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Thema: Punk - Urväter und erste Scheiben

  1. #1
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    Standard Punk - Urväter und erste Scheiben

    punk gehört natürlich nicht nach 'progrock'
    (oder vielleicht doch?)

    jedenfalls finde ich immer noch keine sparte punk/new wave.
    wenn einer der moderatoren mir helfen möchte, den gleich einzustellenden beitrag in eine passende spalte zu verschieben will, möge er das bitte tun.

  2. #2
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    Standard AW: Punk - Urväter und erste Scheiben

    Zu jeder entstehenden Musikform gibts ja eine ganze reihe von vätern und im punk wars nicht anders.
    als im sommer - herbst 1976 die ersten shows der Pistols oder Clash stattfanden, war die presse (z.b.
    die englische Sounds) bemüht, irgend welche einflüsse zu finden.

    im juli 1976 kam die erste lp der Ramones raus und schlug wie eine bombe ein, aber sie waren nicht die urväter.
    Pistols-manager Malcolm McLaren hatte auch die späten New York Dolls vertreten; das war schon eher eine beeinflussung.
    um die Dolls herum gab es aber eine sehr lebendige szene von bands, die u.a. im CBGB-club in der Bowery spielten und
    diesen berühmt machten.

    die namen der meisten dieser frühen bands werden euch nichts sagen:
    die Stilettos (aus denen später Blondie wurde), Teenage Lust, Harlots of 42nd Street oder Queen Elizabeth
    (mit Wayne, bzw. Jayne County). Besser bekannt sind Kiss und Blue Oyster Cult, die zunächst mit zur szene gehörten.
    McLaren nahm das alles auf.

    An anderer Stelle gab es eine rückbesinnung auf die Velvet Underground;
    die hatten schon eine 3-akkorde-monotonie zelebriert, als noch niemand daran dachte, eine kunst daraus zu machen.
    I'm Waiting For The Man, Sweet Jane oder Lisa Says würden noch von vielen punks nachgespielt werden.

    Auch Detroit's MC5 (Rambling Rose; Looking At You) und Stooges wurden posthum zu begründern des punk gemacht.
    Iggy röhrte sein I Wanna Be Your Dog oder Dirt hinaus und legte auf Raw Power dann noch mit konsequentem bekenntnis zum Titelsong oder gar Search And Destroy nach.

    Auch die völlig abgedrehten Devo und Residents, die so ziemlich alle musikalischen regeln brachen, wurden zur inspiration gehört.

    die englische presse wollte aber auch irgendwelchen eigenen leuten die vaterehren zuschieben.
    auf die Deviants oder Pink Fairies kam man erst später; vorrangig fand man R'n'B-bands wie
    Dr. Feelgood, Lew Lewis, Eddie & Hot Rods.
    kein punk zwar, aber mehr als genug an wilder energie.
    auch die Flamin' Groovies; die damals viel in England spielten und seit immerhin 1967 kräftigen rock'n'roll
    alter prägung machten, mußten herhalten.
    David Bowie mit seinen Spiders From Mars und frühe Roxy Music wurden ebenfalls verwurstet.
    die frühen Ultravox waren (ganz im gegensatz zu ihrem späteren musikstil) krass und dröhnend gewesen;
    auch an ihnen orientierte man sich.
    natürlich mußten den medien auch die Stones und Who aus ihrer rotzigsten frühphase als einfluß gelten.

    ein wüstes sammelsurium und ein beweis dafür, daß es keine ein-eindeutigen vorläufer gab.
    während ich alte Sounds und New Musical Express' durchblättere, lese ich immer wieder, wie verzweifelt man bemüht war,
    die schiffssegel mit wind zu füllen, damit der kahn endlich fahrt aufnehmen konnte.
    vor diesem hintergrund ist es zu verstehen, daß in den plattenanzeigen jener tage die Motors, Tom Petty (!), Police und sogar
    das debut von Dire Straits (!) als new wave bezeichnet wurden.
    lange nicht so gut gelacht, oder?

    die Saints aus Brisbane legten im Oktober 1976 mit 'I'm Stranded' die vielleicht allererste echte punk-single vor, dicht gefolgt von den
    Damned (11/1976 mit New Rose und den Pistols (Anarchy In The UK, auch 11/76). die debutscheiben dieser bands, zusammen mit jenen
    der Stranglers, Jam und Clash brachten ab dem frühjahr 1977 nach
    und nach fleisch auf die knochen; hinzu kamen die Heartbreakers (Johnny Thunders, ex NY Dolls) mit L.A.M.F.;
    die debuts von Blondie, Television, Talking Heads; die Ramones schoben mit 'Leave Home' und 'Rocket To Russia' 1977 noch zwei
    weitere lps nach und eine vielbejubelte lp der Dubliner Radiators From Space (TV Tube Heart) läßt uns heute stolz behaupten,
    daß ein einziges mal in der rockgeschichte eine irische band ganz vorne dabei war.
    auch die Vibrators (eine vormalige langhaar-rock-truppe) sprang mit einer der allerersten lps auf den zug; und dann war da
    Lemmy mit seinen Motorhead, den alle punks liebten, so daß sie ihn unbedingt für sich reklamieren mußten.
    bei Eater saß ein 13-jähriger am drums; der 17-jährige sänger war der opa; mit 'The Album' gehörten sie zu den
    allerersten startern.

    das wars dann auch, was die archive mir beim durchblättern für die anfangszeit ab sommer 1976 vermelden (ein paar wenige
    teile hab ich rausgelassen). bald ging es mit den ganzen kleinen indepedent-labels los; 1977 spielten viele andere
    gründungs-bands vorrangig singles ein und als sie zu lp-aufnahmen fuhren, hatte sich mit den Damned eine der allerersten
    größen schon wieder getrennt (es folgten viele re-unions) und die Amis hatten ihre eigene mucke re-importiert;
    Richard Hell & Voidoids und die Dead Boys kopierten jetzt die Pistols.
    so gehts.

    schließen wir die archive für heute.

  3. The Following 7 Users Say Thank You to badger For This Useful Post:

    bludgeon (30.11.2008), Canvey (01.12.2008), Dr.House (19.03.2009), Mellow (30.11.2008), Paddington (01.12.2008), remo4 (30.11.2008), roberto (30.11.2008)

  4. #3
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    Standard AW: Punk - Urväter und erste Scheiben

    Nanu, keinerlei Anmerkungen bisher?

    Schöne Auffrischung "bewältigter" Vergangenheit.

    Ich schaff's aber wiedermal nicht, das Maul zu halten:

    Zu den Urvätern und CBGB Veteranen würden in meinem Listing Pere ubu und Suicide gehören.

    "Rocket Rocket Ju-Es-Ay - HU!"

    Nu isses raus und ich warte geduldig auf Teil 2.

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