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Thema: Joe Ely - Me and Billy the Kid

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    Standard Joe Ely - Me and Billy the Kid

    Da hab ich neulich die "live at the liberty Lunch" mal wieder ausgegraben und prompt hat mich mein altes Lieblingsstück auf dieser Scheibe zu einer kleinen Fingerübung verleitet.

    Wörtlich übersetzt isses nicht, aber anempfunden und geringfügig aktualisiert.
    Viel Spass.

    Ich und Billy the Kid

    Ja der Billy und ich
    Wir kennen uns lang
    Doch wir konnten nie sehr viel
    Mit einander anfang’

    Wir hatten eine Freundin
    Ihn liebte sie nur Stunden
    Mich ein ganzes Jahr
    Das hat er nie verwunden.

    Sie hatte einen kleinen Hund
    So’n Züchter-Adelsspross.
    Der war ihr ein und alles
    Bis ich ihn erschoss.

    Der Billy wollt’ ihn rächen
    Lappt mich blöde an
    Nee, Billy the Kid und ich
    Wir passen nich’ zusamm’.

    Dann hatte doch der Billy
    Und das ist wirklich wahr
    Die erste Digitaluhr
    Die ich jemals sah.

    Bringt die ihm Selbstbewusstsein?
    Schnappt der sich meine Braut?
    Soweit darfs nicht kommen
    Da hab ich sie geklaut.

    Dann wollte er was werden
    Überanstrengt seinen Kopp.
    Ich trat an mit großer Fresse
    Da hatte ich den Job.

    Später kam er doch noch
    Bei der Firma an.
    Nee- aber Billy und ich
    Wir passen nich’ zusamm’.

    Billy kam dann schneller
    In die Chefetag’
    Die nehmen wirklich jeden
    Und Billy is’n Arsch.

    Endlich fand er eine Freundin
    Und die hielt er fest
    Er schuftete dann wirklich hart
    Baut’ ihr ein goldnes Nest.

    Doch blieb sie viel alleine
    Er war ein Arbeitstier
    Da muss sich einer kümmern
    So schlief halt ich mit ihr.

    Ok ich schmiss mit Geld rum
    Das ich veruntreut hab.
    Die Kollegen liebten mich
    Weil ich die Orgien gab.

    Das hätte ewig funktioniert.
    Zu leben wär nicht schwer
    Wenn da nicht immer wieder
    So ein Billy wär.

    Der kam mir auf die Schliche
    Spioniert mich aus
    Wurde Personalchef
    Und wirft mich doch glatt raus!

    Na, irgendwie geht’s weiter
    Ich krieg ihn schon noch dran –
    Billy the Kid und ich
    Wir passen nicht zusamm.

    (Welche medialen Ereignisse der Jahre 2010 und 2011 erkennen Sie wieder, die hier Inspiration für die Aktualisierung waren?)
    das Sakramentale/schön - wer es hört und sieht/ doch Hunde und Schakale/ die haben auch ihr Lied
    das Krächzen der Raben/ist auch ein Stück/dumm sein und Arbeit haben - das ist das Glück. (Gottfried Benn)

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  3. #2
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    Standard AW: Joe Ely - Me and Billy the Kid

    Joe Ely ist mir das erste Mal Mitte der 90er als Interpret des Songs "Joy" auf dem Tributalbum "For the Love Of Harry - Everybody Sings Nilsson" aufgefallen. Danach schlich er sich nochmal in meine Sammlung als Gastsänger auf der CD der ehemaligen Elvis-Presley-Begleitmusiker Scotty Moore und D.J. Fontana, "All the King's Men" (1997), wo er seinen eigenen Song "I'm Gonna Strangle You, Shorty" spielt.
    Entscheidend dafür, daß ich mir eine Scheibe von ihm anschaffte, war es aber, als ich mal einen Song von ihm im Radio hörte: dabei handelte es sich um "Sleepless in Love".

