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Thema: Kraan

  1. #1
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    Standard Kraan

    Kraan waren auf dem gleichnamigen Erstling:

    Peter Wohlbrandt: guit., voc., perc.
    Helmut Hattler: bass
    Johannes A.Pappert: sax., perc.
    Jan Fride: congas, drums

    und

    Romi Orgel auf M.C. Escher und Head

    Kraan wurde 1970 in Berlin von Jan Fride, Peter Wohlbrandt, Helmut Hattler und Johannes A. Pappert gegründet. Ihre Musik ist eine Mischung aus Rock und Jazz, auch Fusion genannt. Im Booklet des ersten Albums schreibt Helmut Hattler von ihrer ersten Bleibe in Neukölln. Der orientalische Einschlag in ihrer Musik wurde geprägt von der Musik aus einem orientalischen Folkloreclub im gleichen Haus. Im Song Kraan Arabica wird das ganz deutlich. Auch der Name "Kraan" hat den vermeintlichen Ursprung aus dem arabischen. Das Wort "Kraan" oder ähnlich kam in einem Song vor, den Hattler in Radio Bagdad hörte. "Firma Kraan" war der ursprüngliche Bandname.
    Hattler spielte vorrübergehend den Bass bei der Band Erna Schmidt. Als diese Band sich auflöste, übernahm Kraan deren Unterkunft in Wintrup am Teutoburger Wald. Das Anwesen gehörte Graf Metternich. der Graf war ein Kunstmäzen und stellte es kostenlos zur Verfügung. 1972 war es soweit für die Aufnahmen ihres Debutalbums.

    Die Musik von Kraan lebt von der Improvisation. Irgendwie hebt sie sich von dem üblichen Krautrock ab, sie ist jazziger und passt weniger in die Schublade "Progrock". Die Songs haben oft Überlänge, "Head" auf dem Debutalbum zum Beispiel dauert 18:34 Minuten. Mein Favorit von Kraan ist übrigens das Thema aus dem ersten Song, Sarahs Ritt durch den Schwarzwald.

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ID:	11241

    Die Songs auf Kraan:

    1. Sarah's Ritt Durch Den Schwarzwald
    2. M.C. Escher
    3. Kraan Arabia
    4. Head
    5. Sarah Auf Der Gänsewies'

    Bonüsse:

    6. Sarah's Ritt Durch Den Schwarzwald
    7. M.C. Escher
    8. Head
    9. Sarah Auf Der Gänsewies'

    Die ersten Alben werden momentan so gut wie verschenkt. Es lohnt sich bei Amazon zu suchen.

    Fortsetzung folgt...
    Geändert von remo4 (19.06.2012 um 20:58 Uhr)

  2. The Following 2 Users Say Thank You to remo4 For This Useful Post:

    Demon (20.06.2012), Mellow (21.06.2012)

  3. #2
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    Standard Kraan - Wintrup

    Wintrup war der Name des zweiten Albums von Kraan. Die Besetzung ist geblieben, lediglich der Gastmusiker Romi fehlt. Auffällig sind die kürzeren Songs, kein Longtrack mehr. Die Improvisationen sind aber noch vorhanden, davon lebt die Musik von Kraan schließlich.

    Was es zu kritisieren gibt, den Gesang kann man getrost vergessen. Kann mir jemand sagen was bei "Gut und richtig" der Text ist?

    Der Gesang ist bei Kraan auch nicht so wichtig, die vier Ausnahmemusiker machen das in den Instrumentalteilen mehr als wett. Wintrup ist weniger jazzrockig als der Vorgänger, auch das orientalische fehlt, dafür rockiger. Sounds meinte, die Musik hört sich verkrampft an, eben typisch für deutsche Bands, und vergleicht mit Traffic. Irgendwie ist das Urteil schon richtig, aber trotzdem hebt sich das Album positiv von vielen anderen aus der glorreichen Ära des Krautrock ab. Für mich ist Wintrup ein Klassiker und wer sich mit dem deutschen Liedgut der frühen 70er auseinandersetzen will, der kommt weder an Kraan noch an Wintrup vorbei.

