spielen . .
Der Fremde rotzt den Rest seines cigarro aus dem Mundwinkel Richtung Theke wiegt die Gitarre prüfend in seinen Händen und fängt dann sachte an zu klimpern. Der alte Fernando drüben auf dem abgewetzten fadenscheinigen Sofa blinzelt verstört im Schlaf, leckt sich kurz über die Lippen, atmet einmal sehr tief durch und faltet die Hände überm Bauchspeck. Sein Hemd hat bessere Zeiten gesehen.
Lucia redet leise auf das Huhn ein, dass kopflos noch immer mit den Flügeln schlägt.
Die Hand des Gitarrenspielers kommt langsam in Schwung. Der fette Wirt vertreibt eine Fliege aus dem Gesicht, die heute nicht einmal mehr auf seiner fettverschmierten Schürze landen würde
.
Der Typ drinnen in der cantina zupft einfache Griffe auf der Gitarre und fängt leise an zu singen . . .
#16 buenas tardes amigo - Ween (1994)
Schönen nachmittag Freund
Hallo, mein guter Freund
Der 5.Mai war ein Dienstag
und ich hoffte, wir würden uns wiedersehen
Du hast letzten Winter meinen Bruder getötet
Du hast ihm dreimal in den Rücken geschossen
Ich höre Mama noch immer in der Nacht weinen
Oh Mama, sie geht noch immer in Schwarz
Ich habe auf jeder fiesta nach dir Ausschau gehalten
Ich wollte dich begrüssen
Vielleicht hätte ich dir ein Hühnchen verkauft
Das Fleisch giftgewürzt
Du . . . du siehst aus wie mein Bruder
Mama hat ihn am meisten geliebt
Er war der Obergockel bei den Damen
Mama sagte immer, sie wäre selig
Das ganze Kaff stand um ihn rum
Die konnten nicht glauben, was sie da sahen
Ich sagte, dass du ihn umgebracht hättest
Und dass ich dich fände und für Gerechtigkeit sorge
Die Leute im Kaff, die glaubten mir
Mama . . . die wollte Rache
Ich sagte ihr, ich würde ihre Ehre wieder herstellen
Ich würde dich finden und ins Jenseits befördern
Gut jetzt . . . jetzt, wo dich gefunden habe
An diesem Freudentag
Ich sag dir, dass ich das war, der ihn niedergeschossen hat
Aber die Wahrheit werde ich nie sagen müssen
Buenas tardes amigo
Hallo mein guter Freund
Der 5. Mai war ein Dienstag
Und ich hoffte, dass wir uns wiedersehen würden
Ja, ich hoffte, wir würden uns wiedersehen
Ich hoffte, wir würden uns wiedersehen
. . .
Original erschienen auf: Ween - Chocolate and Cheese (1994)
Vielleicht war ja mal einer von euch im spanischen Hochland, in der Estremadura, oder auch in Mexiko, vielleicht in der Atacama Peru oder so . . und war in einem dieser staubigen Käffer durch die sich eine einzige Strasse durch zieht . . . keine Lust anzuhalten, nix wie weg, nur nicht den Fuss vom Gas nehmen . . . Dreck, Staub // klar kommen da Erinnerungen an irgendeinen WildWestFilm hoch //
und wenn doch - - - -
Träge und schwerfällig liegt der Schankwirt, der alte Fettsack vor der cantina in der Hängematte und schaukelt dösend durch die Mittagshitze, die alte Lucia hinterm Haus dreht einem Huhn den Hals um für eine plato de paisa zum Abendessen.
Die restlichen Häuser scheinen leer - nichts bewegt sich hier in der sirrenden Sonnenglut. Ausser den gelegentlichen Windstössen sind nur die Bohnenblähungen des Dicken zu hören . . . Drinnen in der cantina greift sich der Typ die Gitarre von der Wand. Seit gestern sitzt er schon da, redet nichts, qualmt und nippt hin und wieder an seinem Glas mit den Fetträndern. Auf dem Tisch vor ihm ein Teller mit angetrockneten Bohnenresten, die Branntweinflasche ist halbleer. Der Typ hat offenbar Zeit, unendlich viel Zeit . .
Der Gitarre fehlt eine Saite, wen störts weiter? Kann eh keiner gescheit spielen . .
Der Fremde rotzt den Rest seines cigarro aus dem Mundwinkel Richtung Theke wiegt die Gitarre prüfend in seinen Händen und fängt dann sachte an zu klimpern. Der alte Fernando drüben auf dem abgewetzten fadenscheinigen Sofa blinzelt verstört im Schlaf, leckt sich kurz über die Lippen, atmet einmal sehr tief durch und faltet die Hände überm Bauchspeck. Sein Hemd hat bessere Zeiten gesehen.
Lucia redet leise auf das Huhn ein, dass kopflos noch immer mit den Flügeln schlägt.
Die Hand des Gitarrenspielers kommt langsam in Schwung. Der fette Wirt vertreibt eine Fliege aus dem Gesicht, die heute nicht einmal mehr auf seiner fettverschmierten Schürze landen würde
.
Der Typ drinnen in der cantina zupft einfache Griffe auf der Gitarre und fängt leise an zu singen . . .
#16 buenas tardes amigo - Ween (1994)
Schönen nachmittag Freund
Hallo, mein guter Freund
Der 5.Mai war ein Dienstag
und ich hoffte, wir würden uns wiedersehen
Du hast letzten Winter meinen Bruder getötet
Du hast ihm dreimal in den Rücken geschossen
Ich höre Mama noch immer in der Nacht weinen
Oh Mama, sie geht noch immer in Schwarz
Ich habe auf jeder fiesta nach dir Ausschau gehalten
Ich wollte dich begrüssen
Vielleicht hätte ich dir ein Hühnchen verkauft
Das Fleisch giftgewürzt
Du . . . du siehst aus wie mein Bruder
Mama hat ihn am meisten geliebt
Er war der Obergockel bei den Damen
Mama sagte immer, sie wäre selig
Das ganze Kaff stand um ihn rum
Die konnten nicht glauben, was sie da sahen
Ich sagte, dass du ihn umgebracht hättest
Und dass ich dich fände und für Gerechtigkeit sorge
Die Leute im Kaff, die glaubten mir
Mama . . . die wollte Rache
Ich sagte ihr, ich würde ihre Ehre wieder herstellen
Ich würde dich finden und ins Jenseits befördern
Gut jetzt . . . jetzt, wo dich gefunden habe
An diesem Freudentag
Ich sag dir, dass ich das war, der ihn niedergeschossen hat
Aber die Wahrheit werde ich nie sagen müssen
Buenas tardes amigo
Hallo mein guter Freund
Der 5. Mai war ein Dienstag
Und ich hoffte, dass wir uns wiedersehen würden
Ja, ich hoffte, wir würden uns wiedersehen
Ich hoffte, wir würden uns wiedersehen
. . .
Original erschienen auf: Ween - Chocolate and Cheese (1994)