Also, ich bin ja in dem Nest hier gross geworden. Was waren wir Jungs froh, wenns endlich Frühjahr wurde und auf den Bächen dort drunten im Wiesengrund das
Eis brach und wir endlich die Angeln ausm Schuppen holen konnten und dann sind wir auf Schleien und kleine Barsche gegangen . . Und im Sommer kam jedes Jahr
wieder der fahle Jim Youlden aus Halesworth mit seinem Traktor vorbei, der hatte hinten dran sonen Aufbau, weisst du, wo die heute ihren Überrollbügel hatten, so nen
Aufbau hatte der, das warne Bandsäge, da hielt der gerade hier gegenüber am Anger und sägte gegen Lohn den Bauern hier ihr Holz für den kommenden Winter.
Auch den paar Angestellten, die hier in der kleinen Fabrik arbeiteten, die hatten ja nix in den Muckis, verstehst du. Die Arbeiter, die hackten ihr Holz, akkurat in kleinen Scheiten,
die sie in ihren Ställchen aufschichteten. Sei doch mal ruhig, Jack!
Na und im August kochten die alten Weiber im kupfernen Waschkessel das Pflaumenmus, das muss 3 Tage und Nächte ununterbrochen gerührt werden und dass den
alten Frauen die Arme dabei nicht einschliefen, da wechselten die sich ab. Aber so müde die manchmal auch waren, die schwätzten und schwabbelten tagelang. Da sind wir einmal
drüben in die Waschküche von dem Wilburn, der lebt ja nun auch seit Jahren nicht mehr, da hatten wir dummen Schlingel von unten den Kessel nachgeheizt und die Alten haben
nichts mitgekriegt so waren die am schwätzen, nachdem sie sich über Kathys Geistermärchen entsetzlich erschrocken hatten. Und dann gabs ein Mordsgeschrei weils plötzlich so
sehr im Kessel dampfte und das Mus zu kochen anfing und der olle Wilburn ist uns mit der Mistgabel nach.
Iss ja gut, alter Junge, die Pfeife ist eh gleich aus.
Naja und dann um diese Zeit im Oktober kam dann der Krautschneider, ging von Hof zu Hof und schnitt den Bauern hier das Kraut, das die Frauen dann einlegten – das weiss ja
heute keiner mehr; klar gabs hier jede Menge Kraut zu essen, das wird gerne vergessen, denn nachher im ersten Krieg wurden die verdammten Deutschen zu den Krauts, die
sie heute noch sind und da gabs tatsächlich Leute hier, die lieber Kohldampf schoben (woher kommt dieses Wort eigentlich?) als den verdammten Kohl zu essen.
So verging das Jahr und hatte seinen eigenen Rhythmus hier bei uns. Dauernd war was los, dauernd musste man rackern. Und die schweren Pferde waren der Stolz jedes Bauern.
An Kirchweih wurde die geschmückt und das schönste Kaltblut wurde gekürt und sein Besitzer konnte sich zwei Tage lang umsonst die Kanne geben.
Für euch jungen Leute wollten wir ja, dass das alles mal einfacher werden soll, das war manchmal ganz schön hart hier und am Ende hattest du nicht mal nen Schilling,
um im „Postillion und Hufeisen“ nen Pint und nen Gin zu nehmen am Sonntag nach der Kirche. Brr, steh doch mal ruhig, alter Junge.
Ich mag diese Jahreszeit im Oktober am liebsten, wenns morgens so richtig nassfeucht aus den Feldern aufsteigt, die letzten Äcker sind gepflügt für die Winteraussaat,
die Geräte werden überholt und der Winter mit seinen harten Winden fegt noch nicht übers Land. Es wird schon früher dunkel aber an einem sonnigen Tag leuchtet
das bunte Laub und erhellt dir deine Seele für die langen Wintertage.
Der alte Jack hier, der mag den Winter auch nicht gerne, der geht lieber raus und arbeitet so wie ers schon sein langes Leben lang getan, nicht wahr, Jack.
