Als ich letzte Woche verfrüht vom Konzert der Gruppe "Black Dub" in Köln zurückkam, weil es keine Abendkasse gab (ausverkauft), reifte in mir der Entschluß, hier ein weiteres Posting über einen meiner Lieblingsproduzenten einzustellen.
Diesmal soll es um Daniel Lanois gehen, der mir erstmals als 2. Gitarrist auf der CD "Achtung Baby" der Gruppe U2 aufgefallen ist. Das war 1992 und es war meine erste CD der Gruppe. Wie ich die für mich entdeckt habe, ist allerdings eine andere Geschichte. Auf dem großen Hit der Gruppe von diesem Album, "One", ist die Gitarre von Lanois zu hören. Brian Eno ist der andere Produzent des Albums und spielt Keyboards. Weiterhin empfehlenswert sind die rockigen "Until the End Of the World", "The Fly" und "Ultra Violet (Light My Way)" sowie die ruhigen "So Cruel" und "Tryin' To Throw Your Arms Around the World" und Midtempo-Titel wie "Who's Gonna Ride Your Wild Horses" und "Even Better Than the Real Thing". Es gibt jede Menge Leute, die würden zum Reinhören noch mehr Titel nennen, aber das ist mein Posting, da müssen meine Favoriten genügen ;-)
"Achtung Baby" ist im Werk der Gruppe U2 eine von denjenigen Scheiben auf der der Gitarrist The Edge sich von seiner besten Seite zeigt.
Als dann im Jahr darauf eine Solo-CD von Lanois erschien, wurde ich neugierig auf sein eigenes Material, denn sein atmosphärisches Gitarrenspiel hebt sich vom Stil her hörbar von dem rhythmischen des U2-Gitarristen David Evans a/k/a The Edge ab. Also habe ich mir auf Verdacht "For the Beauty Of Wynona" bestellt, um sie mir (ich war 14) zu Weihnachten schenken zu lassen. Glücklicherweise hatte ich die Gelegenheit, das Paket abzufangen, bevor die CD an meine Tante weitergeleitet wurde, mit der ich abgemacht hatte, daß ich mein Geschenk von ihr selbst besorge.
Das Cover dieser CD ziert eine nackte Frau. Als Geschenk von der Tante unter dem Weihnachtsbaum für einen 14-jährigen hätte das durchaus für von mir unerwünschten Gesprächsstoff am Weihnachtsfest sorgen können. Deshalb drehte ich das Booklet um, bevor ich die CD weitergab, und das tatsächliche Cover trat bei diesem Fest nicht in Erscheinung. Inzwischen liegt es natürlich längst richtig herum in der Schachtel.
Nun aber endlich zur Musik: die wird hier neben Lanois von seinem langjährigen Weggefährten Darryl Johnson am Bass, Bill Dillon von den Boomers an der zweiten Gitarre, Malcolm Burn an weiteren Gitarren und Keyboards, sowie dem Drummer Ronald Jones gemacht. Mark Howard, ebenfalls ein langjähriger Mitarbeiter von Lanois, hat das ganze aufgenommen. (Burn und Howard sind übrigens auch selbst als Produzenten in Erscheinung getreten und haben beide einen Sound, der inzwischen als charakteristisch für Lanois gilt. Die Frage, wer hier von wem gelernt hat, läßt sich aber nicht eindeutig klären.)
Die meisten Stücke auf "For the Beauty Of Wynona" sind eher langsam gehalten, aber es sind auch einige Mid-Tempo-Nummern drauf. Anspieltips sind "Whole Lotta Love To Give", "The Unbreakable Chain", bei dem es um die Situation Adoptivkind sucht leibliche Mutter geht, "Still Learning How To Crawl" (ist das mit dem Kriechen ein Einfluß von U2 auf Lanois oder umgekehrt?), "Death Of A Train" über die Stillegung einer Eisenbahnlinie, "The Messenger", "Sleeping in the Devil's Bed" und "Rocky World". Insgesamt ist dies eine hervorragende Singer/Songwriter-Scheibe von einem, der weiß, wie man es macht, damit ein Album einen wiedererkennbaren Sound hat, anhand dessen man es eindeutig identifizieren kann.
Als Einstieg in das Solowerk von Lanois finde ich die Scheibe sehr gut geeignet.
Bis die nächste Lanois-Produktion in meine Sammlung kam, dauerte es ein paar Jahre. Das war dann entweder "The Joshua Tree" von U2 oder der Soundtrack zu dem Film "Sling Blade" von Lanois selbst.
So genau weiß ich das nicht mehr. Um diese beiden CDs und einige weitere, die Daniel Lanois produziert hat, wie z.B. "Wrecking Ball" von Emmylou Harris, wird es dann im nächsten Beitrag gehen.


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auf den Robbie Robertson Spätwerken hat er auch hörenswerte Spuren hinterlassen.

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