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Paddington
23.10.2007, 17:02
Ich hab hier gerade mal wieder "The last waltz" laufen. Einfach schön. The Band war schon recht einflußreich im Lauf der Rock-Geschichte.
Auch was die einzelnen Musiker danach machten ist nicht unbedingt für die Tonne.

Welches ist eurer Meinung nach das beste Album dieser Band?
Und gibt es Einsteigertipps?

Welche Solo-Scheiben sind unbedingt empfehlenswert.
Für mich sind das die Scheiben von Rick Danko sowie die ersten drei Alben von Robbie Robertson.

remo4
23.10.2007, 17:45
Einen Einsteiger zu nennen ist schwierig. Auf jedem Album gibt es mindestens einen Übersong.
Mein Einstieg, vergessen wir mal die Livealben mit Bob Dylan, war Music From Big Pink. Das Album steht bereits seit geraumer Zeit auf der Liste um im Rockzirkus direkt oder hier im Forum näher beleuchtet zu werden.
The Weight (Robertson) oder This Wheels On Fire (Dylan - Danko) allein schon sind Hammersongs.

Nothern Lights - Southern Cross mag ich auch sehr gerne, ist aber weniger für den Einstieg geeignet.

Besser dafür ist die Same mit The Night They Drove Old Dixie Down oder Up On Cripple Creek.

22 Punktekäfer
23.10.2007, 18:32
Von The Band habe ich nur The Band (The Brown Album),1969 und Jubilation, 1998. Beide gefallen mir gut, letztere ist ein absolut relaxtes Werk und dreht sich öfter. Der Walzer ist natürlich auch da, in schwarz und silber.
Den Erstling wollte ich mir immer schon zulegen, muss ich doch mal notieren.

Soloalben habe ich nur die vier von Robbie Robertson, da gefällt es mir besonders, wenn er seine indianischen Wurzeln in die Musik mit einbringt.

firebyrd
23.10.2007, 18:37
meine liebsten sind folgende:

das gleichnamige Album (The Band) aus 1969 und "Northern lights - Southern Cross"...

Als Einstieg dürfte man mit dem erstgenannten gut bedient sein...

Mellow
23.10.2007, 18:42
"Music From Big Pink" sollte man schon mal gehört haben, mindestens.
Sie hängten sich damit die Messlatte ganz schön hoch.
Vielleicht zu hoch...

Mein Band-Liebling ist allerdings "Cahoots" (1971). Nur schon wegen der wunderherrlichen Dylan-Adaption "When I Paint My Masterpiece".

:prost:

Dr. Dunbar
23.10.2007, 21:20
"Chest Fever" von der Ersten, hm! Die Zweite ist auch irgendwie... schon wegen "Dixie" (Juliane Werding soll in der Hölle schmoren - oder der Übersetzer ;o) Ich glaube "The last waltz" ist trotzdem der beste Einstieg! So geile Versionen ihrer besten Songs und so viele tolle andere Stücke von wichtigen Leuten, die ihre Dienste in Anspruch genommen haben...wer kann dazu schon nein sagen?
Robbie Robertson's Erste ist auch ziemlich zwingend notwendig!!! Die Zweite nicht so...
Von Rick Danko hab ich nur eine (Rick Danko) und darauf ist nur ein (gutes) Stück :o(
Vielleicht sind Live Platten von The Band überhaupt die besten - ich hab da noch eine silberne, ganz billige, mit einer 11 Minuten Version von "Chest Fever" (!) - toll!

roberto
23.10.2007, 22:06
Music from Big Pink - finde ich ganz gut, oder sagen wir, es gefällt mir gut, deshalb würde ich es als Einstiegsalbum auch empfehlen. Dann habe ich noch The Last Waltz und Tombstone/The lost Album.

remo4
01.06.2010, 18:21
Durch das Cover vom Southern Harmony der Black Crowes inspiriert wurde die Same rausgesucht. Was für ein blöder Name The Band! 15 Seiten mussten bei der Suche durchblättert werden um diesen Beitrag zu finden. Egal, ab nach oben. :lac:

Yannick
01.06.2010, 20:05
Irgendwann in meinen Teens begann ich mich für die diversen Bands des von mir bis dahin nur als meines fünftliebsten Traveling Wilburys, Bob Dylan, zu interessieren. Da ich T-Bone Burnett schon durch seine Produktionen für einen anderen Wilbury, Roy Orbison, kannte, war die Alpha Band die eigentlich von mir gesuchte Gruppe, aber ich fand stattdessen "nur" The Band im Regal vom Plattenladen, noch dazu klang die Stimme von Dylan auf den Aufnahmen mit dieser Band (noch) ganz anders als ich sie bisher kannte. Daher nahm ich erst einmal Abstand.

Robbie Robertson hatte aber ebenfalls einen Song mit einem fulminanten Gitarrensolo für Roy Orbison produziert, "Love in Time". Daher war ich auf der Suche nach dieser wundervollen Gitarre 1992 auf sein Soloalbum "Storyville" gestoßen, daß ich nach wie vor wegen der Musik und wegen des wunderbaren Klangs sehr schätze. Die Aufnahmen der The Band aus den späten 60ern und 70ern, bei denen er als J.R. Robertson die writing credits dominierte, klangen aber ganz anders als "Storyville", also ließ ich sie erst einmal links liegen.