Er ist das letzte Kaltblut hier im Dorf, ein Shire, schau mal, er spürt, dass wir von ihm reden, der hat ein Stockmass von 6ft.3Zoll. Hey, und ich bin ein
Mann von aufrechten 6ft und ich wiege 1stone 5lb, aber gegen Jack bin geradezu ein Männchen. So, ich muss jetzt aber weiter, ich will noch mal sehen, ob die
Kühe noch einige Nächte draussen bleiben können. Jack braucht auch noch seinen kleinen Ausritt am Abend. Vielleicht treffen wir uns ja nachher noch mal im „Postillion und Hufeisen“.
Dann singen wir gemeinsam das Lied von den stolzen englischen Pferden – von den Kaltblütern . . . .
Hüü Jack, komm alter Junge . . .
# 26 – Kaltblüter – Jethro Tull (1978)
Eisenbeschlagen, huffedernd staubtrabend;
Ein Oktobertag, gegen Abend
Schweiss und stattlich anschwellende Adern stemmen sich stolz gegen den Pflug
Salz auf dem mächtigen Brustkorb trocknet an der Luft
Letzter seines Schlages – nach ehrlicher Tagesmühe
Pflügst die Scholle unter…
Feuerstein an der Fessel, ziseliert am Knochen
Fliegen an den Nüstern fleddern…
Der Suffolk, der Clydesdale, der Percheron messen sich neben
Mit dem Shire mit seiner wehenden Mähne
Ziehend schleppend angenehmes weiches Holz in die Abenddämmerung
Zu betten auf einem warmen Strohlager.
Kaltblüter, bewegt die Erde unter mir
Hinten gleitet der Pflug - - schleifend und rutschend
Nur wenige sind jetzt noch übrig
Es gibt keine Arbeit mehr zu schaffen
Der Traktor ist auf dem Weg
Lass mich dir ein Stutenfohlen finden für deinen würdigen Samen Hengst,
Um den alten Schlag zu erhalten –
Und wir werden Seite an Seite stehen tief im Wald,
Hinten wo die jungen Bäume wachsen . . . um dich
Vor den Blicken zu verbergen, die sich über deine Grösse lustig machen
Und dein Stockmass 18Hand hoch –
Und eines Tages wenn die Ölbarone auf dem Trockenen sitzen und
Die Nächte draussen kälter aufziehen
Dann werden sie um deine Stärke und deine sanfte Arbeitskraft bitten
Deine edle Anmut und deine Haltung
Und du wirst dich noch einmal anstrengen zum Gesang der Möwen
Im Geschirr vor dem Tiefpflug, furchend.
Wie Panzer Sstehend auf der Kuppe des Hügels
Aufrecht dem kalten Wind gerade zugewandt
In steifem Zuggeschirr, erdverbunden
gegen die niedrige Sonne ausschreitend - -
Bringt mir ein Rad aus eichenem Holz,
Zügel von poliertem Leder,
Ein Kaltblut und einen aufgewühlten Himmel, ein
Schweres Wetter zusammenbrauend.
Bringt ein Lied für den Abend,
Blankes Messing blitzt im Morgengrauen
Über diese glitzrigen Äcker
Wie Dunst auf einem Rasenteppich - -
In diesen dunklen Käffern liegt das Volk im Schlaf
Wenn die Kaltblüter vorbeidonnern,
Um die niedergehende Kleinstadt wach zu rütteln
Durch dem beseelten Schrei des Reiters
Die alten Hände beleben sich augenblicklich - - -
Bring Hufkratzer, Strohbündel und Striegel
Begeistere dich an all den Klängen,
Die Kaltblüter kommen nach Hause.
Original auf: Jethro Tull – Heavy Horses (1978)
juhtjuhp: http://www.youtube.com/watch?v=2ntI4TkOvEU
(Tonqualität leider lausig – aber ein typisches Tull Video)
PS: Wer sich für Pferde interessiert, sucht mal im Netz nach Fotos vom Shire Horse, der Rasse mit den grössten Pferden. Clydesdale, Percheron und Suffolk sind
ebenfalls Kaltblutrassen. Ian Anderson züchtete früher mal Kaltblüter; keine Ahnung, ob der das noch tut. Seine Forellenzucht soll er noch besitzen.
PPS: @ Demon, Hazel wollte nicht mit in den Pub . .


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aber das Anliegen des Songs ist schon ok.

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