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Thema: Club 27

  1. #21
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    Standard AW: Club 27

    In Ergänzung zu Robertos Beitrag: Es gibt in der Psychologie eine Theorie zu zwei bedeutenden Einschnitten im Leben der männlichen Hälfte der Bevölkerung:
    Einmal um die Mitte der 20 und einmal sehr eng bei 42 Lebensjahren:

    Die Hochleistungsphase eines Menschen liegt zwischen 20 und 30, ebbt also ab etwa 25 ab, Nichtsportler erleben körperlich und geistig Abbauerscheinungen (das 30er Fett droht!);
    mancher beginnt in dieser Zeit zu joggen oder Fitness-center zu entdecken, um gegenzuwirken.

    Das Phänomen spätpubertierender angry young men (sollte bei etwa 21 vorbei sein) leistet nun in dieser Hinsicht einen Bärendienst: Wer diese aym-Phase über die schöpferischen Frühzwanziger hinaus verlängert hat, stürzt bei 27/28 Jahren in ein besonders tiefes Tal: Sinnkrise, weil das Schicksal des "Berufsjugendlichen" droht - you can't do that on stage anymore - einige schaffen es, sich emotional auszuklinken und die Sache als Geschäft (Kommerzvorwurf droht und muss ertragen werden können; siehe Stones) weiterzuführen. Die aber, die es naiv-ehrlich meinten, probieren entweder Weiterentwicklung und überfordern- oder verabschieden sich. (Morrison wollte als Autor, Joplin als Mutter, Hendrix als Soulbrother Anerkennung finden).

    Schnitt.

    Außerdem könnte man bei dem Thema Club 27 auch noch auf den ollen Goethe verweisen, der mit den "Leiden des Werther" eine Art Suizidwelle bewirkte way back im 18.Jh. und ganz ohne Rock&Roll.
    Geändert von bludgeon (29.12.2009 um 14:39 Uhr)

  2. The Following 3 Users Say Thank You to bludgeon For This Useful Post:

    derdude (29.12.2009), Knut (29.12.2009), remo4 (29.12.2009)

  3. #22
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    Standard AW: Club 27

    Zitat Zitat von bludgeon
    zwei bedeutenden Einschnitten im Leben der männlichen Hälfte der Bevölkerung:
    Einmal um die Mitte der 20 und einmal sehr eng bei 42 Lebensjahren
    ich sag mal: stimmt. stimmt haargenau - 25 und 42. präzise.

    wie wechselt man nun in die andere hälfte der männlichen bevölkerung?
    Geändert von derdude (29.12.2009 um 16:22 Uhr)
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  4. #23
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    Standard AW: Club 27

    das würde ich gar nicht empfehlen wollen, weil die von der Schöpfung mit Frigidität und/oder Wechseljahren mehr als genug Ausgleichsdefizite angehängt bekamen.

  5. #24
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    Standard AW: Club 27

    ach so, ich dachte der anderen hälfte geht es gut

    gibt's da einen buch/literaturtipp dazu?
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  6. #25
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    Standard AW: Club 27

    Kaum ist man ein paar Stunden nicht hier, schon geht die Diskussion los

    Mehr wollte ich doch nicht. Und ob 27 - oder 25 oder 26 ist doch völlig egal. @roberto hat es doch aufgezeigt, der Sieben Jahre Rhytmus - den ich mir schon zu eigen mache - hält es auch nicht ganz so genau. Und dann kämen noch eine Menge Musiker mehr hinzu, habe ja noch einige aufgezählt wie z.B.Buckley, Parsons etc.

    So haben sich einige in einer bestimmten Phase des Lebens verabschiedet, bewußt oder unbewußt, wie @bludgeon richtig anmerkte.

    Das diese Leute, in unserem Fall Musiker, in einer Gruppe mit dem Namen "Club" zusammen gefasst werden, ist Effekthascherei. Hätte man auch anders nennen können, wenn überhaupt. Wichtig ist das Phänomen, oder ist es keins?

    Bin allerdings davon überzeugt, daß einige der Musiker Aufgaben übernommen haben - die sich andere nicht trauten. Und dann überfordert waren oder ausgepowert waren. Aber das ist ein anders -nicht unspannendes -Thema.

    Der Gedanke von @tmblues, daß Cobain sich umbrachte um Mitglied des Clubs und somit unsterblich zu werden, halte ich für nicht abwegig. Trotzdem beknackt.

    @blackdog Woher kommt dein Verständniss, daß dieses Thema für mich eine Faszination ausübt?

