• Vincent Vincent And The Villains - Gospel Bombs

    Zuerst mal, hier gibts alles, nur keinen Gospel. Ich wäre fast achtlos daran vorbeigegangen, aber irgendwas hat mich dazu gebracht kurz ein Ohr voll zu nehmen. Die Truppe tönte irgendwie nach Rock'n'Roll/Rockabilly und dem einen oder anderen Schuss Musikgeschichte. Irgendwo habe ich im Internet gelesen, dass die Band als Rock'n'Roll Combo bezeichnet wird. Na gut, auch wenn Vincent Vincent im Booklet einen auf Gene Vincent macht, ganz so ist es nun doch auch wieder nicht.

    Bei den Durchgängen zu Hause hat das Album immer mehr vom traditionellen Rock'n'Roll/Rockabilly abgegeben und sich zu einem sehr modernen Sound gewandelt. Das beweist mir wieder mal, das man bei sich zu Hause sehr wohl anders hört, als an einer Hörbar beim Dealer eures Vertrauens. Ich hab da schon ein paar Ueberraschungen erlebt mit Alben die ich beim Händler angetestet hatte und dann im Wohnzimmer eine
    ganz andere Wirkung entfaltet haben. Die Songs mäandern irgendwo zwischen dem vorerwähnten Rock'n'Roll/Rockabilly und eher kontemporären Sounds. Irgendwie bleibt mir tatsächlich noch der Eindruck von Singer/Songwriter (allerdings der besseren Sorte) hängen. Nick Cave und die Songs eines Tom Waits könnten hier teilweise Pate gestanden haben. Auch die Housemartins mögen Vincent Vincent And The Villains angehört haben. Die Band erfindet hier kein Genre neu, aber die Mixtur hat was für sich. Hemdsärmlig fällt mir dazu ein und einen sagenhaften Charme haben diese Aufnahmen. Das ist eine Platte, da macht es Spass von Track zu Track zu surfen und die verschiedenen Schattierungen zu geniessen. Ein Song wie "Sweet Girlfriend" z.B. ist ziemlich retro ausgelegt. So im Stil der Vokalgruppen längst vergangener Tage.
    "Killing Time" andererseits ist extra für den Plattensammler in uns geschrieben mit "I got a stack of 45's ..." und weiter im Text über das Leben eines Plattenfreaks wo sich bereits dessen Freunde, so er noch welche hat, wundern, wie weit es mit ihm gekommen ist. Irgendwo ganz weit weg scheint auch noch Country bei Fuss zu stehen. Aber keine Angst, Leute die allergisch sind auf Kühe, Pferde und ähnlichen Schnickschnack, die müssen sich wegen ihrer Allergie jetzt deswegen nicht behandeln lassen. Das ist nur in fast homöopathischen Dosen vorhanden. Fast, weil man, wenn man will, das schon noch durchhören kann.

    Ich kann mit gutem Gewissen behaupten, die ganze Chose macht bei mir einen sehr guten Eindruck. Ich würde schon meinen, dass der Tonträger sehr wohl ein hohes Profil aufweist und weit über den Einheitsbrei herrausragt. Die Songs scheinen alle von Vincent selbst geschrieben zu sein, was irgendwie darauf schliessen lässt, dass das in Tat und Wahrheit keine Band als solche ist, sondern das wir es hier mit einem Solounternehmen zu tun haben. Der vorliegende Tonträger ist das Debutalbum dieser seit 2003 existierenden Band aus England. Erhältlich ist das als Vinyl und CD.

    Ursprünglich wurde dieser Artikel in diesem Thema veröffentlicht: Vincent Vincent And The Villains - Gospel Bombs - Erstellt von: Canvey Original-Beitrag anzeigen
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