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Thema: Deep Purple

  1. #1
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    Standard Deep Purple

    ... updated ...

    Seit 35 Jahren wirft DUNKLES PURPUR seine Schatten auf mich ...


    Weihnachten 1974
    schenkte ich mir Stormbringer, meine erste LP von Deep Purple und meine erste LP überhaupt.
    (Als Zugabe genehmigte ich mir von den Sparks Propaganda)
    Im Jahr zuvor hatte ich bei meinem Kumpel eine Tonbandaufnahme von Made In Japan, Machine Head und Burn gemacht.
    Das Angebot, Concerto For Group And Orchestra ebenfalls aufzunehmen, lehnte ich dankbar ab. Ich war noch nicht reif für diese Art der Musik.


    Anfang 1975
    entdeckte ich, völlig ahnunglos, DP Mk I in Form von The Book Of Taliesyn.
    "Shield" zählt noch immer zu meinen absoluten Lieblingssongs der Band.
    Weitere Erwerbungen in den nächsten Wochen bzw. Monaten waren :
    Fireball (Favoriten waren/sind der Titeltrack, "Fools" und ganz entzückend /fand/finde ich "Anyone's Daughter")
    sowie Shades Of Deep Purple.

    Sommer 1975
    Klassenfahrt nach Köln. Wir hingen auf der Domplatte rum. Plötzlich kam jemand und berichtete von einem Plattenladen, den er ganz in der Nähe entdeckt hätte. Es gäbe dort sogar Deep Puple IN ROCK.
    Eine wilde Diskussion entstand, ob dieses Album gekauft werden kann/soll/muss.
    Mein bester Kumpel, mit dem ich immer in Absprache die LPs kaufte, war Wortführer und meinte, dieses Album sei Krampf... es wäre nur Gitarrengequitsche.
    (Er stand damals mehr auf die Luftschiffer.)
    Ich beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen. Vier Wochen später dröhnten "Child In Time", "Speed King", "Hard Lovin Man" aus meinem Zimmer.
    Ich war froh, nicht auf meinen Kumpel gehört zu haben.


    Weihnachten 1975
    Mein Bruder kaufte Come Taste The Band, ich nahm eine Tonbandkopie. "You Keep On Moving" war und ist mein Favorit.

    Weihnachten 1976
    Mein Bruder kaufte Made In Europe, ich nahm eine Kopie auf Chromdioxyd C90. "You Fool No One" (16 Minuten lang) war mein Favorit.

    In jener Zeit war ich bereits in Richtung Zukunft orientiert.
    Come Taste The Band und Made In Europe betrachtete ich als Vermächtnis. Ich war vielmehr an den neuen Produktionen von Blackmore/Rainbow interessiert.


    1979
    Während eines Besuchs in Hamburg erstand ich Deep Purple (3.Album).
    Ein Reissue, das Klappcover hatte man sich gespart. Ich war von "Chasing Shadows", "Lalena" und "April" begeistert.


    Irgendwann 1980
    Im Radio (Schulfunk !) lief eine Sendung über Deep Purple.
    Es wurden Ausschnitte von Deep Purple In Concert (die BBC-Shows von 70/72) gesendet.
    Unter anderem die megalange Version von "Mandrake Root". Ein paar Wochen später schnappte ich mir die DO-LP In Concert im Saturn in Frankfurt.
    Im Herbst folgte dann noch "Burn", als griechische Pressung aus dem Saturn in Köln.


    1981
    Ich machte meine ersten Erfahrung mit mint, very good, good+, etc.
    Second-Hand-Ware hielt Einzug bei mir, als Student hatte ich nicht die meiste Knete. Per mail-order erwarb ich Machine Head, mein Tonbandmitschnitt war nicht mehr zu gebrauchen.