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    Die Songs:

    1. Silver Wings
    2. Mind Quake
    3. Backs
    4. Gut Und Richtig
    5. Wintrup
    6. Jack Steam
    Bonus
    7. Fat Mr. Rich
    Geändert von remo4 (25.06.2012 um 17:19 Uhr)

  4. #3
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    Standard Kraan - Andy Nogger

    Kraan - Andy Nogger

    Das dritte Album von Kraan wurde 1974 aufgenommen. Im Begleittext wird besonders auf den damals wichtigen Produzenten Conny Plank hingewiesen. Was beim ersten Anhören auffällt ist tatsächlich die sehr gute Aufnahmequalität und die noch kompakter als auf Wintrup wirkenden Songs. Mit anderen Wort, Andy Nogger ist professioneller als die Vorgänger. An Frische hat die Musik von Kraan nichts verloren. Während bei Wintrup noch von "verkrampft" die Rede war, hier wirkt alles entspannter und lockerer. Es wird auch wieder mehr improvisiert, den Musikern wird scheinbar auch mehr Freiheit dazu gegeben. Besonders hörenswert ist das Zusammenspiel bei "Nam Nam".

    Eine Kritik bleibt, Kraan und Gesang passen nicht.

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ID:	11243

    Die Songs:

    1. Stars
    2. Andy Nogger
    3. Nam Nam
    4. Son Of The Sun
    5. Holiday Am Marterhorn
    6. Home
    7. Yellow Bamboo

  5. #4
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    Standard AW: Kraan

    Das nächste Album auf Spiegelei wäre die ---> Live, aber da gibt es bereits einen Thread. Hier noch einmal der Vollständigkeit halber der Text:


    Kraan – Kraan Live

    Kraan Live erschien 1975 und wurde in Berlin im Oktober 1974 aufgenommen. Ort der Aufnahme war das Quartier Latin. Kraan waren:

    Peter Wollbrandt: guit., voc.
    Jon Fride: drums
    Hellmut Hattler: bass, voc.
    Johannes A. Pappert: alto-sax

    Kraan Live ist Jazzrock made in Germany und braucht sich vor Bands wie If oder Back Door nicht zu verstecken. Die drei „voc.“ in der Besetzungsliste haben nicht viel zu sagen. Es ist zu 98% Instrumental was da zu hören ist. Die Musiker sind mehr als Durchschnitt und der Beweis, auch in der Krautrockszene, falls Kraan überhaupt dazu gehört, gibt es erstklassige Musiker. Besonders herausragt Hellmut Hattler mit seinem Bass.

    Es wird, so wie es sich für eine Jazzrockband gehört, improvisiert. Vier Songs liegen über 10 Minuten und damit haben alle Musiker Zeit sich musikalisch zu entfalten. Die Namen sind etwas abenteuerlich und sehr tiefgründig: Sarah’s Ritt durch den Schwarzwald hat es mir besonders angetan. Irgendwoher kommt mir das Thema bekannt vor, ich weiß nur nicht woher.


    Kraan ist wieder auf Tour und wenn sie bei euch in der Nähe spielen, es lohnt bestimmt. TMBlues ist manchmal mit seiner Kamera dabei.

    1. Jerk Of Live
    2. Nam Nam
    3. Holiday Am Marterhorn Including Gipfelsturm
    4. Sarah's Ritt Durch Den Schwarzwald
    5. Andy Nogger
    6. Andy Nogger - Gutter King
    7. Hallo Ja Ja, I Don'T Know
    8. Lonesome Liftboy
    9. Kraan Arabia
    Geändert von remo4 (21.06.2012 um 19:23 Uhr)

  6. #5
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    Standard AW: Kraan

    Keyboard vs. Saxophon

    Auffällig ist, dass die Alben "Wintrup", "Andy Nogger" und "Live" komplett
    ohne Keyboards eingespielt wurden. Deren musikalische Rolle übernahm
    das von J. Pappert gespielte Saxophon. Eine ungewöhnliche Besetzung -
    aber sie hat funktioniert: Pappert schafft es, das Saxophon so variabel
    klingen zu lassen, dass es seine Rolle ausfüllt und oftmals gar nicht wie
    ein typisches Sax klingt. Es gibt Momente, da möchte man als Zuhörer
    wetten, dass da eine Orgel oder ein Synthie mitspielen!

