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Thema: Was ist Jazz? Ist Al Di Meola Jazzer?

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  • 19.10.2009, 01:46
    Zaphod
    Zitat Zitat von Black Dog Beitrag anzeigen
    So sehr, wie ich begriffliche Genauigkeiten schätze... aber das grenzt für mich doch schon an Haarspalterei.

    Wie viel Prozent Rockanteile darf eine Jazzband haben, damit sie noch als Rockjazz durchgeht und wie viel Jazz ist bei einem Jazzrocker noch erlaubt ?


    Wer wäre denn überhaupt Rockjazz ?
    Die Oberschublade wäre ja Fusion, ob man das dann noch in Jazzrock und Rockjazz (nie gehört den Begriff) Jazzfunk oder Popjazz und sonstwas unterordnen will muss ja jeder selber für sich entscheiden. Ich hab nicht mal für Fusion ne Schublade, sonst müsste ich z.B. Miles Davis auf mehrere Schubladen verteilen, folglich reicht mir Jazz. Ich hab nicht genug Zeit zum Haare spalten.
  • 17.10.2009, 14:59
    Soundslikethis
    Zitat Zitat von Knut Beitrag anzeigen
    Bin sicher, daß sich manche Musik nur für Menschen erschliesst, die selbst Musik machen. Das hat sicher etwas elitäres, vielleicht ist es aber Ansporn für Leute die sich trotzdem interessieren, sich mehr mit dieser Musik zu beschäftigen. Und was zu "lernen" und nicht nur zu konsumieren.
    Finde deinen Ansatz gut und richtig, Knut . Ob es unbedingt elitär wirkt, sei mal dahingestellt. Ich ziehe jeden Menschen, ob er/sie nun C-Blockflöte, Fagott, Schlagzeug, Akkordeon oder...oder...oder spielt, einem rein und immer bloß Konsumierenden vor. Selbst mit dem Orffschen Instrumentarium lassen sich einfache und schnelle Erfolge erzielen, ist es nicht so?

    Und ja: du hast recht, Trends, die zunächst in kleinem Kreis ausgetüftelt und vor kleinem Publikum aufgeführt wurden, können durchaus später auf größeren Zuspruch treffen. Warum dies so ist, darüber ließe sich möglicherweise bei Elias Canetti in "Masse und Macht" etwas finden.

    Ich selbst spiele kein Musikinstrument - vielleicht mal abgesehen von ein wenig Blockflöte (barocke Griffweise ), ein bisschen Gitarre, hab mal ne gewisse Zeit im Ensemble auf 'ner Djembe rumgetrommelt, ganz früher mal 1 Jahr 'ne Posaune in der Hand gehalten. Gerade das gemeinsame Musizieren ist allerdings der Schlüssel für eine ordentliche Portion Endorphine, sic!

    Ich schätze aber auch zB "neuere" Richtungen wie Independent, Accidjazz, manche Formen von House (du meine Güte, wieviele Unterarten gibt es hier mittlerweile ). Unvergessen sind insbesondere der Auftritt der Simple Minds anlässlich des legendären Mandela-Konzertes in London, aber selbst solche Sachen wie "All together now" von der Band "The farm" finden durchaus Zuspruch. Ne gute Mucke kann so mitreißend sein, welches tolle Buch, welch innovative Kunst könnte das von sich jemals behaupten?

    Übrigens: vor kurzem brachte ARTE (3sat?) mal einen Bericht über Stockhausen, das war schon sehens- und hörenswert. Seine Kompositionen in Verbindung mit der Art der Inszenierung, ein Genuss der Extraklasse. Ich glaube, Stockhausen war und ist seiner Zeit noch immer ein gutes Stück voraus, aus dieser Ecke könnte in den kommenden Jahrzehnten noch einiges zu erwarten sein.

    Was mich auch noch wundert: Der Schmelztiegel Ungarn bringt doch immer wieder hervorragende Komponisten zutage, die vielleicht auch dem europäischen Jazz Brücken gebaut haben. Du nanntest ja Ligety, wie ist es mit Bela Bartok? Man kann garnicht alles käuflich erwerben, was eigentlich in eine ordentliche Musiksammlung gehört!

    Grüße nach Wuppertal, in die Heimat bekannter Persönlichkeiten! (ich meine jetzt nicht Johannes Rau...)
  • 17.10.2009, 11:52
    Knut
    Zitat Zitat von Soundslikethis Beitrag anzeigen

    Problem ist faktisch aber: nicht immer sind neue musikalische Trends massenkompatibel.

