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Thema: Golden Earring

  1. #31
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    Standard AW: Golden Earring

    Zitat Zitat von Mellow Beitrag anzeigen
    ...., mit "High On The Sky" gab es aber auch hier wieder einen meiner earring'schen Langzeitfavoriten. Der riecht förmlich nach Patchouli und dem Zeug was früher in den grossen selbstgedrehten Zigis verdampft wurde. Natürlich wieder mit diesen soften Strings und diesmal mit gemütlich vor sich hin trabenden Kongas... also den Bogen wie man so einen Schmachtfetzen richtig zusammenfaltet hatten die 'raus...

    Yes Sir, diesen Bogen hatten sie raus, und einige andere Bögen mehr.

    "High In The Sky" ist auch einer meiner Favoriten.
    Übrigens... der Titel wird von Kooymans gesungen.
    "Buddy Joe" ebenfalls. - Das als kleiner Tipp für jene, die immer durcheinander kommen mit den unterschiedlichen Leadstimmen.

    Insgesamt finde ich On The Double eine klasse Scheibe. Für mehr reicht heute die Zeit nicht. Vertagen wir uns auf morgen.


    music was my first love and it will be my last (John Miles)

  2. #32
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    Standard AW: Golden Earring

    Es gibt Momente im Leben, die ich nie vergessen werde. Und einer dieser Momente hat mit Golden Earring zu tun.

    Am 31.10.1970 gab diese Band in der Wuppertaler Stadthalle ein Konzert. Als Support spielte ein lokale Band mit sehr guten Freunden von mir, die ich als Roadie unterstütze.

    Somit hatte ich die Chance Golden Earring einen Teil des Gigs Backstage zu erleben. Es war ein Erlebniss. Rinus Gerritsen am Bass auf einer Holzbühne, was eine Dynamik, was für eine Wucht, was eine Lautstärke! Mein Körper vibrierte und ich war völlig fasziniert. Zumal ich mich nicht nur fühlte als ob ich Eight Miles High war.

    Die Band habe ich dann mehrmals auf Festivals gesehen, immer ein guter Act. Aber Mitte der Siebziger aus den Augen verloren. Also kein Hardcorefan,
    höre sie aber immer wieder gerne.

    Gute Band, gute Songs, gutes Repertoire. Kurz gesagt - Klassiker.


  3. #33
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    Standard AW: Golden Earring

    Golden Earring - On The Double

    On The Double, im Herbst 1968 aufgenommen und Anfang 1969 veröffentlicht, leitete eine Wende in der Bandgeschichte ein.
    Es war die letzte LP mit Schlagzeuger Jaap Eggermont.
    Es war die erste LP, die für das von Produzent Fred Haayen neu gegründete Label Red Bullet eingespielt wurde.
    Mit dieser Platte begann der Abschied von der reinen Beat-/Popband und die Hinwendung zur Rockband.
    "Song Of A Devil's Servant" als Opener und "Backbiting Baby" zeigen auf, in welche Richtung es zukünftig gehen würde.

    In Sachen Musik päsentierte die Doppel-LP On The Double einen musikalischen Gemischtwaren laden, den ich fast schon typisch für ein Doppelalbum finde.
    Ich kenne keine einzige 4-seitige Studioproduktion in der Pop-/Rockgeschichte, die musikalisch einigermaßen homogen ist.
    Es scheint so, als ob vier Plattenseiten geradezu eine Einladung darstellten, zu experimentieren.
    Am deutlichsten haben es die Beatles mit ihrem "White Album" vorgemacht.

