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Thema: Roomful Of Blues - Hook, Line & Sinker

  1. #1
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    Standard Roomful Of Blues - Hook, Line & Sinker

    Roomful Of Blues - Hook, Line & Sinker

    Es gibt den akustischen Blues, den der 90-jährige zahnlose Musiker im Mississippi-Delta auf einer kaputten Gitarre spielt. Es gibt den Bluesrock, der meistens mehr Rock als Blues ist. Es gibt die gelackten Singer/Songwriter die sich in dem Genre tummeln. Es gibt Bluesexperimente. Und es gibt den laidback Blues. Der Blues, der swingt. Viele Male ist so was einfach nur sturzlangweilig und ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass das meine Favoritennische innerhalb dieser Musikrichtung ist. Aber, so alle paar Jahre kommt ein Tonträger daher, der passt. Der bluest, der swingt und, ja doch, der rockt. Wahrscheinlich gibts da so wenige wirklich gute Tonträger in der Richtung, weil hier eine ziemlich feine Linie relativ schnell überschritten werden kann. Nämlich die Trennung zwischen einschläfernd und interessant.

    Roomful Of Blues schaffens mit ihrer 2011-er CD locker auf der Seite des Guten zu bleiben. Die zwölf Tracks sind exzellent in Szene gesetzt und ziemlich abwechslungsreich. Der Blues dieser Kapelle swingt enorm. Selbstverständlich hat das mit dem massiven Einsatz von Bläsern zu tun. Alleine drei Leute werden für Tenor, Alto und Baritone Sax und Trompete genannt. Dazu noch ein Piano und eine Hammond 3 und man weiss woher und wohin der Wind weht. Normalerweise resultiert so etwas in einer Schlurfblues-CD. Hier umschiffen sie das aber grösstenteils und halten das Tempo einigermassen hoch. Nicht gerade im Stil einer Bluesrocktruppe, die es krachen lässt, aber das muss ja auch nicht immer sein.

    Die Produktion ist für mich einwandfrei. Allerdings hatte ich mir schon überlegt, ob das nicht etwas dreckiger sein könnte. Vielleicht wärs wünschenswert, andererseits leben solche Bands ja genau davon, dass sie Produktionen abliefern, an denen kein Stäubchen hängt. Das bringt halt manchmal auch die Gefahr mit, dass solche Bands auf Studioaufnahmen etwas steril tönen. Ich möchte das Roomful Of Blues jetzt hier nicht unterstellen, aber es gibt so zwei/drei Passagen da driften sie gefährlich nahe dran ran. Mit acht Mann ist das eine relativ grosse Combo, aber das ist auch so eine Eigenheit von wirklich sauber produzierten Aufnahmen, die Grösse einer solchen Kapelle fällt beim Hören gar nicht auf. Erwähnenswert auch noch, dass da ein upright Bass gespielt wird. Sieht und hört man relativ selten ausserhalb des Rock'n'Roll/Rockabilly oder Jazz.

    Alles in allem eine Empfehlung für Freunde des gepflegten Blues. Und das Cover sollte auch noch ein Anreiz sein, sich diese CD in die Sammlung zu holen.





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  2. #2
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    Standard Roomful Of Blues - Hook, Line & Sinker

    Roomful Of Blues - Hook, Line & Sinker


    Hier haben wir es mit einer recht 'dienstalten' Band zu tun.

    Immerhin wurde sie im Jahre 1967 von Duke Robillard und Al Copley gegründet. Wie es nach so langer Zeit vorkommen kann, ist keiner der beiden Musiker mehr mit dabei. Lediglich Rick Lataille, er stieß 1970 hinzu, mischt noch mit.

    Viele Veröffentlichungen haben seither den Weg der Band begleitet. Waren sie zu Beginn noch eher dem reinen Chicago Blues verpflichtet, kamen solche Stilelemente wie Jump Blues und klassischer Rhythm & Blues hinzu und prägen den bis heute unverwechselbaren Sound.

