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Thema: #27 - Over the Hills and far away - Nightwish (2001)

  1. #1
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    Standard #27 - Over the Hills and far away - Nightwish (2001)

    Ich fand die beiden Texte von Sleeper und Bludgeon so schön, da kam mir die Musik dazu leider wie sauer Milch in einen feinen Hochlandkaffee . . seis drum,
    hier ist auch eine Geschichte von einer fatalen Leidenschaft, allerdings passt hier imho die Musik zum Text, zumindest bei dieser Version von Nightwish.

    Rhetorisch gibt der Text eigentlich wenig her, der Texter war halt kein Wortmetz, deshalb habe ich den Text von Nightwish genommen, der dem
    von Moore folgt. Den original Volksliedtext habe ich noch nicht gefunden. Von Nightwish finde ich die Musik ergreifender, vielleicht liegt das ja auch am Gesang von
    Tarja Turunen oder der orchestralen Verwobenheit der Interpretation.

    PS: Da gabs malne englische Gruppe um den Sänger Rupert Planet, die hatten auch mal ein Stück gleichen Titels, das aber ist was ganz anderes.

    PPS: Das Video empfehle ich, denn die Frau kann nicht nur singen, die hat auch ein Kleid, dessen Statik sogar das Kopfschütteln aushält . . . naja . .




    #27 – Over the Hills and far away – Nightwish (2001)

    Sie holten ihn in einer Winternacht ab
    Festgenommen, wurde er gebunden
    Sagten, da hätte es nen Überfall gegeben
    Seine Knarre wäre gefunden worden.


    Sie führten ihn ab auf die Polizeiwache
    Er wartet bis zum Morgengrauen dann
    Befahlen sie ihn auf die Anklagebank
    Er wusste, dass er was falsch gemacht hatte
    „Du bist des Raubes beschuldigt“,
    Hörte er den Büttel sagen.
    Ohne ein Alibi, das wusste er, würde das
    Tageslicht seine Freiheit beklagen.

    Über alle Berge - -
    Für zehn lange Jahre wird er die Tage zählen
    Über Gebirge und Meere
    Für ihn wird’s ein Gefangenenleben werden.

    Er wusste, dass es ihn teuer zu stehn kommt
    Aber er wagte trotzdem nicht zu sagen
    Wo er war in der verhängnisvollen Nacht.
    Ein Geheimnis muss das bleiben.
    Tränen vor Zorn drückte er weg,
    Sein Herz schlägt wie ne Pauke, weil
    Mit der Frau seines besten Freundes war er
    Seine letzte Nacht in Freiheit zusammen.

    Über alle Berge - -
    Er schwört, dass er eines Tages zurück kommt
    Über Gebirge und Meere
    Zurück in ihre Arme das schwört er.
    Über alle Berge - -

    Über die Berge und
    Über die Berge und
    Über alle Berge - - -

    Durch die Gitter schaut er jede
    Nacht in seiner Zelle
    Liest die Briefe, die sie schrieb
    Eines Tages kostet er den Geschmack der Freiheit

    Über alle Berge
    Sie betet, dass er eines Tages zurück kommt
    So sicher wie die Flüsse ins Meer fliessen
    Wird sie, er schwörts, in seinen Armen liegen –

    Über alle Berge
    Er schwört, dass er eines Tages zurück kommt
    Über Gebirge und Meere
    Wird er, er schwörts, in ihren Armen liegen –

    Über alle Berge
    Sie betet, dass er zurück kommt eines Tages
    So sicher wie die Flüsse ins Meer fliessen
    Wird sie in seinen Armen bleiben

    Über die Berge
    Über alle Berge - - - - - -



    Original: Eingl. traditional 18. Jhdt
    Gary Moore – Wild Frontier (1987)
    Nightwish – Over the Hills and far away (2001)


    JuhTjuhp : xyz.youtube.com/watch?v=0zqUrVE9wQc&p=ECACC6C3D83E7839&playnext=1&index=5
    Geändert von roberto (23.10.2010 um 02:16 Uhr)

  2. The Following 2 Users Say Thank You to roberto For This Useful Post:

    bludgeon (23.10.2010), Demon (23.10.2010)

  3. #2
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    Standard AW: #27 - Over the Hills and far away - Nightwish (2001)

    Obwohl ich Nightwish großenteils mag, gefällt mir Gary Moore's Version immer noch besser.
    music was my first love and it will be my last (John Miles)