    1 Song Of A Devil's Servant 3:44
    2 Angelina 3:09
    3 Pam Pam Poope Poope Loux 2:44
    4 Hurry, Hurry, Hurry 4:21
    5 My Baby Ruby 3:17
    6 Judy 1:44
    7 Goodbye Mama 3:06
    8 Murdock 3:12
    9 Just A Little Bit Of Peace In My Heart 5:19
    10 The Sad Story Of Sam Stone 2:28
    11 High In The Sky 3:22
    12 Remember My Friend 2:58
    13 Time Is A Book 4:04
    14 Backbiting Baby 5:37
    15 I'm A Runnin' 3:25
    16 I Sing My Song 3:59
    17 Mitch Mover 3:00
    18 God Bless the Day 2:41
    19 The Grand Piano 3:26

    Neben Songs, die noch einen Bezug zum Beat früherer Alben haben
    - "Goodbye Mama", "My Baby Ruby" oder das schräge "The Sad Story Of Sam Stone", welches die Geschichte eines ehemaligen Soldaten erzählt, der verrückt wird -
    gibt es auch eine Reihe von Popsongs, die meines Erachtens noch ausgereifter wirken als auf dem Vorgängeralbum.

    "I Sing My Song" ist so ein Kandidat.
    Wunderbar relaxt, tolle Melodie, eine heimelige Atmosphäre verbreitend, gefiel mir diese Stück schon, als ich es auf meiner allerersten GE-LP (eine Kompilation) hörte.

    Ich war danach immer auf der Suche nach der zugehörigen LP, weil ich glaubte, das wäre der Titelsong.
    Ausgelöst wurde meine Irrfahrt ohne glückliches Ende, weil es von On The Double die bereits von Mellow beschriebene LP-Variante mit dem Titel I Sing My Song gab, die ich jedoch nie bekommen konnte.
    Es dauerte fast bis zum Beginn des Indanetzeitalters, bevor ich das Geheimnis lüften konnte und noch ein wenig länger, bis ich das Album besaß.

    "Pam Pam Poope Poope Loux" - kommt locker-flockig mit Flöte und Congas aus den Boxen und der Titel klingt nanch Nonsense, aber es geht wie so oft um eine Frau.

    Das von Canvey angesproche "Mitch Mover" klingt noch schräger als "... Sam Stone".
    Gesprochene Einleitung ...
    (Hello, this is a song about a guy called Mitch Mover
    A strange little character that's what he is
    Keeps collecting butterflies and bees
    And things like that, you know
    )
    .... gefolgt von einem irren Lachen, dann die Vaudeville-Pianoklänge.
    Mich erinnert dieses kleine Lied immer an "Bike" von Pink Floyd und Arnold Layne ist auch nicht weit entfernt.

    Dann sind da die Balladen.
    Das orchestrierte "Just A Little Bit Of Peace In My Heart", angeblich durch McArthur Park inspiriert, wurde vorab als Single veröffentlicht und erreichte
    in den Niederlanden immerhin Platz 2 der Charts. Ein Stück, dass mindestens einen unerwarteten Haken schlägt.
    Oder das getragene, mit akustischen Gitarrensperenzchen versehene "Angelina" (Gesang: George), das viele Zuhörer verwirrt haben dürfte
    Nein, solch ein Lied platziert man nicht direkt nach einem lebhaften Eröffnungssong. Oder doch ?

    "High In The Sky" (Gesang: George), auf dem die hohe, sehnsuchtsvolle Stimme so hoch steigt wie der Himmel.
    Die Melodieführung liegt beim Streicherquintett. Ansonsten dominiert eine Klampfe und Congas. Oder Bongos ?
    "Murdock 9-6182" sehr akustisch, sehr folkig.
    Schließlich das stille, besinnliche "The Grand Piano" (nomen est omen !) ... alles Perlen.


    Auffällig ist der hohe Anteil der Kompositionen, die Gitarrist Kooymans alleine geschrieben hatte.
    Denn bisher hatten Gerritsen/Kooymans die Songs überwiegend gemeinsam verfasst.
    Auf der neuen Platte waren nur noch 4 von 19 Stücken von Gerritsen.
    Kooymans wurde mit diesem Album und bis 1973 zum überwiegenden Songschreiber, während Gerritsen und Sänger Hay nur vereinzelt Beiträge leisteten.

    Dennoch wird die Platte nicht von Gitarrenklängen dominiert, im Gegenteil.
    Bei vielen Arrangements spielen Orgel oder Piano eine tragende Rolle, nur auf vier Songs ist kein Tasteninstrument zu hören.
    Es gibt hier und da Bläser- oder Streicherarrangements, wobei ich hier nochmals "High In The Sky" erwähnen möchte.


