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Thema: Monno, Terminal HZ, Mir und Id in Basel am 20.02.2011

  1. #1
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    Standard Monno, Terminal HZ, Mir und Id in Basel am 20.02.2011

    Das darf ich nicht verpassen. Der Text unten ist von der Website der Kaserne Basel kopiert. Hier sicherheitshalber auch noch den direkten Link. Ich freu mich wie der Weihnachtsmann.



    Monno (CH / D) & Terminal Hz feat. KK Null (Jap), David Brown (Aus), Sean Baxter (Aus)
    Support: Mir (CH) & Id (AUT)

    Die Auslandschweizer Monno (Conspiracy Records) gehören mit Earth, Boris, Sunn0))) u.ä. zu den grossen Fischen in den dunklen Gewässern von Doom, Drone und Sludge. Auffällig bei Monno ist das Fehlen der für dieses Genre unverzichtbaren Gitarre, welche sie mit dem monströsen Saxophonsound von Antoine Chessex ersetzen. Julian Cope beschreibt in der Review zu Monnos letzter Platte «Ghosts» ihren Sound als «allwaltende Turbulenz, die durch die Psyche der Zuhörer donnert, wie ein Ur-Furz aus dem After des Herrn». Monno spielen zum ersten Mal in Basel.

    Mir ist wohl die kompakteste, positivste und lauteste Experimental-Rockmusik seit langer Zeit. Wären wir noch in den 80er oder 90er Jahren, man würde Mir wohl in die Nähe der Avantgarde-Fraktion rücken: zu Japan-Noise, New Yorker No Wave, britischem Kampf-Easy-Listening à la Coil, dem Arizona-Irrsinn der Sun City Girls oder atonalem, deutschen Klang-Hirnfick. Die Basler sind im Februar mit Monno auf Tour.

    Das Mitte der 90er Jahren gegründete Trio Terminal Hz vereint mit David Brown, Sean Baxter und Zeni Geva-Mastermind KK Null (Kazuyuki Kisino) drei Innovatoren freier Improvisation, abstrakter Musik und Noise. Die drei Herren sind Garant für kompromisslose Sounderlebnisse, die an die Nieren gehen.

    Id (Wire Globe, Wien) nennt sich das Soloprojekt des Jakuzi's-Attempt-Sängers und Gitarristen Markus Steinkellner. Mit Hilfe von Gitarre, Stimme und Laptop entsteht Musik zwischen Pop und Powerviolence.
    Geändert von Canvey (06.02.2011 um 23:06 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Monno, Terminal HZ, Mir und Id in Basel am 20.02.2011

    Da bin ich mal gespannt. Vier "Acts" und die Türöffnung erst um 2100hrs. Dazu noch die Beschränkung betreffend Lautstärke und die Reklamationen mit denen dieser Veranstaltungsort seit Jahren zu kämpfen hat. Ich denke mal, das gibt höchstens 30 Minuten pro "Act". Ich hab da im Vorfeld auch mit einem der beteiligten Musiker gesprochen und da ist man natürlich nicht glücklich über die Beschränkung von 100 dB (darf, glaube ich, kurzzeitig auf 110 dB). Habe mich schon bei "normalen" Gigs drüber geärgert. Aber eine Veranstaltung die u.a. unter der Flagge "Noise" segelt bei 100 dB? Na ja, gegen Mitternacht werd ichs wissen, wie sich die Musiker aus der Bredouille gezogen haben.


  3. #3
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    Standard AW: Monno, Terminal HZ, Mir und Id in Basel am 20.02.2011


    Es war so, wie ichs gedacht hatte. Jeder Act hatte 30 Minuten auf der Bühne, was für den Zuhörer nicht das Schlechteste ist, kann man sich doch ziemlich rasch an verschiedenen Stilen orientieren. Allerdings hätte ich mir schon gewünscht, dass die einzelnen Musiker/Bands mehr Zeit gehabt hätten, ihre Musik vorzustellen. So war das doch ziemlich kondensiert. Aber, man kann mich jetzt korrigieren, ich glaube, so etwa eine halbe Stunde, vielleicht mal bis 45 Minuten ist in der Ecke das höchste der Gefühle. Sogar ein Otomo Yoshihide macht normalerweise nicht mehr als die dreiviertel Stunde.

    Alle vier Acts waren spitzenmässig. Ich hab da keinen Grund irgendwem am Set rumzukritteln. Wenn ich solche Gigs vermehrt haben könnte, nur her damit. Ich hatte schon die Befürchtung, dass da mehr Musiker als normale Zuschauer anwesend sein könnten. Ich schätz mal so um die 150 Nasen minus Personal der Kaserne und Musiker, wahrscheinlich netto um die 100 Leute. Hier kriegt man halt doch noch ein gewisses Publukum zusammen, umsomehr schade, dass vor Jahren das Taktlos Festival aus der Stadt abgezogen ist und nunmehr nur in Zürich läuft.