  7. #26
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    Standard AW: Club 27

    Zitat Zitat von Knut Beitrag anzeigen
    @blackdog Woher kommt dein Verständniss, daß dieses Thema für mich eine Faszination ausübt?
    Gefühlt. Im Angesicht dieses Themas gefühlt.
    Ich glaube, ich habe ein Temperament für dich entwickelt.
    Daher ist so was nicht so besonders schwer. Du bist ein ziemlich offener Charakter. Das ist gut so !

    Babe Ruth ist eine ziemlich offene Band, ziemlich geradeaus, ohne schwierig wirken zu wollen.
    Es gibt eine Hand voll Charaktere, deren Schreibe ich gut nachvolllziehen kann.
    Du gehörst dazu.
    Und obwohl ich jene Schreibe gut nachvollziehen kann, bin ich doch meistens inkompetent, wenn es um kompetente Antworten geht....

    Ich glaube, du könntest DICH hier, mit einem einzigen Satz, zu einem Dutzend Bands indirekt benennen und bekennen.
    Ich könnte nicht mal zur Hälfte deinen Namen benennen.







    Babe Ruth ist einerseits ein schwieriges Album, ein Übergangsalbum.
    Die Songs treiben es auf die Spitze. Entscheidungen sind gefragt.
    Wenig Raum für Kompromisse.
    music was my first love and it will be my last (John Miles)

  8. #27
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    Standard AW: Club 27

    Black Dog hat weiter oben das für mich stimmigste Posting abgeliefert, in dem er sich die Namensliste mal genauer angeschaut hat.

    Kennt jemand "History Repeats Itself" von Cab Calloway? Da werden Parallelen gezogen zwischen Abraham Lincoln und John F. Kennedy (beide von hinten erschossen, gleich langer Nachname etc), dass es nur so pfeift.

    Homer & Jethro (Canvey müßte das kennen) bringen den Song als "Great Men Repeat Themselves". Da werden genauso überzeugend Lyndon B. Johnson und Batman verglichen (Gleiche Augenfarbe, Gotham City und Washington haben gleich viele Buchstaben....).

    Genauso überzeugend berechnen die Zeugen Jehovas den Weltuntergang und genauso überzeugen weissen sie dann wieder Rechenfehler nach, kein Wunder, bei solch komplexer Arithmetik.

    Man kann zwischen allem und jedem einen Zusammenhang herstellen, wenn man das nur will und energisch genug betreibt. Und dann hat man einen Beweis. Nicht ganz so eindeutig wie dieser
    wewewe.scienceblogs.de/weitergen/2008/11/eindeutige-gottesbeweise-aufgetaucht.php
    Geändert von remo4 (29.12.2009 um 21:21 Uhr)

  9. #28
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    Standard AW: Club 27

    Zitat Zitat von derdude Beitrag anzeigen
    gibt's da einen buch/literaturtipp dazu?
    Bestimmt, aber ich kenne ihn nicht. Mein Wissen dazu stammt aus unterschiedlichen Zufallsquellen, die sich mit Jugendgewalt ("die bösen jungen Männer" hieß mal ein sehr guter ZEIT-Artikel über das Hooliganphänomen und den Softiewahn im Vergleich zu Initationsriten bei afrikanischen Stämmen), künstlerischen Krisen und runden Todestagsjubiläen befassten.

    Da fällt mir zu Cobain noch ein, dass ich anläßlich irgendeines Todestages mal gelesen hab, dass bei ihm die Überforderung folgendermaßen zustande kam:

    1. Ungewollt in diese Grunge-Flaggschiffrolle geraten zu sein;
    2. nach Nevermind unzufrieden mit den eigenen Nachfolgewerken gewesen zu sein, auch von der Plattenfirma in der bekannten idiotischen Weise unter Erfolgsdruck gesetzt worden zu sein, weil Inzesticide nicht Nevermind übertraf und einfaches Erreichen von Gold- oder Platinstatus nicht mehr reichte;
    3. sich von Drogen Schöpfertum versprochen zu haben;
    4. Vaterrolle dann auch noch -

    und 5. somit Dauerkleinkrieg mit der Verwandschaft, die ihm versuchte, die Vaterverantwortung klar zumachen "Soll die Kleine euch beim Drücken und Koksen zusehen? Denkt doch an das Kind!" - woraus folgt: Vaterfigur (ohne selbst ein taugliches Vorbild dafür in der eigenen Kindheit erlebt zu haben) und Jugendidol mit sich abzeichnender Schreibblockade = Peng!

    Den hat es in jeder Hinsicht richtig zerrissen.

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