    Zu diesem Zeitpunkt hatte bereits "Braver Newer World" (1996), das T Bone Burnett für Jimmie Dale Gilmore als Headliner produziert hatte, den Weg in meine Sammlung gefunden. Irgendwie erfuhr ich auch, daß die beiden mal eine Zeit lang bei einer gemeinsamen Band gespielt hatten, den Flatlanders.

    Also mußte nun auch eine Joe Ely CD her. Ich griff zu der zu diesem Zeitpunkt neuesten, "Letter To Laredo" (1995). Dies ist eines von 2 Alben auf denen der niederländische Flamenco-Gitarrist im texanischen Exil, Teye zu hören ist, und Elys Country-Rock entsprechend mit hispanischen Klängen würzt. "Gallo Del Cielo", der Opener "All Just To Get To You", "I Won't Be Here Long", "I'm A Thousand Miles From Home", "That Ain't Enough", "Ranches And Rivers" und der Titelsong sind alles sehr starke Lieder.

    Im Jahr darauf holte ich mir auch eine CD des dritten Solokünstlers unter den Mitgliedern der Flatlanders, Butch Hancock ins Boot, [b]"You Coulda Walked Around the World"[b] (1997). Aber Hancock hat eigentlich seinen eigenen Thread verdient. Sein bis dato neuestes Album ist die Antikriegs-Platte "War And Peace" (2005). Er ist überfällig für eine neue CD.

    Meine zweite Ely-Scheibe war dann "Twistin' in the Wind" (1998), die eine der besten Scheiben ihres Erscheinungsjahres ist. Auch hier starke Titel zuhauf: "Behind the Bamboo Shade", "Up On the Ridge", "Sister Soak the Beans", "Roll Again", "It's A Little Like Love", "Queen Of Heaven", "You're Working For the Man", etc. Jesse Taylor (RIP) gastiert hier auf einigen Songs an der Gitarre, die er ebenfalls in einer sehr frühen Version der Flatlanders spielte, die in dieser Besetzung allerdings keine Aufnahmen gemacht hat. Auf seiner eigenen 98er Scheibe hat er die drei Sänger der Band jedenfalls zu einem Cameo einladen können.

    Ebenfalls 98 wurde das Comeback der Flatlanders eingeleitet mit dem Song "South Wind Of Summer" auf dem Soundtrack des Films The Horse Whisperer.

    Ein weiterer Soundtrack aus dieser Zeit, der einen guten Song von Joe Ely enthält, ist der zu dem Film Tin Cup. Der betreffende Song ist eine rockige Eigenkomposition mit dem Titel "Character Flaw". Wer neben Ely auch den Pianisten Bruce Hornsby mag, für den ist auf jeden Fall die CD ihre Anschaffung wert.

    Die regulären Flatlanders-Alben, die in Folge erschienen, hier auszuklammern, fällt schwer, da sie alle 3 bei mir "Beste Alben des Jahres" geworden sind: "Now Again" (2002), "Wheels Of Fortune" (2004) und "Hills And Valleys" (2009). Mit dem Letztgenannten haben sie die beiden Vorgänger nochmals übertroffen.

    Elys nächste Studio-Soloscheibe erschien mit "Streets Of Sin" (2003), auf der er von der Band der Flatlanders um den Gitarristen Rob Gjersoe (ursprünglich aus Gilmores Band) und dem Drummer Rafael Gayol (aus Elys Band und vorher beim Charlie Sexton Sextet) begleitet wird. Diese Songs sind mit wenigen Ausnahmen relaxter und weniger intensiv als die von Elys 90er Alben. Trotzdem ist es eine sehr gute CD. Anspieltips sind "I'm On the Run Again", "A Flood On Our Hands", "All That You Need", "I'm On the Run Again", "Carnival Bum", "I Gotta Find Old Joe", "Run Little Pony", "Wind's Gonna Blow You Away", "That's Why I Love You Like I Do", der Titelsong und "Twisty River Bridge".

    Der Zeitpunkt war günstig, und das Angebot auch, um mir seine mir noch fehlende CD aus den 90ern anzuschaffen, das Rockalbum "Love And Danger" (1992). Da ist dann endlich auch das anfangs erwähnte "Sleepless in Love" drauf, ebenso wie "She Collected", "Settle For Love", "Love is the Beating Of Hearts", "Pins And Needles", ein Cover von "The Road Goes On Forever" und das dramatische "Whenever Kindness Fails".

