Ab und an steht man vor der Frage: Nachbarn erschießen, Kollegen meucheln, Feuersbrünste legen, Familienamok … oder einfach ein bißchen Heavy stuff hören und – alle anderen können leben bleiben.
Nee, war ja nur Spasss.The problem is: Bin kein Metalhead, will auch keiner werden,
aber auf der Suche nach musikalischer Dosissteigerung tapp ich ein ums andere Mal auch in den Heavysumpf und – finde Nuggets.
ES GIBT INTELLIGENTEN KRACH!
Platz 5. Moonsorrow „V:Hävitetty“
Erst vor kurzem zugelegt, weil zahlreiche Lobhudelei im Web gelesen.
CD besteht aus lediglich 2 Tracks. Vermutlich gelingt es erst beim 50.Mal die beiden von einander zu unterscheiden. Sanfter Beginn-Steigerung: gegrowltes Brunftgeschrei, instrumentales Intermezzo, predigende Grunzpassagen, Raserei, Lärmpegel langsam wieder runter … in der Ferne verschwindendes Hufgetrappel…
Es gibt ein paar Passagen, die etwas wandlungslos vor sich hin dröhnen – aber es taugt als Soundtrack für lange Wege auf der Autobahn ganz gut.
Platz 4. Mekong Delta – Classics
Eine Thrashmetal Band, die nur einen Fehler hat: Sie haben einen Shouter(Sänger?).
Die normalen Veröffentlichungen sind wegen notorischer Keifallergie meinerseits ungenießbar.
ABER: DIESE CD ist 100% instrumental. Es geht hier ums Verrocken klassischer Vorlagen in a Metalway: Überwiegend Mussorgskis Bilder einer Ausstellung … Da gab’s doch schon mal 3 britische Kerlchen… vergesst das ruhig…das waren damals die 70er, Tomita in den 80ern – aber hier kommt das neue Jahrtausend. FETT! Wie der Rapper sagen würde, hätte er Geschmack und hörte er dies.
Platz 3
Cult of Luna “Somewhere along the highway”
Soundmauern. Doom? Postrock? Scheißegal. Jedenfalls fantastisch, wie mit so wenig Noten soviel Wirkung möglich ist. Geradezu magische Tobsucht. Eine Amokfahrt im Trecker. Kennengelernt hab ich diese beeindruckende Schedenhorde, weil ich die folgenden beiden CDs erwarb und auf der Suche nach mehr von der Sorte war –
Platz 1 und 2 ISIS
“Oceanic” und “the absence of truth”
Die eine intoniert einen Sprung ins Wasser: Die ersten Stücke über der Oberfläche, dann ein Track „untiteled” – der Aufklatsch gewissermaßen. Die zweite Hälfte unter Wasser.
Das ganze als Gitarrenmalstrom der Extraklasse.
Geringfügige, aber wahrnehmbare Klangverschiebungen halten die Sache interessant und der Drummer kloppt einen unterbrochenen Anti-Takt.
Man kann sich zum Beispiel an das Stolperschlagzeug erinnern, das Klaus Schulze z.B. auf „Dig it“ anfang der 80er verwendet hat, nur dass es hier ringsrum keine Synthies gibt, sondern berstenden Stahlbeton.
Die andere beschäftigt sich erstaunlich philosphisch mit der Abwesenheit von Wahrheit und da ISIS Amis sind - also mit ihrer hausgemachten Volksverdummung.
Bushanklage/Nahostabenteuerverdammung/Don Quichote für die Neuzeit?
Man kann es eh nur an den Namen der Tracks erahnen. Der Text ist zusammenhängend nicht verstehbar, mal gegrunzt, dann wieder klar – aber macht nichts: Es ROCKT – aber es hetzt NICHT.
(Wie hat jemand bei amazon so treffend geschrieben: „Mit welcher ISIS soll man anfangen? Kauf dir eine – früher oder später hast du dann alle.“)Wie wahr!
Coverscannerei spar ich mir, die sind in allen diesen Fällen recht nichtssagend. Aber der Sound! DER SOUND!
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