    Ja... ich finde On The Double ist ein sehr interessantes, abwechslungsreiches, spannendes Werk. Nur nicht homogen.
    Ich finde es auch nicht artifiziell oder feuilletonistisch, wie Canvey meint.
    Gleichwohl lies dieses Album den Hörer sicherlich etwas verwirrt zurück. Niemand konnte ja wissen, in welche Richtung es musikalisch gehen würde.
    Einflüsse gibt es viele, auf diesem Album wurde so ziemlich alles verarbeitet, was damals auf Vinyl gepresst wurde.
    Von Sam The Sham über Dylan bis zu Deep Purple oder Cat Stevens ist fast alles vertreten.
    Nur Blues gibt es nicht. Aber halt, es gibt zwei Songs, auf denen Rinus die Harp bläst ...


    Wer wie ich nur die CD-Ausgabe besitzt, kann sich aus den 19 Songs und 66 Minuten Musik ein individuelles Programm erstellen und einzelne Stücke, je nach Lust und Laune, ausklammern.
    Für Besitzer von LP-Ausgaben dagegen mag On The Double anstrengend sein.

    Meine 12-Song-Einzel-LP hätte so ausgesehen:

    1 Song Of A Devil's Servant 3:44
    2 Pam Pam Poope Poope Loux 2:44
    3 Angelina 3:09
    4 God Bless The Day 2:41
    5 Murdock 3:12
    6 Just A Little Bit Of Peace In My Heart 5:19

    1 Backbiting Baby 5:37
    2 I Sing My Song 3:59
    3 Remember My Friend 2:58
    4 High In The Sky 3:22
    5 Time Is A Book 4:04
    6 The Grand Piano 3:26
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  4. #34
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    Standard AW: Golden Earring

    ob die sich mit der "on the double" bereits dem rock zugewendet haben? im moment läuft bei mir der nachfolger und ich muss meine aussage zwar leicht korrigieren, die ich in der besprechung zu "on the double" gemacht habe. auf "eight miles high" gibts doch mehr rock als ich gedacht habe. ich hörs jetzt aber irgendwie auch ganz spezifisch mit dem gedanken im hinterkopf an.

    trotzdem denke ich, der rock der zwischenphase ist etwas ganz anderes als was dann u.a. mit "radar love" jahre später veröffentlicht wurde. vielleicht ist mein problem ja auch, das ich die "pop history vol. 16" damals fast durchsichtig gespielt hatte. und diese vier plattenseiten sind mir hauptsächlich durch ihren, ich möchte fast sagen (ich tus jetzt aber auch), ruhigen sound aufgefallen. vielleicht dränge ich sie daher in ihrer mittleren phase etwas zu sehr in diese richtung.

    1972 war ich noch nicht soweit, dass ich so toll differenzieren konnte, aber geprägt hat es einen trotzdem. rock, das war deep purple und die sonstigen heavies. ich glaub ich muss, wenns denn chronologisch passt, sogar noch einen beitrag zur "pop history vol. 16" schreiben (obwohl das eine kompilation ist und eigentlich gar nicht hierhin gehört), damit man das versteht, wie jemand auf solche komischen ideen kommt.

    Geändert von Canvey (16.04.2009 um 20:28 Uhr)

  5. #35
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    Standard AW: Golden Earring

    Zitat Zitat von Canvey Beitrag anzeigen
    ich glaub ich muss, wenns denn chronologisch passt, sogar noch einen beitrag zur "pop history vol. 16" schreiben (obwohl das eine kompilation ist und eigentlich gar nicht hierhin gehört), damit man das versteht, wie jemand auf solche komischen ideen kommt.

    Das finde ich jetzt aber gar nicht abwegig.
    Meine vielleicht prägendste Earring-Scheibe war schliesslich die "Karussell-Best-Of" und wenn man an keine anderen Scheiben rankommt, dann werden die Dingers eben so lange gespielt bis sie einer Schallfolie gleichen.