    1985
    Das Reunion-Album, Perfect Stranger, von Deep Purple war im Herbst zuvor erschienen. Ich konnte mich nicht entscheiden, es zu kaufen.
    Im Sommer dann Rockpalast-Liveübertragung vom Konzert aus Paris.
    Erwartungsfroh hatte ich den Videorecorder programmiert. Das Konzert war eine einzige Enttäuschung. Mountain als Vorprogramm überstand ich noch so gerade, ziemlich ungeduldig.
    Dann kamen sie, doch schon nach den ersten Tönen ahnte ich Übles.
    Schlechter Sound, Ian stimmlich total von der Rolle, stattdessen machte er entertainermäßige Faxen mit dem Publikum. Nette Laserlightshow, ein gutes Solo von Ritchie, in dem er den ollen Beethoven verwurstete, ein langweiliges Solo von Lord, Paicey trommelte auch nicht weltbewegend.
    Die neuen Songs mochte ich nicht besonders, die alten Songs waren eine Katastrophe.
    Aus Protest und Frust beschloss ich, Perfect Strangers (bist heute nicht vertreten) nicht zu kaufen.


    1987
    Gegen Ende des Jahres entdecke ich auf dem Grabbeltisch eines kleinen Schallplattenladens House Of Blue Light.
    Für 5 Mark konnte ich nichts falsch machen. "Bad Attitude" und "Mitzi Dupree" waren ganz okay, aber oft habe ich das Album nicht gehört.
    Der Schock vom Paris-Konzert saß mir damals immer noch in den Knochen.
    Und überhaupt hörte ich zu der Zeit schon wieder ganz andere Musik.


    Um Who Do You Think We Are hatte ich immer einen Bogen gemacht, einen großen Bogen, von Mitte der 70er an.
    Inzwischen hatte ich einen Hardrock-Sampler, auf dem "Woman From Tokyo war", das genügte mir.
    Damit endet meine Vinyl-Geschichte um Deep Purple.


    Die purpurne CD-Epoche begann im Berlin des Jahres 1992.
    Bei Karstadt gab es Made In Japan für 15 Märker.
    1993 folgten Stormbringer, Fireball, Burn, In Rock und Shades Of als CD-Ausgabe. Bei Slaves And Masters konnte ich auch nicht wiederstehen. Dazu noch Knocking At Your Back Door (Live/Studio-Compilation).
    Ich hatte meinen Frieden mit der 80er-Jahre-Ausgabe von Deep Purple gemacht.
    "Perfect Strangers" und "Knocking At Your Back Door" sind wirklich gut.
    1995 gönnte ich mir die 25th Anniversary-Edition von In Rock, die andere CD vermachte ich meinem Bruder.


    1996
    Deep Purple, die Dritte...
    Das Jahr begann mit On The Wings Of a Russian Foxbat.
    (Livemitschnitt von US-Konzerten der Mk-IV-Ausgabe mit Tommy Bolin)
    Auf den Schwanengesang von Ritchie (The Battle Rages On, 1993) hatte ich großzügig verzichtet.

    Purpendicular musste einfach sein. Ich habe es bis heute nicht bereut. Auch nicht das Konzert im Herbst desselben Jahres in Heidelberg. Mein erster wirklicher Live-Event mit den Helden meiner Jugend.
    In den 80er Jahren wollte ich nicht, in den 70er Jahren konnte ich Purple nicht sehen, ich war zu arm und zu klein. ;)
    Es folgten Konzerte mit Blackmore's Night
    (Ritchie in mittelalterlichem Gewand rockt "Smoke on The Water" !)
    und Jon Lord solo.
    Abandon von 1998 musste ich nicht haben. Ich hörte schon wieder andere Musik.


    2000
    Deep Purple veröffentlichten Live At The Royal Albert Hall.Eine Neuauflage ihres '69er Concertos. Plus Songs von Deep Purple als Band und solo.
    Logisch, dass ich mir dieses Live-Erlebnis nicht entgehen ließ. Zunächst als Konserve. Später als Live-Event.
    U.a. mit Ronnie Dio, Miller Anderson und Sam Brown als Gästen.
    Es war beeindruckend.



    Zu Weihnachten gönnte ich mir mal wieder etwas.
    Die remasterten und erweiterten Versionen von Book Of Taliesyn und Deep Purple.


