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Thema: 2000 bis heute, was gab es für dich an musikalischen Entdeckungen?

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  1. #16
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    Standard AW: 2000 bis heute, was gab es für dich an musikalischen Entdeckungen?

    Die 2000er unterscheiden sich von den 90ern (Kataloge, Musikzeitschriften) und den 80ern (erste Eindrücke durchs Radio, Plattenläden) vor allem dadurch, daß mir das Internet und die richtigen Seiten dort es ermöglichten, direkt nach den CDs zu suchen, auf denen meine Lieblingsmusiker mitspielen.

    Als Datenbank war da vor allem allmusic.com sehr hilfreich. Dort erfuhr ich doch tatsächlich über Scheiben von Lieblingskünstlern oder -produzenten, über die ich vorher noch nie etwas gehört oder gelesen hatte.
    Und dann kam in den 00ern der große Boom der unabhängigen Künstler, die ihre CDs über ihre eigenen Webseiten verkaufen. Leider ist diese Unabhängigkeit dank iPod und iTunes wieder abgeflaut - und die Soundqualität gleich mit.

    So bin ich also durch das Web zu meinem eigenen A&R-Man geworden (wenn ich das nicht auch schon vorher war).
    Aber hier soll es ja um musikalische Entdeckungen gehen ... chronologisch

    1) die schwedische Rock N Roll Band The Refreshments wurden für mich interessant, nachdem ich Hörproben von einem ihrer Alben vernahm. (Die 30 sec Schnipsel sind eine weitere wichtige allgemeine Entwicklung der 2000er; leider kann man jetzt im Plattenladen auch nicht mehr länger als 30 sec in die Songs reinhören; schade)
    Billy Bremner von Rockpile produzierte und spielte auf 2 Alben dieser Gruppe, und sie hielten auch nach Bremners Abschied eine Weile ihr hohes Niveau. Nachdem sie Mitte der 2000er das Homestudio dem bewährten Studio vorzogen und ihre Weihnachtsplatte (berechtigt) Platin gewann in Schweden, flaute das Niveau aber etwas ab. Trotzdem haben sie sich mit ihrer neuesten Scheibe wieder aus diesem Zwischentief erholt.
    Anspieltips: "Hollywood Women", "Miss You Miss Belinda", "Stalking the Flock", "Supreme Queen Of Southern Charm", "Silverstring", "One To Ten", "New Kinda Girl", "Easy To Pick Up Hard To Put Down", "55 Ford", "High On You", "I Would If I Could", "Beats Me", "Don't Go With the Flow", "A Guy Like That", "Stubborn Heart", "Buckle Up", "Those Were the Days", "What A Way To Go", "Twilight Till Dawn", "Just Like Jerry Lee", "They Don't Pay Me Enough", "Wheel Of Misfortune", "Central Cafe" (uvm. ... diese Auswahl hier war nur ein unvollständiges Brainstorming)

    2) dank der vielen Gastauftritte (incl. Michael Ward von John Hiatt's Guilty Dogs, Danny Kortchmar, etc.) auf ihrem Album "Longplay 33 1/3" kam ich auf die Gruppe Buffalo Nickel, die Band des Sängers Gary Stier. Später reüssierten die Jungs ohne Stier und mit einem neuen zweiten Gitarristen als Blackberry Smoke, die hier schon Erwähnung gefunden haben.

    3) Beim Durchblättern der Credits des Gitarristen Michael Landau (dessen Gruppe Burning Water mein Lieblingsprojekt von ihm ist) stieß ich auf die japanische Sängerin Mari Iijima, die den den entsprechenden US-Westcoast-Sound liebt. Ihr 2001er Album "Right Now" wartet mit Gastauftritten von Steve Lukather, Mike Porcaro und Simon Phillips auf.

    4) Dank der Website theband.hiof.no habe ich jede Menge neue und gute CDs kennengelernt, auf denen Mitglieder von The Band spielen. Speziell erwähnenswert sind davon "School For Fools" vom ehemaligen Blues Bros Band-Sänger Larry Thurston, "Remedy" die zweite Soloscheibe von Jim Weider mit dem Sänger Randy Ciarlante (beide aus der 90er Band), und vor allem das Howlin' Hill Project um Doug Thomas, Gary McCoy, George Tricomi, Levon Helm und Garth Hudson. Allerdings habe ich über letzteres gelesen, daß die offizielle Website zwar noch existiert, aber keine CDs mehr liefert. Wahrscheinlich haben die sich aber bloß gedacht "Warum selber machen, wenn es cdbaby auch kann?"

