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Thema: Amphyrite - Amphyrite

  1. #1
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    Standard Amphyrite - Amphyrite

    Nervöse Akademiker? Hätte diese Rezension eine Überschrift, dann wäre solch eine Beschreigung am Treffendsten. Amphyrite waren ein französisches Trio in der klassischen Besetzung Gitarre, Bass und Schlagzeug. Das gleichnamige Album wurde 1973 veröffentlicht und wenn man dem Internet glauben darf, hat es einen guten Ruf als psychedelisches Acid Fuzz Album. Damals wurden nur 200 Exemplare gepresst und später auf Vinyl in einer Auflage von 500 Stück wieder veröffentlicht. Nun, als psychedelisch würde ich die Musik nicht beschreiben. Viel zu hektisch und unruhig geht es daher. Die Musik ist kein langer ruhiger Fluss, eher ein Wildbach mit vielen Klippen, Ecken und Gefahren. Die Musik strahlt eine ungemeine Nervosität aus mit einer unterschwelligen Aggressivität, die kaum in die damalige Zeit passt. Da ist nichts meditatives, obwohl die Musik instrumental daherkommt. Man kann sich nicht treiben lassen, die Songs nehmen einen nicht mit auf eine imaginäre Reise. Eher wird man mit Klängen, mit einem Trip konfrontiert, man muss sich intensiv mit ihnen auseinandersetzen. Dann erfasst man zumindest teilweise, was hier geschieht.
    Akademiker? Ja, denn hier wird Virtuosität gezeigt, aber nicht penetrant, oberlehrerhaft, sondern eher subtil. Man sitzt mit offenem Mund vor den Boxen und wundert sich, was denn da geschieht. Zudem schlägt die Musik Haken, plötzlich wird es sogar lustig, wenn aus dem heitern Himmel ein Dreiviertel-Takt zu hören ist und man sich unversehens auf einem Tingeltangeljahrmarkt wieder findet. Solche Gags werden aber nicht zu Tode ausgewalzt. Ehe man sich versieht ist man wieder im nervösen Strudel der Musik eingetaucht.
    Kritikpunkte gibt es wenige. Es gibt einige Längen, besonders auf der Seite 2, wenn ein, meiner Meinung nach, überflüssiges Schlagzeugsolo endlos lang gezogen wird. (Es ist gar nicht so lang, es kommt einem aber so vor.)
    Die Gitarre dominiert die Musik, wie zu erwarten war. Aber der Gitarrist ist einfallsreich genug, um Langeweile zu vermeiden und die anderen Instrumente nur als Mittel zum Zweck zu degradieren. In den Soli steckt genügend Energie und auch Aggressivität, um den Hörer immer wieder aufhorchen zu lassen. Das kratzt, eckt an und jegliche Harmonieduseligkeit ist schnell dahin.
    Mich hat das Album wirklich überrascht. Schade, dass es das einzige von Amphyrite geblieben ist.
    Norbert Sonderfeld
    VORSICHT: Dieser Beitrag enthält überholte Floskeln, unfähige Kommunikationsversuche und sinnlos nachgeplapperte Lobhudeleien.
    Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie Ihren Arzt oder Apotheker.
    www.sonderfeld.com

  2. Die folgenden Forenmitglieder sagen zu Paddington vielen Dank für diesen Beitrag:

    Jersch (22.01.2010)

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