    Die frühe Discography von GOLDEN EARRING war offensichtlich nicht nur für mich mit Klippen und Kanten versehen. Was meinst du wie lange es gedauert hat, bis ich endlich rausgefunden hatte was es mit "Hearing Earring" auf sich hat...

    Geändert von Mellow (16.04.2009 um 20:54 Uhr)

  6. #36
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    Standard AW: Golden Earring

    Das ist schon ziemlich erstaunlich, dass es da drei Typen (hab ich jemanden vergessen ?) wie uns gibt, die irgendwie die gleichen Erfahrungen mit GE gemacht haben. Alle drei haben wir mit ner Compi angefangen.

    Für mich war meine Compi der Kompass, den Rest zu erkunden.

    @ Canvey:
    Mach mal ruhig deine Rezi zur Pop History. Das schieben wir hier locker dazwischen. Am besten nach der übernächsten Rezi.



    Was den Rock auf der Double betrifft: Klaro war das noch nicht so heftig wie später, aber hör dir andere Platten aus der Zeit an (aufgenommen wurde Ende 1968 !). Außer Hendrix und den Who hat es sonst niemand wirklich krachen lassen. "Backbiting Baby" oder "Landing" hätten genauso auf eine GE-Platte von 1971 oder 72 gepasst.

    music was my first love and it will be my last (John Miles)

  7. #37
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    Standard AW: Golden Earring

    Golden Earring - Eight Miles High


    Gilt heute irgendwie als einer der Klassiker im Repertoire der Niederländer.
    Klick

    Kein Wunder bei dem Paukenschlag, den die Band mit dem Titelsong ablieferte.
    Da stellen sich vier Musiker ins Studio und machen einen Aufnahme, so wird berichtet, die 40 Minuten dauerte.
    Dokumentiert sind und auf Platte gepresst wurden davon 19 Minuten.
    So war das damals, eine LP-Seite hatte auch ihre Grenzen.


    1969 war für Golden Earring ein Jahr der Umbrüche, a year of transition.
    Da gab es zu Beginn des Jahres die erstaunliche Veröffentlichung von On The Double.

    Nach dem Erscheinen bekam die Band einen neuen Schlagzeuger.
    Sieb Warner blieb jedoch kaum ein Jahr, da die Band mit seinen Leistungen aus verschiedenen Gründen unzufrieden war.

    Ende des Jahres veröffentlicht, brachte Eight Miles High erneut eine stilistische Wandlung.
    Die Band war nun endgültig im Rockzeitalter angekommen. Man wollte höher hinaus (8 Meilen hoch ?), hatte neue Ziele ....

    Schon das Albumcover deutet dies an.
    Wurden bisher mehr oder weniger langweilige Bandportraits verwendet, bietet diese LP ein für mich symbolträchtiges Cover.
    Zwei Hände, die sich nach einem goldenen Ring strecken. Auf mich wirkte das immer wie das Greifen nach dem goldenen Gral.


    Landing 4:27
    Song Of A Devil's Servant 6:00
    One Huge Road 3:04
    Everday's Torture 5:19
    Eight Miles High 19:00


    "Landing", eine Komposition von Bassist Rinus Gerritsen, eröffnete die LP.
    Gelandet. Gelandet im Rock und in der Erfolgsspur.

    Massive Orgelklänge bestimmen den Charakter dieses Stücks, das deutlich in Richtung Hardrock geht.
    Schrieb Mellow nicht etwas von Spannungsbögen ? Ein solcher ist auch auf diesem Stück zu finden.
    Orgeltapser, ein gehauchter Seufzer, wieder geheimnisvolle Orgelakkorde... und dann geht's los.
    Auch dieser Song ist ein uralter, lieb gewonnener Bekannter für mich, weil er ebenfalls auf meiner allerersten Earring-LP (The Greatest Rock Sensation) vorhanden war. Hat bis heute nichts eingebüßt.

    In eine ähnliche Kerbe wie der Opener hauen auch die Titel "One Huge Road"
    - ein knochentrockener, riffbasierte Rocker -
    und "Everyday's Torture", das etwas bluesiger ist und wieder mit Orgelklängen aufwartet.
    Diese Songs finde ich im Vergleich zu Bands wie Deep Purple oder Atomic Rooster keinen Deut schlechter.
    Hay demonstriert insbesondere auf Track 1 und 4 eindrucksvoll seine stimmlichen Qualitäten.

