Ein Konzert wegen der Vorgruppe zu besuchen, das ist eigentlich
bisschen fragwürdig. Aber nachdem als "Support" von Bernard Allison
ausgerechnet Malted Milk angekündigt waren, und das halbwegs in
meiner Nähe, konnte ich nicht widerstehen, obwohl mich das aktuelle
Album von Allison nicht so toll begeistern kann.
Leider nur ca. 170 Besucher hatten den Weg in den Saal des "Hirsch"
in Nürnberg gefunden; grade genügend, dass es nicht zu leer wirkte.
Kurz nach acht -- und damit fast pünktlich -- gings los, mit "Malted
Milk".
Wie nicht anders zu erwarten, gelang es den Franzosen perfekt, das
Publikum "aufzuwärmen" (was bei der Temperatur im Saal durchaus
angebracht war...) Die Band trat ohne Saxophon und Trompete an,
but aber trotzdem knapp 45 Minuten perfekte funkige Musik für die
gute Laune, und die Stücke waren erkennbar so ausgesucht, dass die
Stimmung nach und nach gesteigert wurde.
Nach einer Pause für den Bühnenumbau erschien dann ca. um 21 Uhr
Bernard Allison plus Band. Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen:
Was firebyrd in seiner Kritik des Albums (The Otherside) schrieb, das
kann ich jetzt nur bestätigen. Bernard Allison ist "live" ist ein ganz
anderer als im Studio. Da sprang auch bei mir der Funke über --
wenigstens in der ersten Hälfte des Konzerts. Was er und seine Band
da boten, das möchte ich beinahe als Blues-Rock bezeichnen. Kein
Pop, wenig Funk, durchdachte und virtuose Gitarrensoli, bluesiger
Gesang. Fünf Punkte von mir!
Nach gut der Hälfte des Konzerts legten der Chef und ein Teil seiner
Band eine Kunstpause ein. Währenddessen begeisterte zunächst der
Drummer mit einem minutenlangen fulminanten Solo die Zuhörer; ich
hätte geschworen, dass da irgendwo ein zweiter Trommler versteckt
sein müsste... Danach boten er und der Bassist (!) ein Duett, dass an
Unterhaltungswert nur schwer zu überbieten sein dürfte.
Für die zweite Hälfte des Konzerts (vielleicht wars auch nur ein Drittel)
muss ich leider die von Firebyrd geäusserte Kritik bestätigen. Da hat
sich Allison vor lauter Spielfreude nämlich stilistisch heillos verzettelt,
irgendwo zwischen Funk, hartem Gitarrenrock und einer Spur Blues, die
an dieser Stelle aber nichts zu suchen hatte. Das war stellenweise
unterhaltsam, aber insgesamt musikalisch fragwürdig -- jedenfalls für
meinen Geschmack.
Kurz nach 23 Uhr war Schluss; das dankbare Publikum forderte
minutenlang eine Zugabe, aber Herr Allison ließ sich seltsamerweise
nicht dazu bewegen.
P.S.
Der Altersdurchschnitt des Publikums war erschreckend hoch...


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