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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Horslips - Book Of Invasions



Sleeper
11.01.2006, 01:11
Wer kann sich noch daran erinnern, als die Horslips mit "Dearg Doom" drei Wochen lang die Spitze der SWF-3 Hörerhitparade belegt hatten....:bo:

Zwei Jahre später, 1976, brachte die Band um Jim Lockhart und Barry Devlin "Book Of Invasions" heraus, ein Konzeptalbum, vielleicht so ein bissel von "Book Of Talyesin" abgeleitet. Fussend auf einer Chronik aus dem 12. Jahrhundert, die die Eroberung Irlands durch die prä-keltischen Tuatha De Danaan beschreibt. Historisch höchst fragwürdig, , musikalisch aber überzeugend.

Eine gelungene Mischung von Folk, nur mäßig irisch und schönem Classic Rock mit einem Füllhorn schöner Songs, das eine Platte wie aus einem Guss ergab. Kein Hänger, kein Ausfall, kein musikalischer Abstecher in die Nebel um Avalon. Die Horslips hatten noch einige gute Scheiben, aber das war für mein Dafürhalten der Höhepunkt ihrer Karriere.

Die Tuatha De Danaan verschwanden genauso spurlos von der Landkarte in die okkulten Gefilde wie die Horslips ein paar Jahre später aus der Musikgeschichte.

In die Zeit gepasst hat es hervorragend, als fiktiver Soundtrack zum grünen Schuber von "Herr der Ringe", oder als willkommene Konkurrenz zu solch Schöpfungen wie "Rockpommels Land".

:jumpg:

firebyrd
11.01.2006, 08:04
Auf die Horslips bin ich eigentlich erst gestoßen durch eine LP auf einem Grabbeltisch, "The man who built America", eine nicht so schlechte, wenngleich auch nicht überragende Rockscheibe.
Daraufhin kam der nächste Grabbeltischposten, "Aliens".
Dieses mit einem stärker keltisch ausgerichteten Sound veranlaßte mich dann, doch lieber in die Anfänge der Band vorzustoßen und entdeckte bei den ersten Scheiben, daß der Folkanteil erfreulich hoch war. Irgendwie klang es auch nach Jethro Tull und nach Genesis. So habe ich mir dann als CD später die erste , "Happy to meet, sorry to part"(1973), "Drive the cold winter away"(1976) und auch die "Book of Invasions" zugelegt, die ich auch für die "rundeste" SCheibe halte.(vielleicht, weil hier die Fusion der verschiedenen Elemente am besten gelang)

Soweit ich weiß, bildeten 3 der Mitglieder später eine Band namens HOST. Kennt jemand etwas davon???

Wolfgang:bea:

Dr. Feelgood
11.01.2006, 11:16
Die Band habe ich zur gleichen Zeit wie Alan Stivell entdeckt.:bea:
Auf Vinyl gab es bei mir " Happy to meet, sorry to part" (noch im achteckigen Concertina FOC), "The Tain" und später noch das Livealbum. Letzteres habe ich soundmäßig nicht so gut in Erinnerung.
Auf CD stehen "Happy to meet...", "The Tain" und eine Compilation im Regal.
"Book Of Invasions" kenne ich leider nicht. Zu dieser Zeit habe ich mich mehr mit den Ramones, Dr. Feelgood und Konsorten beschäftigt.
Da besteht wohl Nachholbedarf!
:prost:

Black Dog
04.03.2006, 12:48
Falls noch nicht entdeckt, guggst du hier (http://www.rockzirkus.de/forum/showpost.php?p=8595&postcount=268)

Mellow
04.03.2006, 17:41
Uebertrag aus dem alten Zirkusforum, verfasst am: 13. Okt '05

Zur Zeit befinde ich mich wieder einmal in einer Phase in der die guten alten LPs durch Silberlinge ersetzt werden. Aber gleich alles mit Silberdingern auszutauschen liegt ganz einfach finanziell und platzmässig nicht drin.
Fast der komplette 70er-Longplayer-Ausstoss der Horslips lagert beispielsweise noch auf'm Dachboden. Zugegeben, so ganz im Schuss sind die Dinger ja nicht mehr, die wurden früher häufig ausgelehnt und zu Parties mitgeschleppt.
Da kommt eine Best-Of aus dem Hause Edsel doch gerade recht um sich mal wieder einen Ueberblick über den Horslips-Output zu verschaffen: Von den rumpelig-progressiven Anfängen ("Happy To Meet", 1972) bis hin zu den polierten amerikanischen Steve-Katz-Produktionen von 78/79 sind hier chronologisch von jeder Scheibe ein paar Tracks versammelt. Feine Sache, aber das Problem ist jetzt, dass ich nun Blut geleckt habe und mir auch die remasterten Alben "The Tain" und "Dancehall Sweethearts" anschaffen muss...

