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Thema: Interpol

  1. #1
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    Standard Interpol

    "Police" ist ja schon ein dämlicher Bandname. "Interpol" haben in dieser Hinsicht gleichgezogen.

    Aber nur in dieser Hinsicht.

    Von Interpol kenne ich nur "Turn On The Bright Lights" von 2002, und die ist Klasse! Wenn ein Joy Division Fan diese Platte anhört, dann haut es ihm die Sicherung rauss. Oder Fan der frühen Simple Minds. Oder Cure, "Boys Don't Cry", das sind die Parameter. Früher 80s Powerpop als Kopiervorlage.

    "Turn On The Bright Lights" ist übrigens sehr gut, auch nach hiesigen Massstäben.

    Womöglich

    Oder gibt es da noch was Besseres?
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  2. #2
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    Standard AW: Interpol

    Das war damals etwas aus der Hüfte heraus geschossen von mir, der Beitrag, aber an den begeisterten Reaktionen sehe ich doch, dass ein Nachschlag kein Fehler ist nach dem Motto "Ab nach oben". Fett schwimmt immer oben.

    Wenn man Interpol sagt, dann sollte man auch "Turn On The Bright Lights" sagen. oder Chameleons. Oder Joy Division. oder John Peel.

    Einmal mehr. Der hatte sie 2001 zu den "Sessions" eingeladen und das ist bekanntlich das Sprungbrett, das einen in Insiderkreisen weiterbringt, aber nirgend wo sonst. 2002 folgte "Turn On The Bright Lights".

    Die Band kam aus New York, man wunderte sich über das gepflegte Erscheinungsbild der Band, gerne im Anzug. So neu war es nicht, Erinnerungen an das Outfit britischer Bands so um 63-65 überkamen einen. Und womöglich sollte das beabsichtigt sein.

    Ob nun englisch oder nicht, im Jahre 2002 interessierte das glaub ich keinen mehr, auch hier wirkte die Globalisierung nach. Bestimmte Stile liessen sich nicht mehr verorten. New York konnte in einer Ecke so klingen wie Manchester und Joy Division werden auch nicht mehr alle im Ohr gehabt haben.

    Genau so gut kann man zum Vergleich Fugazi zitieren. Oder Shudder To Think. Oder die Afghan Whigs. Die Screaming Trees. Das waren bekannte Bands der 90s.

    Getragen, bisweilen schweben, bisweilen mehr als schwebend und immer schön. Und doch wieder Rock, wie er niemals untergehen wird, bestenfalls ignoriert. Aber vom Publikum wurde "Turn On The Bright Lights" nicht ignoriert. Interpol wurde ein klein wenig über die Independent Szene hinaus bekannt. Und mir gab die Band eben diese Gewissheit, dass gute Rockmusik immer da sein wird, die ich heute noch habe. Ohne im Labmagen einer Kuh zu wohnen.

    Bis dato veröffentlichte die Band noch drei weitere CDs. Ich kümmere mich.

  3. The Following 4 Users Say Thank You to Sleeper For This Useful Post:

    Black Dog (23.10.2010), Dr. Dunbar (22.10.2010), remo4 (23.10.2010), roberto (21.10.2010)

  4. #3
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    Standard AW: Interpol

    01 - Turn on the Bright Lights (2002)
    02 - Antics (2004)
    03 - Our Love to Admire (2007)
    04 - Interpol (2010)

    Die scheinen eine merkwürdige Veröffentlichungspolitik zu haben, da gibts für verschiedene Länder jeweils verschiedene Stücke als Bonüsse auf den Scheiben, und dann noch verschiedene EPs
    Geändert von roberto (21.10.2010 um 23:39 Uhr)

  5. #4
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    Standard AW: Interpol

    Interessant, dass Du die erwähnst, die werden immer im Zusammenhang mit The National genannt - und die waren ja (in unseren Kreisen ;o)) auch goutiert. Dann wollen wir doch mal...
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  6. #5
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    Standard AW: Interpol

    Mit der kompletten Longplayer Discographie hatte Roberto zum Glück nicht all zu viel Arbeit.

    Was das neueste Werk betrifft, was ich gerade höre, kurz "Interpol" genannt, da bin ich mit mir noch nicht ganz einig. Es scheint nicht nur mir so zu gehen, die Rezensionen in den üblichen Magazinen verwirren eher, als dass sie einem weiterhelfen. Aber meistens ist es mir sowieso egal, wie da geurteilt wird.

