Wieviele es genau sind lässt sich nicht genau sagen wegen der Türme die sich momentan stapeln. Viele eben, aber ich weiss genau welches die erste CD war die vor fast 25 Jahren die Grundplatte bildete für die Sammlung: FRIED, dieses herrliche ewig junge Stück Neo-Psychedelica. Der Knackser auf der erstandenen pressfrischen und versiegelten LP war schuld, dass ich das Vinylexemplar sofort zurück in die Musicbox brachte um kurz danach den Laden mit einer in einer Plastikschachtel eingesperrten Silberscheibe wieder zu verlassen. Einen Disc-Player brauchte ich jetzt bloss noch, den kriegte ich vis a vis beim HiFi-Händler. Das war der Startschuss. Eigentlich ist also der durchgeknallte Mr. Cope an der ganzen Misere schuld...
Nach WORLD SHUT YOUR MOUTH (1983, noch als LP erstanden) war endgültig klar, dass ich mich weiter um diesen schrillen Vogel kümmern musste. Eigentlich schon vorher, das Album KILIMANJARO (1980) seiner ehemaligen Band TEARDROP EXPLODES (was für ein Name, zergeht wie feinste Schokolade auf der Zunge!) hatte schon ein paar sixtiesbeeinflusste Tracks drauf die mir ausserordentlich gefielen.
FRIED ist anders, will so gar nicht zur vorausgegangenen Discography passen, ist sperriger, ist noch viel stärker in der Vergangenheit verwurzelt, näher beim Syd-Barret-Universum als bei den 80ern. Von mir liess sich diese verquere Muschel allerdings auf Anhieb öffnen, gab sogleich den Blick auf diese wunderschönen, in psychedelischen Farben schillernden Perlen frei. Selbst Kate St. Johns Oboe taucht wieder auf, versprüht einen Hauch Romantik und verleiht FRIED diesen leicht antiken Touch. Julian gibt hier alles, hangelt sich seinen Songs entlang, errichtet hier sein ganz persönliches, kleines, in sich geschlossenes Königreich aus musikalischen Erfahrungen. Seine Stimme klingt verletzlich, lässt unweigerlich an die Album-Shots denken auf denen er mit Schildkröten-Panzer gewappnet durch die Landschaft kriecht.
FRIED ist ein musikalisches Sammelsurium, ein Museum das Julian Copes Liebe zur Musik offenbart. Sixties-Soundspace, New Wave, knarziger Gitarren-Pop, Folk à la ISB, ein Tante-Emma-Gemischtwarenladen der es in sich hat und den ich immer wieder gerne betrete...
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JULIAN COPE - Fried (1984)
01. Reynard The Fox
02. Bill Drummond Said
03. Laughing Boy
04. Me Singing
05. Sunspots
06. Bloody Assizes
07. Search Party
08. O King Of Chaos
09. Holy Love
10. Torpedo
Bonustracks CD-Reissue:
11. I Went On A Chourney
12. Mic Mak Mok
13. Land Of Fear
PS.
Auf den Song "Bill Drummond Said" folgte 1986 die Antwort des besungenen schottischen Musikers (und KLF-Mitbegründers) auf dessen Album "The Man", die nannte sich "Julian Cope Is Dead"...
JULIAN COPE:
http://www.headheritage.com/


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