Mellow

:jumpg:

The Best Of Horslips - Edsel, DoCD, 2001

badger
05.03.2006, 15:46
ich finds ein bißchen schade, daß hier nicht etwas ausführlicher auf die bei weitem beste und erste lp 'Happy To Meet, Sorry To Part' eingegangen wird, die 1973 mit
einem 8-eck-gimmick-cover auf den markt kam. es war ihr wohl gelungendster versuch, celtic folk mit rock zu vermischen; d.h. auch unter zuhilfenahme von reinen folk-instrumenten und der adaption einiger traditionals. für einen kurzen
augenblick sah es so aus, als ob wir eine band hätten, die Fairport Convention
konkurrenz machen könnte, denn diese scheibe war stimmig und gelungen.

das problem der gruppe war aber, daß sie nie richtig aus dublin, geschweige denn irland ausbrechen konnten und während in dublin hauptsächlich rock'n'roll angesagt war (dafür waren Horslips nicht 'rollend' genug), waren sie für die leute auf dem land schon wieder zu wenig folkig. sie saßen also zwischen den stühlen.

mit dem folk-rock konnten sie also auf dauer wenig verdienen; Dearg Doom hat's auch nicht rausgerissen (es ist nämlich ein uraltes und daher sattsam bekanntes
traditional) und irgendwie war den rock fans The Book Of Invasions/The Tain auch
ein bißchen zu dröge um den RIESEN-hit draus zu machen. irgendwann kam ihr
manager auf den gedanken, daß man die Jethro Tull der mittelperiode kopieren
solle und sowohl Aliens als auch The Man Who Built America sind in diesem stil
gestrickt und ganz nett geworden. aber der welterfolg blieb leider wieder mal
aus.
vielleicht auch deshalb, weil Horslips sich beständig weigerten, Dublin zu verlassen und nach England zu ziehen. die meisten bands, die das versuchten,
sind darüber zerbrochen und da war es schon sicherer, gleich am ort zu bleiben
und sich mit lokalen gigs über wasser zu halten.

die jungs tauchten später in einer reihe von folk- bis gar new wave-projekten wieder auf (warum ihr von keinem dieser projekte je gehört habt?... nun, sie waren ohne ausnahme wischi-waschi...) und versuchten sich als produzenten und studio musiker, ja sogar als schauspieler. eamonn carr wurde sogar zum klatsch-onkel für die abendzeitung.

es war eine nette, umgängliche gruppe; mit den jungs konnte man immer mal ein bier an der bar trinken und sie waren live immer dann am besten, wenn sie vor eigenem publikum antraten.

Sleeper
10.07.2009, 21:57
Jetzt erst hier eingetroffen, indirekt dem Schwarzen Hund zu verdanken, was geht mir der auf'n Senkel mit seiner ewigen Rockpopmacke :blink:, aber jetzt steht hier "The Man Who Built America (1978)". Wie das Leben so spielt. Lag halt beim Nachbarn gestern im Player.

Klingt anders als "Book Of Invasions", wenige folkloristische Elemente, aber so was von frisch, dass die Platte fast auch von heute sein könnte. Was konnten die Horslips Songs schreiben, einer schöner als der andere. Nie langweilig.

Immer schön sensibel, oft behutsam, nie platt, wobei es durchaus auch mal etwas rockigere Passagen gibt, die aber oft aus der hymnischen Ecke kommen. Was Beatnik über "I'll be waiting" schrieb, das kann ich jetzt auch nachvollziehen. Tolle Ballade. Nach über 30 Jahren entdeckt. Aber immerhin!

Schön die Band mal wieder zu hören. Deshalb hoch mit den Horslips aus den Tiefen der Archive.