    5) Viele der Produktionen eines meiner Lieblingsproduzenten, Howie B, der bekannt wurde durch seine Zusammenarbeit mit Tricky, U2 und Bjork, wurden mir erst durch Internet-Suchanfragen zugänglich. Darunter "Mayonnaise" der Gruppe Mayonnaise (Anspieltips: "Because Of the Weather", "To My Head", "Wild-Eyed Soul", "In Season", "Station To Station", "Last Chance"), "Tender Hooks" von Holly Palmer oder "Drum And Bass Stripped to the Bone" von Sly And Robbie. Leider hat der Mann schon länger kein Soloalbum mehr gemacht.

    6) Mousse T hatte seinen bei mir größten Hit "Is It Cos I'm Cool" in diesem Jahrzehnt. Nachdem ich seine Single mit Tom Jones schon vorher kannte, wurde mir durch diesen Song klar, daß der Mann eine fähige Studioband hat. Ich begann also, mir weitere Produktionen von ihm und seinem charakteristischen Sound anzuschaffen. Leider scheint er einen großen Bekanntheitsgrad einem großen Oeuvre vorzuziehen und hat seit 2004 nur noch vereinzelte Singles produziert, aber nicht mehr in Album-Länge - nicht mal für andere Künstler auf seinem Peppermint Jam Label wie Emma Lanford, James Kakande oder Sharon Phillips.

    7) Durch ihr Album "Another Sweet Mess", das Don Smith produziert hat, und auf dem einige von Tom Pettys Heartbreakers spielen, wurde ich auf die Singer/Songwriterin und Keyboarderin Kirstin Candy aufmerksam. Dieses Album ist eher pop-rockig, während der Nachfolger "La Vie En Rouge" ruhiger und pianobetonter und im Americana-Bereich angesiedelt ist. Ich finde, sie wäre fällig für eine neue CD.

    8) In den 2000ern habe ich auch einen Neuen zu meiner (kurzen) Liste von Lieblingsproduzenten hinzufügen können: Sunny Levine. Erstmalig begegnete mir der Mann als Begleitmusiker auf den Platten von Ry Cooder ("End Of Violence Score Music" wo er als Sunny D in den Credits genannt wird) und dessen Sohn Joachim Cooder (So hat er etwa die CD von dessen Band "Hello Stranger produziert). Seine bekanntesten 2 Produktionen waren für Happy Mondays und Mickey Avalon, die mir aber beide wegen der Headliner nicht gefallen. Sein Soloalbum "Love Rhino" war hier die Initialzündung, um tiefer in das Oeuvre des Produzenten vorzudringen. Da wären zum Beispiel seine Gruppen Maata Haari und Trilambs (beide mit Joachim Cooder) oder seine Produktion für Pete Yorn, "Break Up" zu nennen.

    9) Die Mitglieder der Gruppe Jackshit, Val McCallum, Pete Thomas und Davey Faragher, spielen alle drei auf "American Myth" und "Giving Up the Ghost" des amerkanischen Singer/Songwriters Jackie Greene. Diese beiden Scheiben sind beide sehr gut. Er hat momentan auch eine neue am Start, aber, die habe ich noch nicht gehört. Anspieltips: "I'm So Gone", "When You're Walking Away", "Farewell So Long Goodbye", "Closer To You", "Supersede", "Hollywood", "The Gambler", "Shaken", "Animal", "Downhearted", "Like A Ball And Chain", "Downhearted"

    10) Joey Spampinato von NRBQ spielt inzwischen bei Link Montana & the Rough Riders, deren Album "Joe's" mit Rock N Roll Covern gefüllt ist, und sehr lang ist. Außerdem ist die Band bei youtube zu besichtigen.

    11) Ein weiterer Lieblingsproduzent von mir, Ethan Johns, hat in den 00ern für den mir bis dato unbekannten Schotten Paolo Nutini die CD "Sunny Side Up" produziert, die überraschend gut geworden ist.

    12) Ich habe mich hier an einer chronologischen Aufstellung versucht, aber bestimmt sind mir nicht alle Entdeckungen eingefallen, denn die meisten kann ich zeitlich nicht mehr exakt festmachen.

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    Black Dog (02.08.2010), bludgeon (31.07.2010), Paddington (30.07.2010), remo4 (30.07.2010), silverhammer (03.08.2010), Sleeper (03.08.2010)

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