    "Live" (1975)

    remo4 schreibt, dass es auf dem Album "Andy Nogger" "entspannter und
    lockerer" zuginge als auf dem Vorgänger-Album. So ganz "gelöst"
    erscheint mir die Handbremse aber nicht, insbesondere im Vergleich mit
    "Live". Kraan waren offenbar eine typische Live-Band, die erst im Konzert
    so richtig loslegt. Auf dem Live-Album groovt und rockt ihre Musik viel
    mehr und macht - jedenfalls mir - mehr Spaß. Für mich ist es das beste
    Kraan-Album, noch vor "Andy Nogger, und ich würde es sogar als Einstieg
    in die Musik der "alten" Kraan empfehlen. Übrigens ist es (zumindest in
    der im Jahr 2000 neu gemasterten Version) auch von guter Tonqualität
    (was für ein Konzert-Album keine Selbstverständlichkeit ist).

    Der Gesang hält sich auf dem Live-Album in Grenzen. Was zu hören ist,
    passt auf gewisse Weise aber sogar zu der etwas improvisierteren und
    "ruppigeren" Atmosphäre, verglichen mit dem Studio.

  7. #6
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    Standard Kraan - Let It Out

    Kraan - Let It Out

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Name:	kraan_let_it.jpg
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    Kraan hat Verstärkung bekommen! Ingo Bischoff ist mit seinen Keyboards eingestiegen. Das zusätzliche Instrument tut Kraan ganz gut. Bischoff war vorher Mitglied bei Karthago. Aufgenommen wurde "Let It Out" nicht im Studio, sondern in einer Scheune auf dem Hof in Wintrup.

    "Let It Out" ist experimenteller als die Vorgänger. Nicht mehr ganz so viel Jazzrock, dafür mehr Funk. Die Songs sind relativ kurz geworden. Nicht die Improvisation steht im Vordergrund, es sind mehr die Melodien.

    Meines Wissens nach war mit diesem Album Schluss bei dem Krautrocklabel Spiegelei. Damals verlor ich Kraan aus den Augen und ehrlich gesagt, erst durch TMBlues und seine Clipse mit Hellmut Hattler kam ich wieder auf die Band. Nach den Jahren klingt Kraan für mich immer noch gut, obwohl ich mir einige andere Jazzrocker nicht mehr anhören kann. Trotzdem wird "Let It Out" mein letztes Album von Kraan sein. Über die ersten vier Alben veränderte sich Kraan von einer Band die nur improvisierte, bis hin zu einer Band mit kommerzieller Ausrichtung. Das soll nicht negativ gemeint sein, aber es fehlt bereits auf "Let It Out" irgendwie die Spannung der ersten beiden Alben.

    Kraan war eine der wichtigsten Bands des Krautrock. Wie im Booklet zu lesen, war Kraan in Deutschland bei dem Sounds Poll 1975 in etlichen Kategorien ganz oben vertreten. Nicht umsonst wurde Kraan zur Band des Jahres gekürt. Hattler stand an der Spitze des Instrumentalisten des Jahres, noch vor Klaus Doldinger! Die "Kraan Live" führte die Jahreshitparade der deutschen Platten an, den zweiten Platz besetzte "Let It Out".