    Im Reigen der Veröffentlichungen hat sich eine meiner Lieblingsplatten gehalten, die 1981 erschienene "Hot Little Mama". An dieser Referenz haben sich für mich insofern alle anderen zu messen. Seinerzeit war Ronnie Earl Horvath an Bord gekommen, er löste den Gitarristen Robillard ab.
    Neben mächtigem Gebläse war die Band stets von Gitarristen geprägt. Der aktuelle Musiker in dieser Position, Chris Vachon kann immerhin nun auch seit 1990 seinen Stempel aufdrücken. Und genau das tut er auch auf dieser Platte mit seinem beherzten Spiel.

    Seit 2003 veröffentlichen Roomful Of Blues auf Alligator Records, und obwohl ich dieses Album mit gut beurteile, halte ich es für das schwächste der bisher vier Scheiben für das Label.

    Vielleicht liegt es am Sänger, der abermals gewechselt hat? War es bei Raisin' A Ruckus der kraftvoll intonierende Dave Howard und bei den Alben davor der leicht an Big Joe Turner erinnernde Mark DuFresne, ist die Gruppe mit Phil Pemberton aus meiner Sicht nun schwächer bestückt.
    Im Gegensatz zu seinen unmittelbaren Vorgängern besitzt er nicht immer die Ausdrucksstärke, die man für einige der Titel benötigt, bei anderen Tracks passt Pembertons Stimme jedoch wieder perfekt, so bei "Come On Home", bei dem er seine stärkste Leistung bietet, oder "Juice Juice Juice" oder "Kill Me". Hier wirkt der Sänger geschmeidiger und mehr in die Songs eingebunden.

    Aber wieder ist der Gitarrist der heimliche Star der Band. Vachon bietet durchweg eine brillante Leistung. Kollegen wie T-Bone Walker ("Win With Me Baby") oder wohl offensichtlich Clarence 'Gatemouth' Brown werden mühelos zitiert und bei Brown’s "Gate Walks To Board" spielt er regelrecht spritzig, dabei stets unglaublich locker! Der Instrumentaltitel geht übrigens 'ab wie die Post'! "That's A Pretty Good Love", da setzt er gleich zu Beginn seine Qualitätsmarke!

    Aber auch die anderen Solisten zeichnen sich durch kurze, jedoch intensive Soli aus, der Trompeter gefällt mir gut und auch das Piano perlt oft locker.
    Dieses Mal keine Originals, alles Fremdkompositionen aus dem reichen Schatz von Blues und Rhythm & Blues.
    Insgesamt also nichts Neues von Roomful Of Blues, aber das jahrelang hohe Niveau wird gehalten.

    Aktuelle Musiker:


    Phil Pemberton (vocals)
    Chris Vachon (guitar)
    Rich Lataille (alto saxophone, tenor saxophone)
    Mark Earley (tenor saxophone, baritone saxophone)
    Doug Woolverton (trumpet)
    Travis Colby (piano, Hammond B-3 organ)
    John Turner (upright bass)
    Ephraim Lowell (drums)


    Die Titel:


    01:That's A Pretty Good Love [Lucas/Mendelsohn] (2:55)
    02:She Walks Right In [Brown] (3:32)
    03:Hook, Line and Sinker [Bartholomew/King] (2:50)
    04:Kill Me [Harris/Terry] (3:55)
    05:Gate Walks To Board [Beard/Brown] (4:01)
    06:Juice, Juice, Juice [Milburn/Messner/Messer] (2:42)
    07:Ain't Nothin' Happenin' [Biggs/Thomas] (3:10)
    08:Win With Me Baby [Robey](3:50)
    09:It [Lieber/Stoller] (4:01)
    10:Come On Home [Jones] (2:36)
    11:Time Brings About A Change [Dixon/Flemings] (5:32)
    12:Just A Little Love [Singleton/McCoy] (2:23)


    http://www.roomful.com/


    Wolfgang
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  3. #3
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    Standard AW: Roomful Of Blues - Hook, Line & Sinker

    Als der Beitrag geschrieben wurde, wurde auch das Album angeschafft. Wie ich finde, ein guter Tip von beiden Autoren.

    Bei einer Aufräumaktion der Sammlung wurde es wieder nach oben gespült und angehört. Mindestens 4 Sterne sollt es bekommen!

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