    Wenn ich bedenke, dass die Gruppe kaum ein Jahr zuvor noch wohlklingende, vom Beat und Folk beeinfluste Popsongs veröffentlichte, finde ich diese Veränderung enorm.


    Obwohl Golden Earring im Grunde fast immer ein klassischer Vierer war, verstand es die Band immer, weitere Instrumente in ihren Sound einzubinden. Da gab es nicht nur die Flöte von Teilzeitrhythmusgitarrist und Sänger Barry Hay.
    Es waren auch die Orgel- oder Pianoklänge, die von Bassmann Rinus, zum Teil auch von Gastmusikern, beigesteuert wurden.
    Prägende Saxofonklänge oder ganze Bläsersätze verliehen dem einen oder anderen Song immer wieder eine besondere Note.
    Auch von ausladenden Streicherarrangements machte die Band immer wieder Gebrauch.


    Das zweite Stück, "Song Of A Devil's Servant", hatte die Band bereits auf dem Vorgängeralbum präsentiert.
    Doch welch ein Unterschied auf der neuen Version.
    Deutlich länger als das Original, deutlich verspielter (im ersten Teil) und härter, flippiger (im zweiten Teil).
    Ein langes, exotisch anmutendes, instrumentales Intro, das von Flöte und indischer Percussion geprägt ist, geht über in ein kleines Gitarrensolo.
    Das Ganze dauert fast 3 Minuten, bevor der Gesang einsetzt. Spannungsbogen ? Spannungsbogen !
    Das Intro, das ganz leise beginnt und sich immer weiter steigert, hatte für mich immer etwas geheimnisvolles.


    "One Huge Road" wurde zum Prototyp für weitere druckvolle Songs wie "Back Home" oder "Avalanche Love".

    Was Golden Earring von anderen Bands ähnlicher Richtung unterschied, wird auf "One Huge Road" deutlich.
    Trotz Hardrock hat klingt der Song melodiös, was vornehmlich durch den 2-stimmigen Gesang im Refrain bewirkt wird.
    Denn neben dem hauptamtlichen Sänger Barry Hay sang Gitarrist George Kooymans nicht nur Background.
    Eine ganze Reihe von Songs hat er alleine gesungen, mit einer Stimme, die im Vergleich zu Hay in deutlich höheren Tonlagen angesiedelt ist, dafür etwas dünner klingt und den geringeren Stimmunfang hat.
    Beide zusammen ergänzen sich wunderbar... der zweistimmige Gesang sollte zu einem weiteren Markenzeichen der Band werden.

    Wenn wundert's da, dass bei diesen Zutaten - melodiöser Hardrock und prächtig miteinander harmonierende Stimmen - die Band zu einem meiner ganz großen Favoritenwurde ?


    Signifikant für den stilistischen Wechsel war auch die Bearbeitung des Byrdsklassikers "Eight Miles High".
    Das Stück nahm die komplette Seite 2 ein.

    In jenen Jahren waren solche Monstertracks keine Seltenheit. Mir gefällt dieses Stück heute nur noch zur Hälfte.
    Die solistischen Einlagen von Schlagzeug und Bass, die nach gut der Hälfte des Songs einsetzen, waren damals sicherlich ungewöhnlich und auch spannend, für mich heutzutage jedoch nur noch langweilig.
    Mir fehlt bei diesem Stück eben die Gnade der frühe(re)n Geburt.

    Aufgrund des Titelstücks hat die Band mindestens eine Fußnote in der Rockgeschichte verdient.
    Der Song blieb auf Jahre hinaus fester Bestandteil im Liverepertoire, auch wenn im Laufe der Zeit immer kürzere Versionen präsentiert wurden. 1977 war man schon bei gut 10 Minuten angekommen, wie auf der LP Live (1977) festzustellen ist. Doch ich will nicht vorgreifen.