    Die Songs:

    1. Bandits In The Woods
    2. Luftpost
    3. Degado
    4. Prima Klima
    5. Let It Out
    6. Die Maschine
    7. Heimweh Nach Übersee
    8. Picnic International

  8. #7
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    Standard AW: Kraan

    Kraan: Wiederhören (1977)

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    1 Just One Way (3:50)
    2 Vollgas Ahoi (6:06)
    3 Silky Way (3:55)
    4 Rendezvous In Blue (5:56)
    5 Let's Take A Ride (5:24)
    6 Rund um die Uhr (3:31)
    7 Yaqui Yagua (5:18)
    8 Wiederhören (7:14)

    Ingo Bischof: keyboards
    Jan Fride: drums
    Hellmut Hattler: bass
    Peter Wolbrandt: guitars, vocals
    und
    Tommy Goldschmidt: percussion (Tr. 1, 5, 6)

    Mit diesem 1977er-Album sind zunächst einmal zwei Veränderungen
    festzustellen:
    Zum einen: Es erschien nicht mehr beim Label Spiegelei, sondern bei
    Harvest, der "progressiven" Abteilung der EMI.
    Und - viel wichtiger: Der Saxphonist Johannes Pappert, der den Sound von
    Kraan bisher entscheidend geprägt hatte, hatte die Band verlassen, und es
    sollte fortan ohne Saxophon weitergehen.

    Nicht mehr ganz so viel Jazzrock, dafür mehr Funk. Die Songs sind relativ
    kurz geworden. Nicht die Improvisation steht im Vordergrund, es sind mehr
    die Melodien.
    Diese Worte können gleichermaßen auch für "Wiederhören" gelten. Das
    Abenteuerliche und gelegentlich Langatmige, das die frühen Werke
    charakterisiert, ist verschwunden; die Songs sind nicht nur kürzer, sondern
    auch klarer und leichter erfassbar. Der Sound ähnelt nun stellenweise dem
    anderer Fusion-Bands der 70er, sicherlich auch bedingt durch den Einsatz
    der Keyboards.

    Anders als bei "Andy Nogger" habe ich übrigens an keiner Stelle mehr den
    Eindruck, als spiele die Band "mit angezogener Handbremse". Insbesondere
    "Vollgas ahoi" groovt wie die Hölle, und auf "Wiederhören" spielt Hellmut
    Hattler ein großartiges Bass-Solo.

    Auch der Flow des Albums stimmt: es herrscht eine schöne Abwechslung
    hinschtlich Atmosphäre und Tempo der Stücke. Einer der schönsten Momente
    ist der Beginn des langsamen "Silky Way" nach "Vollgas Ahoi". Dadurch,
    dass beide Nummern sehr bassbetont sind, entsteht aber auch eine gewisse
    Verbindung zwischen ihnen.

    Ach ja: beinahe hätte ich vergessen, den Gesang zu erwähnen. Er fällt
    mir nämlich nicht mehr negativ auf! Peter Wolbrandt singt zwar nicht
    "schöner" als auf früheren Alben, aber der Gesang wird m.E. sinnvoller
    eingesetzt (und hält sich sowieso in Grenzen).

    Mein Fazit: ****

    Abschließend noch ein Wort zur CD-Neuveröffentlichung aus dem Jahr
    2005: Sie kommt mit einem umfangreichen Booklet und mit einem
    Bonustrack, nämlich einer 20-minütigen Liveversion von "Wiederhören".
    Da ich nicht diese CD besitze, kann ich beides allerdings nicht bewerten.

  9. Die folgenden Forenmitglieder sagen zu Demon vielen Dank für diesen Beitrag:

    remo4 (25.06.2012)

  10. #8
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    Standard die Alben von Kraan

    Zwischendurch die Discographie von Kraan:

    Kraan - 1972
    Wintrup - 1973
    Andy Nogger - 1974
    Kraan Live - 1975
    Let It Out - 1975
    Wiederhören - 1977
    Flyday - 1978
    Tournee - 1980
    Nachtfahrt - 1982
    X - 1983
    Kraan Live 88 - 1988
    Dancing In The Shade - 1989
    Soul of Stone - 1991
    Live 2001 - 2001
    Berliner Ring - 2001
    Through - 2003
    Psychedelic Man - 2007
    Diamonds - 2010

  11. Die folgenden Forenmitglieder sagen zu remo4 vielen Dank für diesen Beitrag:

    Demon (25.06.2012)