    Id
    Mit den gings los. Soloperformance an Gitarre mit Hilfe von Stimme und Laptop. Pop hab ich da definitv keinen gehört, aber dafür sehr viel Energie und eine krachende Performance. Irgendwie ist mir dabei Otomo Yoshide eingefallen, wobei der Id die weitaus härtere Variante ist. Ohnehin fischen beide nicht im selben Gewässer, mir ist da nur die Nähe zu Gitarre und Laptop aufgefallen. Es ist fast nicht zu beschreiben was hier abgeht. Die Gitarre ist ständig am überkippen und der Gesang eher ein Brüllen. Während der Performance ist mir eingefallen, ob sich Jimi Hendrix je hätte vorstellen können die Musik auf seiner Gitarre in die Richtung zu treiben? Aber, zugegeben, damals hatte man ja auch noch nicht die technischen Hilfsmittel.

    Mir
    Der Ausdruck "britisches Kampf-Easy Listening", welcher auf der Webseite der Kaserne gebraucht wurde, gefällt mir. So was hatte ich auch noch nie gehört. Und habs während des Gigs von Mir auch nicht zu hören bekommen. Was immer das sein soll. Mir spielen sehr strukturierten und abwechslungsreichen Noise. Allerdings sind da noch einige andere Sachen drunter vergraben. Auch Mir hantieren u.a. mit einem Laptop (wie übrigens alle 4 Acts des Abends, wahrscheinlich gehts ohne nur noch mit einem unvertretbaren Mehraufwand). Die Lautstärke war so eine Sache, in meinem Buch sollte die Art Musik bis knapp an die Schmerzgrenze gehen. Dafür waren alle 4 Sets aber definitiv zu leise. Obwohl ich im Publikum hörte, dass sich der/die Eine oder Andere über die Lautstärke beschwerte. Die Limite liegt halt nun mal bei 100/110 dB.

    Terminal HZ feat. KK Null
    Man könnte meinen, jeder Act wäre nur eine Erweiterung des vorhergehenden. So ists jetzt aber auch wieder nicht. In Sachen Abwechslungsreichtum kommen Terminal HZ mit KK Null an den Reglern ziemlich schnell hinter Mir. Das Trio mit Gitarre, Schlagzeug und Electronics bietet einen bemerkenswerten Set. Etwas "over the top" lediglich das Gerümpel, dass der Schlagzeuger auffährt, um aus jedem halbwegs geeigneten Klankörper noch was rauszuholen. Wirkte etwas aufgesetzt, aber als Drummer war der erstklassig.

    Monno
    Letzte Band des Abends und zum ersten Mal hatte man tatsächlich das Gefühl, hier würde eine Lawine auf einen zurollen. Nicht wg. der Lautstärke, sonder das war die Musik selbst. Vielleicht nicht ganz so abwechslungsreich wie andere an diesem Abend, dafür mehr als wettgemacht in Punkto Intensität. Einziger Vierer im Feld mit Electronics, Bassgitarre, Saxofon und Schlagzeug. Der Drummer hat mir extrem gut gefallen, subtil und dennoch die Trommeln in den Boden gehauen. Ungefähr so subtil, als wenn dich ein Zug mit 150 km/h erfasst. Aber wenigstens hast du nachher die Struktur des Zugs im Gesicht. Durch ungefähr sieben Schichten hindurch habe ich noch mitbekommen, dass Monno irgendeinen Rockklassiker integriert hatten. Keine Ahnung was das war, aber man musste da schon ziemlich gut hinhören.

    Fazit: Ein exzellenter Abend im Schatten des Noise und Beweis dafür, dass das Genre noch lange nicht tot ist. Wobei, Vorsicht, Noise war hier definitiv nur ein Teil des Angebots. Die paar Bilder sind mit meiner Mobilekamera gemacht worden und die Bühne war meistens nicht sehr gut ausgeleuchtet. Here we go trotzdem:

    Bar


    Id


    Mir


    Terminal HZ


    Monno

    Geändert von Canvey (22.02.2011 um 19:23 Uhr)

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  5. #4
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    Standard AW: Monno, Terminal HZ, Mir und Id in Basel am 20.02.2011

    hey, toller livebericht!
    leider kann man die fotos nicht sehen...

    liebe grüsse

    Makus/Wire Globe


    www.idklang.com

    www.wiregloberecordings.com

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