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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nick Cave And The Bad Seeds, Wien, Gasometer, 25.5.2008



derdude
27.05.2008, 14:06
nun, wieder mal nick cave schauen, dachten wir uns, warum auch nicht das letzte mal ist ja auch schon wieder so an die 20 jahre her, damals im raimund theater noch mit blixa bargeld, die alben wurden ja regelmäßig erworben und frau dude gefällt der mann ja auch gut.

und dann war es also so weit. ausverkauft im gedränge mit 4200 anderen. die bad seeds stürzen unter gejubel auf die bühnen und legen dermaßen krachig los, so kennen ihn die jüngeren fans wohl kaum. back to the roots in etwa, das vorjährige grinderman album hat da den weg schon angedeutet. manisch gepredigt hat der mann ja auch schon immer irgendwo zwischen zerstören und selbstzerstören, vom sündenfall im allgemeinen und der todsünde im besonderen, liebe, tod und teufel. da werden die songs richtig schön zerhackt und wieder aufgebaut, irgendwie vor einem wall-of-sound der brachialgewalt. die band wechselt gekonnt zwischen moll und aggressiv die show ist ausgesprochen abwechslungsreich, neue songs wie „dig lazarzus dig“ ebenso wie ein querschnitt durch den cave der vergangenen jahre, ship song, tupelo, deanna, papa won’t leave you henry, mercy seat etc. auch auf publikums wünsche ging nick cave ein, sowohl während des konzerts als auch bei den zugaben.

zuständig für den wall of sound waren neben dem seeds urgestein mick harvey die nun auch schon ewig mit cave spielenden thomas weidler an den drums sowie conway savage an orgel und klavier. mit dabei auch ein zweiter drummer und eine augen- und ohrenweide der „ausdrucks-gitarrist und geiger“ warren ellis. optisch eine mischung aus rübezahl und derwisch und rumpelstielzchen gespielt hat er auf verschiedenen mini/kinder – e-gitarren, angeblich sind das aber elktrische mandolinen, mandocaster so sagte man *hehe*, die geige hat er in der gleichen weise gespielt bzw bearbeitet, also eher wie ein kreissäge ;-) auch nick cave gab nicht nur den barden sondern betätigte sich an der gitarre.

toller, intensiver auftritt - für uns abend – sehr einprägsam. allerdings auch durch das einzige manko, die lautstärke ist dermaßen ohrenbetäubend, mir klingelten noch am morgen danach die ohren.

zuletzt noch die vorgruppe. schade, hätte ich photos hätte ich die als rätsel einstellen können. ein duo. schlagzeuger (jeffrey wegener)und gitarrist/sänger (ich hatte keine ahnung vom auftritt und erkannte ihn auch nicht), man glaubt kaum wie intensiv auch nur so eine minibesetzung klingen kann, der gitarrist hat da ganze arbeit geleistet, die musik war einigen cave sachen gar nicht so unähnlich, teilweise dreckiger, rauer blues/rock, der aber nie am blues schema klebte. gar so erstaunlich war das aber gar nicht, wenn man bedenkt der mann stammt ja aus der gleichen ecke wie cave, geboren zwar in bremen ist der mann doch ein waschechter australier. ed kuepper.
den mochte ich schon als er noch bei den australischen ur-punkern the saints tobte (sowie nick cave damals bei den birthday party) hier hat sich wieder einmal ein kreis geschlossen. ed kuepper hat seither eine ziemliche latte an solo-alben veröffentlicht, die sind allesamt ein ohr wert.

:oesi:

redbumper
27.05.2008, 16:35
Hallo

Hört sich nach einem runden Konzert an.

Klasse Rezension,
vielen Dank.