    Und gerade darin liegt vielleicht die Gefahr. Unverstandene Harmonien........ können nur bedingt neu gelernt werden.

    Welchen Sinn hat Musik denn, wenn sie nicht in der Lage ist, die Menschen in ihrer Seele und ihrem Verstand anzusprechen?
    Danke für die Anregungen zu diesem spannenden Thema. Bin allerdings nicht der Meinung, daß musikalische Trends nicht immer massenkompatibel sind. Denn - sobald es ein Trend ist oder wird, interessiert sich die Masse.

    Die frühen Floyd, ein Steve Reich oder Philipp Glass, ein Karl-Heinz Stockhausen (oder selbst György Ligety und Hans-Wernert Henze) machten nicht Musik für die Masse, wurden dann aber trendy. Wobei die Musik der erstgenannten sicherlich nicht schwierig war, eher etwas ungewohnt.

    Bei Stockhausen, Henze etc. ist das schon etwas anderes. Und da ist sicher etwas dran mit, daß manche Musik "nur bedingt neu gelernt" werden kann. Für Nichtmusiker ist das fast aussichtslos. Habe oft Free-Jazz Konzerte in meiner Heimatstadt Wuppertal - ein Zentrum dieser Art von Musik in Deutschland - gehört und dabei erfahren, daß diese Musik garnicht so "free" ist, sondern auch Strukturen haben kann. Wobei Leute wie Brötzmann, Kowald sehr innovativ waren und ich mich manchmal gefragt habe, ist dfas jetzt Klang oder ein Geräusch?
    Ich verstehe bis heute nicht diese Musik (rational) und emotional ist es unterschiedlich, aber das ist ja auch normal.

    Bin sicher, daß sich manche Musik nur für Menschen erschliesst, die selbst Musik machen. Das hat sicher etwas elitäres, vielleicht ist es aber Ansporn für Leute die sich trotzdem interessieren, sich mehr mit dieser Musik zu beschäftigen. Und was zu "lernen" und nicht nur zu konsumieren.

    Und ich bin bei dir, daß Musik in der Lage sein muss, den Menschen anzusprechen, egal ob mit Verstand oder mit Gefühlen. Das gleiche gilt für die bildende Kunst.

    Allerdings bin ich davon überzeugt, daß es immer Menschen gibt, die etwas empfinden - egal bei welcher Musik, bei welchem Bild, bei welcher Plastik - und wenn es noch so ver-rückt klingt oder ist. Die Gruppe mag anfangs klein sein, vielleicht wird sie ja grösser, durch was auch immer.

    Und dann wird es - massenkompatibel.
  • 17.10.2009, 01:05
    Soundslikethis
    Zitat Zitat von firebyrd Beitrag anzeigen
    Definierst du Dekadenz demzufolge so, das sie vorliegt, wenn ein Jazzer auf populäre Stilrichtungen verzichtet?

    Wieso soll das dann dekadent sein???
    Was Dekadenz bedeutet, ist ja festgelegt. Ich definiere sie so - in Anlehnung an unser Thema - als irgendwie geartete und durchaus positiv gemeinte Belehrung an die "unwissenden" Volksmassen, sich neuen Denk- und Gefühlswelten zu öffnen.

    Problem ist faktisch aber: nicht immer sind neue musikalische Trends massenkompatibel.

    Und gerade darin liegt vielleicht die Gefahr. Unverstandene Harmonien - sei es nun die Zwölftonmucke eines Arnold Schönberg, die verschiedenen Ansätze des "Modern Jazz" aus den 70.zigern, die manchmal verschlungenen Pfade eines Herbie Hancock etwa bei "Future 2 Future" (für mich ein ganz besonderes Werk, unabhängig von den auch eingängigen Stücken zB mit Chaka Khan) - können nur bedingt neu gelernt werden.

    Welchen Sinn hat Musik denn, wenn sie nicht in der Lage ist, die Menschen in ihrer Seele und ihrem Verstand anzusprechen? Früher wurde der Jazz als Avantgarde der Volksmusik verstanden, heute kämpft er in seiner reinen Form um die Existenz, liege ich da falsch?

    Vielfach ist er wohl auch in besonderen Stilen in die jeweiligen Genres eingedrungen, das ist fantastisch ;) Ich glaub, bis auf Hansi Hintermoser mit seinem "Volksfest der Volksmusik" (heißt der Speichellecker so?) ham's alle kapiert: der Jazz ist durchaus zu gebrauchen.