    Der Plattenvertrag mit Rounder Records endete Mitte der 00er und Ely machte sein eigenes Minilabel Rack' Em Records auf. Als reguläre Alben mit neuen Songs sind darauf bisher 2 erschienen, über die ich hier berichten kann, und zwei weitere CDs, die ich nicht kenne.
    "Happy Songs From Rattlesnake Gulch" (2007) findet den Sänger auch wieder im rockigen Gewand, ist aber stilistisch recht vielseitig, weil mit verschiedenen Begleitmusikern in verschiedenen Sessions aufgenommen. Anspieltips: "Hard Luck Saint", "Little Blossom", "Up A Tree", "River Fever", "Baby Needs A New Pair Of Shoes", und "So You Wanna Be Rich".

    Dieses Jahr ist dann "Satisfied At Last" (2011) erschienen, daß ich mir trotz seiner lausigen Papp-Verpackung angeschafft habe, weil Ely einer meiner musikalischen Favoriten ist. Die Songs sind auf einem durchgehend hohen Niveau. Allein die beiden Butch-Hancock-Coversongs und die Reprise von "Roll Again" bevorzuge ich im Original. Anspieltips: "You Can Bet I'm Gone", "Not That Much Has Changed", "I'm A Man Now", "Mockingbird Hill", "Satisfied At Last".

    Es geht das Gerücht um, daß Joe Ely etwa um das Jahr 2000 für seine Kinder eine bis dato unveröffentlichte Kinderplatte mit eigenen Songs aufgenommen hat. Die würde ich gerne mal hören, sollte sie irgendwann mal erscheinen.

    Was Jimmie Dale Gilmore angeht, kann ich neben der "Braver Newer World", die wegen ihrer Produktion nicht als Country-Album durchgeht, aus den 90ern auch noch "Spinning Around the Sun" (1993), auf der James Burton an der Gitarre gastiert, und die von Buddy Miller produzierte "One Endless Night" (2000) empfehlen, die bei mir ebenfalls den "Bestes Album des Jahres" Award abgeräumt hat. Später hat Gilmore noch 2 Alben mit old-timey music veröffentlicht.
    Davon habe ich aber nur "Come On Back" (2005). Die ist mir aber etwas zu viel. Hardcore Country trifft es wohl am besten.
    Angeblich hat er etwa um 2008 noch ein weiteres Album mit neueren Songs bei Rounder Records zur Veröffentlichung eingereicht, aber das Label bestand kurz darauf nicht mehr und wurde (glaube ich) von der EMI übernommen. Diese CD ist leider bis dato nicht erschienen.

    Butch Hancock betreibt seit den 70ern Mini-Label(s): zuerst Rainlight Records und später Two Roads Music, auf denen er den Großteil seiner Solomusik veröffentlicht hat.
    Was ich davon kenne, kann ich sehr empfehlen: "You Coulda Walked Around the World" (1997), "Eats Away the Night" (1994) mit Gurf Morlix an der Gitarre, "War And Peace" (2005), "Split And Slide" (1986) (leider noch nicht auf CD!). Seine Texte sind meistens hervorragend, man muß aber schon Countrymusik mögen, um das genießen zu können.
    Der Vollständigkeit halber sei hier noch erwähnt, daß die Sängerin Marce Lacouture, mit der Hancock Mitte der 80er 2 Duo-Alben veröffentlicht hat, mit dem Gitarristen Sonny Landreth (der nicht nur John Hiatt Fans ein Begriff sein sollte), Anfang der 00er Jahre ein sehr schönes Soloalbum mit dem Titel "La Joie Cadienne" (2001 bzw. 2004) im Eigenverlag rausgebracht hat.

    Für Fans der Flatlanders und ihrer Mitglieder kann ich die englischsprachige Diskussionsgruppe http://groups.yahoo.com/group/butch_hancock sehr empfehlen.

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