    Ich verlasse mich mittlerweile gerne auf mein eigenes Urteilsvermögen, das auf einem kleinen Erfahrungsschatz an gehörter Musik basiert.

    Und es muss eine beträchtliche Erwartungshaltung gegeben haben, die sich seit 2002 kontinuierlich aufgebaut hat, der die Band nicht entsprochen hat. Statt einem Superalbum haben sie nur ein gutes Album angeliefert. Wenn man sich die vorherigen Alben anhört, dann fehlt etwas von der damaligen Opulenz, die sich da entwickelte, sie haben die Farbe etwas rausgenommen.

    Es klingt aber irgendwie unaufgeregt zeitlos. Das fliessende haben sie immer noch, auch Songs können sie noch immer schreiben, die über dem Durchschnitt liegen, auch eignen sie sich nur bedingt für das Formatradio.

    Postpunk, so nichts sagend das klingen mag, ist das Einzige, was mir einfällt, wenn ich einen Bezugspunkt suche. Die Mitte der 80s.

    Unterkühlt, noch kein Permafrost, aber nahe dran. Travis in den Gefrierschrank gestellt, ein paar Nächte lang. Und dann die Unschuld gestohlen.

    Und wer in den 70s nie Bands wie Roxy Music gehört hat, mit so einem eigenartigen Sound, dann braucht man sich das gar nicht erst an zu tun.

    Ich hab jetzt beschlossen, dass mir mir die Scheibe gefällt, dass sie gleich noch einmal läuft. Dass sie reifen wird, weil sie das Potential dazu hat. Bei "Undoing", dem letzten Track, da wurde mir das klar. Das ist kein verschnörkeltes barockes Dorfkirchlein, das sind weite Gewölbe, große Gewölbe in der anbrechenden Dämmerung.

    Nun, ich habe ausgerungen.
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  7. #6
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    Standard AW: Interpol

    Ich hätte die dem Namen nach in der Neuen Deutschen Welle verortet, so wenig sagt mir der Name was. Aber in dieser Ecke hab ich mich auch nie so richtig wohl gefühlt, egal ob Joy Divison oder Afghan Whigs, viele der anderen zitierten Namen sagen mir nichts, nie gehört.
    Unterkühlt liegt mir auch nicht so.
    Wir stellen die Normalität unverzüglich wieder her, sobald wir wissen was eigentlich normal ist.
    BeebleBlox - das Blog

  8. #7
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    Standard AW: Interpol

    Hier, hier.. schrie der kleine Häwwelmann !

    Hier, hier.... schrie der schwatte Kötta
    , als die Band anläßlich der Promotiontour für's Debütalbum auch beim Rockpalast ein Gastspiel (2003) gab.

    Innovativ ist das nicht, was die Band auf dem Erstling abliefert.
    Damals, anno 81-85, gab's in UK eine ganze Latte von Bands, die diesen Sound lieferten.
    Interpol sind Replikanten. Aber was für welche !
    Genialer Zeitsprung ins Jahr 1982 !

    Ich liebe diesen Gitarren-'Wall of Sounds', diesen ganz spezifischen Klang.
    Da wird überhaupt nicht soliert und die Songs drehen sich um wenige Akkorde... und der Sound verändert sich, er schwebt, verändert sich, minimal... baut Stimmung auf.


    Irgendwie komisch, dass eine ganze Latte von US-Bands in den 00er Jahren einen Sound entdeckten, der gut 20 Jahre alt ist und dereinst in UK und Europe anerkannt war. Zumindest in den alternativen Zirkeln.

    Aber hey..... warum sollte ich auf hohem Niveau meckern ?
    Das Debüt ist eine Klasse für sich !

    Die Nachfolger von 2004 und 2007 konnten nicht das Niveau des Erstlings halten.
    2010 erschien eine neue CD.
    Ich muss die mal antesten...
    music was my first love and it will be my last (John Miles)

  9. #8
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    Standard AW: Interpol

    Eine meiner liebsten "neuzeitlichen" Bands... wie auch die Editors, The National, etc. sind Interpol wohl am ehesten kategorisiert, wenn man den (erfundenen) Begriff "Neo-Postpunk" anwendet.

    Klasse Band mit 4 Klasse-Alben, die zwar alle die gleiche Grundhaltung aufweisen, aber irgendwie doch nicht direkt vergleichbar sind und demnach Abwechslung bieten. Die neuste Scheibe "Interpol" ist etwas getragener, aber von unglaublicher Dichte und Druck!

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