    Ach ja: ich war mal zu Beginn der Achtziger auf einem Konzert von Birelly Langrene, das war innerhalb des Genres "Zigeunermusik" so jazzlastig gut, das gefiel sogar meinem damaligen Kumpel, der nun wirklich kein Jazzer ist...
  • 16.10.2009, 08:55
    firebyrd
    Zitat Zitat von Soundslikethis Beitrag anzeigen
    Mag ja durchaus sein, kann ich wirklich nicht beurteilen, will ich auch garnicht . Hab halt nur den Eindruck, dass wir uns die gute Mucke um die Ohren hauen. Wenn ich zB an Miles Davis' "Human Nature" denke, das ist doch ganz klar gecovert von Michael Jackson resp. Quincy Jones. Ist es dehalb schon kein Jazz mehr, einerlei ob Rock-Jazz od. Jazz-Rock? Bin übrigens auch der Meinung, dass kein guter Jazzer - egal ob Alt- oder Neuzeit - jemals auf populäre Stilrichtungen verzichten muss, das ernährt ihn schließlich! Wir sollten vielleicht von "dekadenten" Sichtweisen Abstand nehmen. Bin gespannt auf eure Ansichten.
    Definierst du Dekadenz demzufolge so, das sie vorliegt, wenn ein Jazzer auf populäre Stilrichtungen verzichtet?

    Wieso soll das dann dekadent sein???
  • 16.10.2009, 01:16
    33,3upm
    das ist mit absicht gecovert worden, weil miles davis und quincy jones zusammen was gemacht hatten
    [ame="http://www.amazon.com/Miles-Quincy-Live-at-Montreux/dp/B000002MIS"]Amazon.com: Miles & Quincy Live at Montreux: Miles Davis, Quincy Jones: Music[/ame]

    michael jackson und qj auch
    "1985 produzierte Jones den von Michael Jackson und Lionel Richie geschriebenen Welthit We are the world,"
    quelle wiki

    http://de.wikipedia.org/wiki/Quincy_Jones

    http://www.rockzirkus.de/forum/showt...749#post117749
  • 16.10.2009, 00:58
    Soundslikethis
    Zitat Zitat von Knut Beitrag anzeigen
    Das sehe ich auch so.
    Mag ja durchaus sein, kann ich wirklich nicht beurteilen, will ich auch garnicht . Hab halt nur den Eindruck, dass wir uns die gute Mucke um die Ohren hauen. Wenn ich zB an Miles Davis' "Human Nature" denke, das ist doch ganz klar gecovert von Michael Jackson resp. Quincy Jones. Ist es dehalb schon kein Jazz mehr, einerlei ob Rock-Jazz od. Jazz-Rock? Bin übrigens auch der Meinung, dass kein guter Jazzer - egal ob Alt- oder Neuzeit - jemals auf populäre Stilrichtungen verzichten muss, das ernährt ihn schließlich! Wir sollten vielleicht von "dekadenten" Sichtweisen Abstand nehmen. Bin gespannt auf eure Ansichten.
  • 14.10.2009, 10:46
    Knut
    Zitat Zitat von Canvey Beitrag anzeigen
    Jazzrock ist definitiv eine Subgenre von Rock,
    Das sehe ich auch so.
  • 14.10.2009, 02:44
    33,3upm
    Zitat Zitat von Black Dog Beitrag anzeigen
    So sehr, wie ich begriffliche Genauigkeiten schätze... aber das grenzt für mich doch schon an Haarspalterei.

    Wie viel Prozent Rockanteile darf eine Jazzband haben, damit sie noch als Rockjazz durchgeht und wie viel Jazz ist bei einem Jazzrocker noch erlaubt ?


    Wer wäre denn überhaupt Rockjazz ?
    zweifelsohne steely dan
  • 14.10.2009, 00:38
    Soundslikethis
    Zitat Zitat von Canvey Beitrag anzeigen
    bei al di meola ists tatsächlich schwierig. aber ein blick in meine sammlung zeigt, der ist bei mir unter rock/pop international abgelegt. und wenn meine sammlung schon so aufgebaut ist, dann wirds auch so sein.

    Echt coole Antwort, Canvey! Wirklich
    Hätte gern so viele Platten, dass ich die in Unterkategorien ablegen könnte. Ich musste damals nur die Buchstütze verschieben, peng:...und eines neues Genre war geboren.
    Im nächsten Leben werde ich mal systematisch sammeln.
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