  4. #3
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    Standard AW: #27 - Over the Hills and far away - Nightwish (2001)

    Dein Eintrag zum Thema im juhtjuhp thread ist gut . . .

    da kann man direkt vergleichen und dabei ists mir auch klar geworden: mir gefällt die Version von Nightwish deshalb besser,
    weil ich da mehr Volumen und Leben höre. Die Moore Version kommt mir irgendwie von Anfang gebremst vor, so als würde er
    was zurückhalten, dadurch kommt das Stück flacher rüber, stellenweise geradezu hölzern. Schade dass dadurch sein feines
    Solo gegen Ende des Stückes anfangs geradezu gedeckelt wirkt, ab 4:30 bis zum Ende wirds dann aber besser . . .
    Geändert von roberto (23.10.2010 um 09:00 Uhr)

  5. #4
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    Standard AW: #27 - Over the Hills and far away - Nightwish (2001)

    Ha! Da wird doch tatsächlich mal wieder ein Song behandelt, den ich
    kenne und der schon in meiner Sammlung steht.

    Hmm... mit dem "Kennen" war es aber nicht weit her -- ich habe nie
    auf den Text geachtet, denn die Musik von Nightwish ist alleine schon
    faszinierend genug. Ok, jetzt kenne ich's -- danke!

    Eintrag zum Thema im juhtjuhp thread [...]
    da kann man direkt vergleichen
    Dann verewige dich doch mal im Abstimmungs-Thread!

    <ot>

    Ich fand die beiden Texte von Sleeper und Bludgeon so schön,
    da kam mir die Musik dazu leider wie sauer Milch in einen feinen
    Hochlandkaffee . . seis drum,
    Bzgl. der Auftritte in der Johnny-Cash-Show teile ich deine Auffassung.
    Aber die von bludgeon im YT-Thread vorgestellte Interpretation von
    "Feleena" finde ich total stimmig. 1 Ballade, 1 Sänger, 1 Gitarre --
    das ist klassisch; was soll daran falsch sein? Es ist für mich 100%
    stimmig, herzzerreißend schön.
    Geändert von Demon (23.10.2010 um 12:59 Uhr)

  6. Die folgenden Forenmitglieder sagen zu Demon vielen Dank für diesen Beitrag:

    bludgeon (23.10.2010)

  7. #5
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    Standard AW: #27 - Over the Hills and far away - Nightwish (2001)

    Zitat Zitat von Demon Beitrag anzeigen
    ...Bzgl. der Auftritte in der Johnny-Cash-Show teile ich deine Auffassung.
    Aber die von bludgeon im YT-Thread vorgestellte Interpretation von "Feleena" finde ich total stimmig.
    1 Ballade, 1 Sänger, 1 Gitarre -- das ist klassisch; was soll daran falsch sein? Es ist für mich 100%
    stimmig, herzzerreißend schön.
    Nichts ist da "falsch", Zustimmung!! - es ist stimmig, aber gerade das ist für mich das Leid; diese
    Form der Country Music finde ich mehr als unerträglich . . . . . da wird der
    schönste Text oder die schönste Geschichte runtergezogen . .

    aber wie gesagt, das ist mein Empfinden und die Welt ist gross genug für alle unsere Geschmäcker und Vorlieben
    Geändert von roberto (23.10.2010 um 21:44 Uhr)

  8. #6
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    Standard AW: #27 - Over the Hills and far away - Nightwish (2001)

    Was mir da gerade auffällt:

    - whisky in the jar;
    - over the hills and far away
    - gallows pole

    dazu gut die Hälfte der Robbins'schen gunfighter ballads, weil die auch aus dem 19.Jhd. stammen -

    in Old England und dem von ihm geprägten Nordamerika zeugt die Volkskunst doch von wesentlich mehr Kriminalitätsverklärung als der zeitgleich entstandene dt. Liederschatz

    - Lindenbaum,
    - Loreley,
    - an der Saale hellem Strande,
    - in einem kühlen Grunde...

    andererseits gabs in den Deutschland auf den Jahrmärkten die Bänkel-/Moritatensänger, die mit Bildtafeln auftraten, um das schlimme Geschehen auch noch zu veranschaulichen - aber davon ist nix erhalten geblieben - wieso eigentlich?
    das Sakramentale/schön - wer es hört und sieht/ doch Hunde und Schakale/ die haben auch ihr Lied
    das Krächzen der Raben/ist auch ein Stück/dumm sein und Arbeit haben - das ist das Glück. (Gottfried Benn)