    2003
    Bananas oder nicht Bananas, das war nun die Frage....
    http://www.rockzirkus.de/forum/showthread.php?t=3831

    Zwei weitere Konzerte folgten.
    Eines fand ich saugut
    (mit Molly Hatchet im Vorprogramm, Stuuuurgaaard 200x ?),
    das andere annehmbar / Strassbourg 2005.
    Zwischendrin erschien Rapture Of The Deep.
    Eine Platte, die ich nicht gekauft hätte. Meine damalige bessere Hälfte, die ich Jahre zuvor mit Blackmore & Lord infiziert hatte, hatte zugeschlagrn.

    Rapture Of The Deep erschien mir merkwürdig saft-, kraft- und farblos, nach dem vielversprechenden, hoffnungsvollen Bananas.

    Die Geschichte von Deep Purple wird für mich niemals enden.
    Es ist meine Signature-Band.
    music was my first love and it will be my last (John Miles)

  2. #2
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    Standard AW: Deep Purple

    Für Anfang 2010 sind Konzerte im norddeutschen Raum angekündigt.
    Ich werde dabei sein.

    Ein neues Album ist auf der Agenda. Ich werde dabei sein.
    Geändert von Black Dog (17.11.2009 um 02:08 Uhr)
    music was my first love and it will be my last (John Miles)

  3. #3
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    Standard AW: Deep Purple

    Das ist auch die Geschichte von Deep Purple, von einem Fan geschrieben, und daher immer wahr. Wenn man mit der Musik lebt, dann erinnert man sich an die merkwürdigsten Dinge. Setzt Massstäbe, so ein Posting.

    Wenn soviel Herzblut drinsteckt, Hut ab.


  4. #4

    Standard AW: Deep Purple

    Seeeeeehr schön geschrieben!

    Dass Du Dir nach all diesen Jahren genau merken konntest, wo und wann Du welche Platte gekauft hast, beeindruckt mich!

  5. #5
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    Standard AW: Deep Purple

    @ BlackDeep äähh Dog,

    Interessant UND anregend geschrieben. Da fallen mir doch auch gleich einige Erlebnisse zuundmit entsprechenden Artisten ein.

    Für mich sind derartige Beschreibungen (um nicht zu sagen "Bekenntnisse") ein vielfaches mehr wert als manche abgebrühten (und scheinbar intellektuell fundierten) Kritiken, da sie viel über eine Musik, die Artisten und natürlich auch den Schreiber als Menschen aussagen.

    Geändert von roberto (17.11.2009 um 09:40 Uhr)

  6. #6
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    Standard AW: Deep Purple

    Zitat Zitat von TMBlues Beitrag anzeigen
    Dass Du Dir nach all diesen Jahren genau merken konntest, wo und wann Du welche Platte gekauft hast, beeindruckt mich!
    Das gilt nur für die Sachen aus den 70er und 80er Jahren.

    Ich will nicht besser erscheinen als ich bin. Bei der einen oder anderen Platte aus den 90ern hat meine Datenbank ausgeholfen.
    music was my first love and it will be my last (John Miles)

  7. #7
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    Standard AW: Deep Purple

    Zitat Zitat von Sleeper Beitrag anzeigen
    Wenn man mit der Musik lebt, dann erinnert man sich an die merkwürdigsten Dinge.
    Das stimmt so.
    Deep Purple teilt sich auf meiner persönlichen BandFavoritenliste "nur" Platz zwei (zusammen mit Golden Earring und Wishbone Ash). Gleichzeitig hat mich diese Band tatsächlich seit 35 Jahren begleitet. Die anderen drei Bands waren während bestimmter Jahre schwerpunktmäßig angesagt, aber es gab auch Phasen, da spielten sie nur eine untergeordnete Rolle.

    Die erste Liebe stirbt eben nie.
    music was my first love and it will be my last (John Miles)

  8. #8
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    Standard AW: Deep Purple

    ... und was ist mit Led Zeppelin?

  9. #9
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    Standard AW: Deep Purple

    Die belegen in meiner BandFavoritenliste Platz 1.

    Led Zeppelin als Band haben mich allerdings nie konstant begleitet.
    Ging auch gar nicht, da die Bandgeschichte schon 1980 endete.