Mit 16 war ich aber neugierig geworden, was denn Robbies alte Kollegen heute so machen und ich bestellte mir das Comeback-Album "Jericho". Ich brauchte etwas, bis ich die Musik mochte, aber die Stimmen von Levon und Rick, die Keyboards und Hörner von Garth und die Gitarren von Jim (Weider) übten doch bald eine gewisse Faszination auf mich aus. "Remedy" ist ganz klar die Hitsingle auf dieser Scheibe. Zum Willie Dixon Cover "Same Thing" war ich verliebt, "Shine A Light" klingt etwas nach 80er, "Stuff You Gotta Watch" und "Move To Japan" sind solide Rocker. "Blues Stay Away From Me", "Blind Willie McTell" und "Atlantic City" sind aus heutiger Sicht die Highlights neben "Remedy".

Ein paar Jahre später war ich hocherfreut, in einem Plattenladen den Nachfolger, "High On the Hog" (die CD mit dem Schwein) zu finden. Auf diesem Album wird die 90er-Band auf weite Strecken begleitet von einer Bläsergruppe um Tom "Bones" Malone von der Blues Bros Band. Wer diese Gruppe mag, wird auch mit diesem Album etwas anfangen können.
"Stand Up" ist ein guter Opener und ein mitreißender Song. Rick säuselt das von Blondie Chaplin für die Gruppe geschriebene "Where I Should Always Be". Rückblickend dürfte "The High Price Of Love", ein co-write mit Jules Shear, wohl meine Wahl für die erste Single von dem Album sein. Der Song "Free Your Mind", gesungen von Levon, ist ein Cover eines Hits der afroamerikanischen Girlgroup En Vogue aus den frühen 90ern. Ich hätte es cool gefunden, wenn Levon irgendwann auch noch "Say You'll Be There" von den Spice Girls gecovert hätte oder "Waterfalls" von TLC, aber noch hat er das nicht. Ein Schulfreund von mir war aber ziemlich geschockt von der The Band-Version von "Free Your Mind". Hihihi. Dylans "Forever Young" wird von der Band sehr charmant und sehr lang gecovert. Der Jam mit dem Pianisten Champion Jack Dupree aus New Orleans hätte genausowenig sein müssen wie der obligatorische Richard Manuel Solo-Song, aber als Tribute haben beide durchaus ihre Berechtigung. "Young Blood", bei dem selbst Garth ein bißchen singt, ist sehr gut gelungen. Das absolute Highlight der Platte ist aber der zweite Titel, die Bluesnummer "Back To Memphis" (nicht der Chuck Berry Song). Wunderbar. Trotzdem wirkt die Scheibe auf den zweiten Blick ein wenig dünn.

"Jubilation" war die erste CD, die ich mir kaufte, nachdem ich bei meinen Eltern aus und bei mir eingezogen bin. Das Duett von Rick mit John Hiatt auf dem Song "Bound By Love" ist etwas für Leute, die diese spezielle Art Stimmen lieben (wie z.B. ich). "Last Train To Memphis" hat Eric Clapton als Gast, aber Band-Gitarrist Jim Weider hätte den Job ebenso kompetent machen können. Es gibt noch mehr Namedropping auf der Platte, auf das ich hier jetzt nicht näher eingehen will. Jedenfalls wäre meine Wahl für die erste Single auf "Don't Wait" gefallen, gesungen von Levon. Die Allen Toussaint-Nummer "You See Me" mit einer starken Bläsergruppe ist ebenfalls großartig. "High Cotton" ist Ricks bester Song auf Platte mit der 90er-Band. Bei "White Cadillac" darf der dritte Sänger der 90er-Band, Randy Ciarlante, endlich einen Song auf Platte singen für die Gruppe. Leider sollte es sein einziger bleiben. Schade. Auf den beiden Scheiben der Jim Weider Band darf er dann noch ein paar schöne Nummern singen. Was er heute macht, weiß ich leider nicht.
"Jubilation" ist vielleicht die konstanteste der drei 90er-Band CDs, aber leider führen die vielen Gäste dazu, daß die Bandmitglieder nicht genug Gelegenheit haben, ihre Stärken auszuspielen.

Von den Sachen der Original-Band kenne ich bisher nur das braune Album, die Mutter der Americana, die ich sehr schätze, und eine Best-Of-CD, die mir einst ein väterlicher Freund auslieh. Daher will ich es auch mit dem Gedanken an den Timeout nun bei diesen Zeilen über die drei 90er-Band Alben belassen.

Zaphod
02.06.2010, 01:58
Für The Band hab ich lange gebraucht, das war für mich Dylans Begleitband damals, mehr nicht. Auf "Before The Flood" hat es mich eher genervt, dass da Band-Songs gespielt wurden, ich wollte Dylan hören.
Ich fand zwar einige Songs ganz gut, aber mehr auch nicht. Ein Freund hat mich damals zu "The Waltz" ins Kino geschleppt, das war die Initialzündung. Von daher ist der Tipp mit der Scheibe als Einsteigeralbum vielleicht nicht verkehrt, andererseits ist das kein wirkliches "The Band" Album, dazu sind zu viele Gäste dabei, es gibt verhältnismäßig wenig Songs von Robertson und Co.

Ich halte die erste beiden, Music From Big Pink (68) und The Band (69), für die besten und da sollte man imho auch anfangen. Stage Fright und Northern Lights-Southern Cross sind aber auch starke Alben, nur von Moondog Matinee würde ich die Finger lassen, öde Coverversionen, der konnte ich nichts abgewinnen.

The Last Waltz gibts auf DVD in Amazonien übrigens für nen 10er, halte ich da auch für die bessere Wahl als die CD. Sollte man eher sehen, das ist ein Happening.

Edit: Solo auf jeden Fall Robertson, da hab ich alle Alben, jedes auf seine Weise sehr geil, aber nicht vergleichbar. Von Rick Danko kenn ich nur die erste Scheibe, hat mich nicht umgehauen, aber von Levon Helm steht hier eine relativ neue Scheibe, Dirt Farmer von 2007, die find ich ziemlich Klasse.