  9. #7
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    Standard AW: #27 - Over the Hills and far away - Nightwish (2001)

    Zitat Zitat von bludgeon Beitrag anzeigen
    [...]
    andererseits gabs in den Deutschland auf den Jahrmärkten die
    Bänkel-/Moritatensänger, die mit Bildtafeln auftraten, um das
    schlimme Geschehen auch noch zu veranschaulichen - aber
    davon ist nix erhalten geblieben - [...]
    bisschen was schon; hier steht eine schöne alte Amiga-LP mit
    den Liedern der Bänkelsänger:



    ok, Kriminelles überwiegt nicht, aber es ist schon dabei
    Geändert von Demon (23.10.2010 um 18:28 Uhr)

  10. #8
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    Standard AW: #27 - Over the Hills and far away - Nightwish (2001)

    Zitat Zitat von bludgeon Beitrag anzeigen

    in Old England und dem von ihm geprägten Nordamerika zeugt die Volkskunst doch von wesentlich mehr Kriminalitätsverklärung als der zeitgleich entstandene dt. Liederschatz
    England, Britannia, Empire, Piraten, Macht...


    England wurde erobert und hat erobert.
    Rebellentum war an der Tagesordnung.

    Deutsche Lande (Deutschland gibt es, streng genommen, erst seit 140 Jahren, trotz so einem jahrhunderte alten Luftballon wie dem 'Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation') wurden erobert.

    Aktive Eroberungen hielten sich in Grenzen. Bis die Preußen kamen, vor gut 250 Jahren.

    Es gibt keine deutsche Rebellenkultur. Nur eine Kultur des 'Wie können wir die Ordnung bewahren ?'.
    music was my first love and it will be my last (John Miles)

  11. #9
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    Standard AW: #27 - Over the Hills and far away - Nightwish (2001)

    @Demon

    ..die Platte kenn' ich, hat meine Mutter, sollte ich mir mal wieder ausleihen.Thanx for the memory.
    Aber massenkompatibel populär is davon nix.

    @ black dog

    ...martialische Kampfgesänge a la Ernst Moritz Arndt (Der Gott der Eisen wachsen ließ...)und Theodor Körner (das ist Lützows wilde verwegene Jagd) haben wir auch, aber Verbrecherverherrlichung im Volkslied ist mir (jedenfalls momentan) nich' geläufig. Dabei hätte ja auch Deutschland seine "edlen Räuber" a la Robin Hood: Störtebecker, Stülpner Karl, Schinderhannes - aber Lieder über sie?
    Transit hat sowas mal recht erfolgreich versucht: "Bernsteinhexe" und "Störtebeker-Suite", aber das war erst 1979!
    Geändert von bludgeon (23.10.2010 um 21:40 Uhr)
    das Sakramentale/schön - wer es hört und sieht/ doch Hunde und Schakale/ die haben auch ihr Lied
    das Krächzen der Raben/ist auch ein Stück/dumm sein und Arbeit haben - das ist das Glück. (Gottfried Benn)

  12. #10
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    Standard AW: #27 - Over the Hills and far away - Nightwish (2001)

    Zitat Zitat von bludgeon Beitrag anzeigen
    Was mir da gerade auffällt: [...]
    andererseits gabs in den Deutschland auf den Jahrmärkten die Bänkel-/Moritatensänger, die mit Bildtafeln auftraten, um das schlimme Geschehen auch noch zu veranschaulichen - aber davon ist nix erhalten geblieben - wieso eigentlich?
    Da könnte ich jetzt eine kleine Abhandlung drüber schreiben.
    Wenn man die schnelle Erklärung abgibt, läufts darauf hinaus,
    dass hierzulande vor 77 Jahren ein erheblicher und schmerzhafter
    Kulturbruch stattgefunden hat.

    In den 20ern wurde die alte gesungene Balladentradition in feinen
    und originellen Couplets fortgeführt, oft mit schlüpfrigen Texten, das haben
    dann die Horden in den kotbraunen Hemden alles zunichte gemacht.
    Leider hat sich das bis heute nicht erholt.
    Man sehe sich nur vergleichsweise die englischen traditional Songs, die
    französischen Chansons oder die italienischen Lieder der 50er an, da können
    einem schon die Augen aufgehen . . .


  13. Die folgenden Forenmitglieder sagen zu roberto vielen Dank für diesen Beitrag:

    Demon (23.10.2010)

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