    In den 70ern hatte ich erste Berührungspunkte mit der Band, kaufte die ersten LPs. Anfang der 80er war erst mal Schluss mit weiteren Erwerbungen, ich besaß zu jener Zeit nur ungefähr die Hälfte des Outputs.
    Gehört habe ich damals mehr Deep Purple als Led Zeppelin.
    Als das CD-Zeitalter anbrach, habe ich mir auf einen Schlag alle Studioalben, in Form der beiden Boxsets, angeschafft. Erst zu jenem Zeitpunkt eroberte Led Zeppelin bei mir Platz 1 und verdrängte Deep Purple.

    Aber das war's dann auch schon mit der Begleitung. Led Zeppelin war ein Schatz im Archiv, es gab keine Bewegung mehr, bis auf die Konzert-DVD, die ich vor wenigen Jahren geschenkt bekam. Ich zehrte von Erinnerungen, von einem Konzertbesuch ganz zu schweigen.

    Deep Purple waren jedoch immer gegenwärtig und lebendig (bis auf die Endziebziger und frühen 80er). Aber in jener Zeit gab's ja Rainbow.
    music was my first love and it will be my last (John Miles)

  10. #10
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    Standard Deep Purple - The Battle Rages On

    Prolog:

    Die Anfänge der Band muten an wie ein Castingprojekt, initiiert von Chris Curtis (ex-Searchers). Zunächst wurde die Band populär mit interessanten Coverversionen (Hush - Hey Joe - Help - I´m So Glad - Kentucky Woman - River Deep, Mountain High - Lalena) und durch Lord´s Flirterei mit der klassischen Musik.

    Nach knapp zwei Jahren und drei Studioalben erfolgte ein radikaler Stilwechsel, mit neuem Sänger (I. Gillan) und Bassist (R. Glover), der, glaubt man der Legende, das zentrale Riff von "Smoke On The Water" erfand.

    Blackmore, Gillan, Glover, Lord, Paice (Mk II) eroberten in knapp vier Jahren die Spitze des Hardrockolymp. Danach ging es bergab. Nicht unbedingt künstlerisch, die Band produzierte immer noch interessante Alben. Doch die Hardrockherrlichkeit schwand und auch der Erfolg.

    Blackmore gab 1975 Fersengeld, kaum ein Jahr nach seinem Ausstieg implodierte die Gruppe.

    Acht Jahre später gab es eine Reunion der legendären MK II-Besetzung.
    Die Ergebnisse waren aus meiner Sicht durchwachsen, milde ausgedrückt. Obgleich kommerziell sehr erfolgreich.

    Ein komplett desaströses Konzert in Paris, übertragen 1985 vom Rockpalast anlässlich der Reunion, führte dazu, dass ich danach die Band mehr oder weniger ignorierte.


    Und so geschah es, dass ich mich für dieses hervorragende Album, in der Tradition der Klassiker aus den 70er Jahren, gleichzeitig mit zeitgemäßem Sound, erst in diesem Jahrtausend interessierte.

    Lange übersehen. Eine DZSK fristete über Jahre ein Schattendasein.
    Angefixt durch die diesjährige Veröffentlichung, beschloss ich, die Lücken in meinem Bestand zu füllen. In diesem Frühjahr ist THE BATTLE RAGES ON endlich als Original zu mir nach Hause gekommen.

    Keine Balladen, kein Funk, kein Blues, keine Experimente.
    Nur schnörkelloser Hardrock, sehr riffbetont. Blackmore at its best.
    Mit einigen nonchalanten Neuerungen.
    Titeltrack: arabische Einflüsse
    Monstertrack Anya: spanisch anmutendes Intro, das Blackmore´s spätere Leidenschaft vorwegnimmt.
    "A Twist in the Tale" - Die Band wurde oft als HM-Pionier bezeichnet.
    Dieser Track ist ein Beleg und meines Erachtens geichwertig mit "Black Night" oder "Fireball".

    Epilog:
    Geplant war, dass die "Schlacht" ( i.e. Bandgeschichte) weiter gehen sollte.
    Doch Blackmore und sein Intimfeind Gillan kamen nicht miteinander aus.
    Vier Monate nach der Albumveröffentlichung schmiss Blackmore während einer Tournee die Brocken endgültig hin.
    music was my first love and it will be my last (John Miles)

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