    Das waren The Golden Earring

    Sieb Warner - dr
    Rinus Gerritsen - b, keys
    Barry Hay- voc, g, fl
    George Kooymans - g, voc
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  8. #38
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    Standard AW: Golden Earring

    Das war schätzungsweise meine erste Original-LP von GOLDEN EARRING und eigentlich nicht das was ich erwartet hatte. Mit EIGHT MILES HIGH habe ich so meine Mühe, bis heute eigentlich, vor allem mit der 19minütigen B-Seite. Die Nummer geht bei mir eben nicht rein ins Ohr. Dasselbe Problem habe ich allerdings auch mit der Byrds-Version auf "Untitled", dort drauf gibt es viel eingängigere Songs. Überall hiess es damals wie heute es sei DIE Übernummer der Holländer, zumindest bis "Radar Love". Mich machte das immer ein wenig betroffen, ich dachte ich ticke nicht richtig weil ich da diese Input-Probleme hatte. Okay... irgendwo bei Lauf-Minute No. 8 herum tackert das mal nicht schlecht, aber dann kommt auch schon dieses 08/15-Drumsolo... okay... das Bass-Solo gibts auch noch, aber siehe dazu nachfolgend die Bemerkungen zu Black Sabbath.

    Die 4 Tracks auf der A-Seite funktionieren obwohl es nicht dieser luftige Stil ist den die Band doch eben gerade erfunden hatte, im Grunde genommen sind sie mir zu düster und schwer.

    Aufgenommen wurde die Platte im Spätsommer '69 in den Olympic Sound Studios in London.
    Und wisst ihr was?
    Ich könnte schwören ein gewisser Tony Iommi sass da im Studio B und drückte seine Lauscher gegen die Wand. Anders kann ich mir nicht erklären weshalb bei Black Sabbath kurze Zeit nach Erscheinen von EIGHT MILES HIGH ebenfalls solch dunkle Riffs wie bei "Everyday`s Torture" aufs Aufnahmetape gemeisselt wurden. Merke also: BS stammen in erster Linie von GOLDEN EARRING ab.

    Geändert von Mellow (17.04.2009 um 20:09 Uhr)

  9. #39
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    Standard AW: Golden Earring

    Zwischengedanke.

    Gerade GOLDEN EARRING sind ein Chamäleon, die waren vor allem in ihrer frühen Phase fähig, von einer Platte zur nächsten komplett die Farbe zu wechseln. Bewundernswert und mutig, heutzutage bei vielen Bands völlig undenkbar denn mittlerweile wird beinahe labormässig ein Sound entworfen dem man sich dann mindestens 10 Jahre lang zu unterwerfen hat. Das ist aber gerade das Spannende bei GOLDEN EARRING, da hört man eine stete Veränderung heraus in ihren Werken...


  10. #40
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    Standard AW: Golden Earring

    Zitat Zitat von Mellow Beitrag anzeigen
    Die 4 Tracks auf der A-Seite funktionieren .... im Grunde genommen sind sie mir zu düster und schwer.
    Ja stimmt - sowohl "Landing" als auch "Everyday's Torture" sind nichts für den gemütlichen Nachmittag auf der Terrasse.

    "Song Of A Devil's Servant" - Lied eines Teufelsdieners... was kann man da erwarten ? Der Song hat eine unheimliche Atmosphäre und ich hatte längere Zeit Probleme damit, als ich ihn auf meiner ersten GE-LP entdeckte. Das Stück habe ich oft übersprungen.

    Und was Black Sabbath betrifft: Als ich jetzt "One Huge Road" erneut hörte, da musste ich beim Basslauf ganz zu Anfang, bevor die Gitarre einsetzt, doch unwillkürlich an "Paranoid" denken. Komisch, nicht wahr ?


    Und das hier ...

    GOLDEN EARRING sind ein Chamäleon, die waren vor allem in ihrer frühen Phase fähig, von einer Platte zur nächsten komplett die Farbe zu wechseln. .... Das ist aber gerade das Spannende bei GOLDEN EARRING, da hört man eine stete Veränderung heraus in ihren Werken...

    ... kann ich komplett unterschreiben

    Geändert von Black Dog (16.04.2009 um 23:15 Uhr)
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