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Thema: Ambrose Akinmusire - When The Heart Emerges Glistening

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    Standard Ambrose Akinmusire - When The Heart Emerges Glistening

    Ambrose Akinmusire - When The Heart Emerges Glistening


    Vorschusslorbeeren, wohin man nur schaut, wo immer man liest: Hier scheint sich mit Ambrose Akinmusire ein neuer Superstar des Jazz etabliert zu haben. Doch was ist davon wirklich wahr?

    Der Sohn nigerianischer Eltern, geboren am 1. Mai 1982 in Oakland, wuchs auch dort auf und hatte in dem Saxofonisten Steve Coleman einen frühen Förderer. So war Akinmusire mit ihm im Alter von 19 Jahren bereits auf Tournee.
    2007 war es, als er einen Jazzwettbewerb gewann und sein erstes eigenes Album veröffentlichte. In New York City knüpfte er weitere musikalische Beziehungen. Nach eigener Aussage bezeichnet er den Trompeter Clifford Brown als Vorbild. Ihm hat er eine Art Tribut - den Titel "What's New" - gewidmet, der auch exemplarisch dafür sei, zu beweisen, dass er auch in traditionellen Jazzgefilden zuhause sein könne. Denn grundsätzlich ist dieses sehr moderner Jazz mit vielen modernen Einflüssen! Ein Resümee kann ich insofern bereits dahingehend ziehen, ihn vergleichend mit anderen Trompetern darzustellen, wobei er gar nicht mal so schlecht abschneidet.
    Akinmusire verbreitet nicht dieses besondere Element, wie man es von Miles Davis kennt, er versprüht nicht dieses wilde Feuer eines Dizzy Gillespie, vom Wechselspiel zwischen Druck und Zurückhaltung erinnert er mich eher an einen Saxofonisten, nämlich James Carter und von der Virtuosität am ehesten am Hannibal Marvin Peterson.
    Mitunter vernehme ich gar eine gewisse Kühle, wie man sie von skandinavischen Jazzmusikern kennt, ich verweise auf den Titel "Henya".
    Manchmal wird durch Walter Smith III, den nach und nach besser werdenden Saxofonisten, eine Spur 'Coltrane'scher Stimmung' verbreitet. Die Sechziger werden hier heraufbeschworen, die Zeit des Aufbruchs, die auch von John Coltrane seinerzeit entscheidend mitbestimmt wurde. Mitunter duellieren sich Trompete und Saxofon, dann wieder spielen sie in geschlossener Übereinstimmung.

    Das Stilspektrum ist nicht eng gefasst und strikt eingegrenzt, sondern von Balladen über Fusion bis hin zu freien Elementen - leider auf "Far But Few Between" nur kurz angerissen - finden wir einen breiten Fächer voller Abwechslung. Akinmusire nutzt die Freiheit des Jazz, um einen persönlichen Ausdruck zu finden, auch ganz Modernes finden wir zum Beispiel auf "My Name Is Oscar", das er mit Wortfetzen spickt über einem perkussiven Teppich des Drummers. Es handelt von Oscar Grant, einem farbigen 22-jährigen Jugendlichen, der in Oakland erschossen wurde. Also Stellung zu aktuellen Ereignissen nimmt der Trompeter auch.

    Nun, den Musiker zu einem Superstar hoch zu jubeln, ist wohl noch etwas verfrüht. Unzweifelhaft kann ich jedoch behaupten, dass sich der Trompeter mit dieser Platte wuchtig zu Wort meldet und beweist, dass der Jazz noch lange nicht tot ist. Denn unter Wahrung der Tradition bringt er neue Impulse, frisch und unverbraucht und innovativ, Impulse, die gleichzeitig die Gegenwart abbilden und in die Zukunft weisen. Auf zwei Titeln begleitet ihn ein weiterer 'junger Wilder', der hervorragende Pianist Jason Moran, hier beide Male auf dem Rhodes.

    Fazit: "When The Heart Emerges Glistening" ist eine wichtige Platte, die in der Jazzwelt wahrscheinlich nicht für sonderlich viel Aufsehen sorgen mag, aber die zumindest aufhorchen lassen wird. Noch keine neue musikalische Sprache, doch eine weitere Facette von Sprachreichtum! Alle Musiker verstehen es, kreativen Druck zu verbreiten, am meistens ist es Schlagzeuger Justin Brown, der mit einem Stil auffällt, der sich zwischen Swing, Tony Williams und freier Spielweise bewegt. Ich denke, auf ihn wird man verstärkt achten müssen!

    Alle Musiker:

    Ambrose Akinmusire (trumpet - #1,2, 4-7, 10-13, celeste - #8, voice - #9)
    Walter Smith III (tenor sax - #1, 2, 4, 6, 10, 12)
    Gerald Clayton (piano - #1, 2, 4, 6-8, 10, 11, 13)
    Jason Moran (Rhodes - #4, 12)
    Harish Raghavan (bass - #1-6, 10, 12)
    Justin Brown (drums - #1, 2, 4-6, 9, 10, 12)


    Die Titel:

    01:Confessions To My Unborn Daughter (8:36)
    02:Jaya (5:28)
    03:Henya Bass Intro (0:40)
    04:Henya (5:21)
    05:Far But Few Between (1:57)
    06:With Love (6:53)
    07:Regret (No More) (4:36)
    08:Ayneh (Cora) (1:10)
    09:My Name Is Oscar (3:49)
    10:The Walls Of Lechuguilla (5:29)
    11:What's New (3:04)
    12:Tear Stained Suicide Manifesto (4:56)
    13:Ayneh (Campbell) (1:36)
    (all songs written by Ambrose Akinmusire, except "Jaya", written by Harish Raghavan, "What's New" written by Bob Haggart and Johnny Burke)


    http://www.ambroseakinmusire.com/home.htm


    Wolfgang
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  2. Die folgenden Forenmitglieder sagen zu firebyrd vielen Dank für diesen Beitrag:

    remo4 (08.05.2011)

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