  12. #9
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    Standard AW: Kraan

    Kraan: Flyday (1978)

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    1 Far West (2:31)
    2 My Brother Said (3:42)
    3 Ausflug (7:15)
    4 Gayu Gaya (5:05)
    5 You're Right (5:59)
    6 Young King's Song (5:35)
    7 Buy Buy (3:35)
    8 Flyday (3:19)

    Ingo Bischof: keyboards
    Udo Dahmen: drums
    Hellmut Hattler: bass, vocals
    Peter Wolbrandt: guitars, vocals

    Wir schreiben das Jahr 1978. Im Jahr zuvor hatten Kraan ein offizielles
    Abschiedskonzert gegeben, und Hellmut Hattler - Kopf der Band - hatte
    sein Solo-Album "Bassball" veröffentlicht. Das Ende? Nein: Hattler und
    der Gitarrist Wolbrandt wollten es doch wieder zusammen versuchen! Als
    Keyboarder wurde wieder Ingo Bischof verpflichtet; als Trommler wurde
    diesmal Udo Dahmen mit ins Boot geholt. Toningenieur und Co-Produzent
    sollte Conny Plank sein, der seit "Andy Nogger" an allen Alben von Kraan
    mehr oder weniger beteiligt gewesen war.

    Das Ergebnis dieser Bemühungen, das Album "Flyday" erschien noch im
    selben Jahr. Stilistisch ähnelt es seinen zwei Vorgängern, kann aber deren
    Niveau m.E. nicht erreichen. Unterhaltsam bis relaxed klingende Fusion...
    aber größtenteils auch nichts, was darüber hinausgeht: Wenig an
    musikalischen Ideen, wenig Drive, stattdessen eine Portion Schlafmittel.

    Nur 2 der im Original 8 Titel möchte ich wegen ihrer schönen Gitarrenarbeit
    loben: Zum einen "Far West", das leider etwas kurz ist. Und ganz
    besonders Track 3: "Ausflug". Die Nummer fängt zwar etwas schläfrig an,
    aber dann packt Peter Wolbrandt die E-Gitarre aus und lässt die Noten
    sprühen und funkeln!

    Das Label "Revisited Records" hat im letzten Jahrzehnt einige Alben von
    Kraan in einer neu gemasterten Version als CD veröffentlicht, z.T. mit
    Bonustracks, und immer mit einem ausführlichen Beihefter. So auch
    "Flyday", und der Bonustrack ist in diesem Falle gaaanz wichtig: Eine
    Live-Version von "Gayu Gaya", aufgenommen während der Flyday-Tournee;
    zusätzlich zur Besetzung der Studioaufnahmen wirkt noch einmal
    Johannes Pappert am Saxophon mit. Und hier musiziert die Band endlich
    mit Spielfreude und Elan!

    Seltsamerweise hat Hellmut Hattler das Album später ausdrücklich gelobt:
    "Eine meiner definitiv liebsten Veröffentlichungen", "mit vielen tollen
    Momenten". Marketing-Gerede? Oder hat der Rezensent doch Bohnen in
    den Ohren...?

  13. Die folgenden Forenmitglieder sagen zu Demon vielen Dank für diesen Beitrag:

    remo4 (27.06.2012)

  14. #10
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    Standard AW: Kraan

    Kraan: Tournee (1980)

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    1 Borgward (8:25)
    2 Almrausch (6:09)
    3 Peterchens Reise (7:02)
    4 Vollgas Ahoi (8:08)
    5 Yaqui Yagua (8:08)
    6 Silky Way (4:47)

    Ingo Bischof: keyboards
    Udo Dahmen: drums
    Hellmut Hattler: bass
    Peter Wolbrandt: guitar, vocals

    Die Wiederbelebung der Band im Jahr 1978 war ein Erfolg, und 1980
    erschien ein weiteres Album in der "neuen" Besetzung mit I. Bischof
    an den Keyboards: "Tournee". Der Name verrät es bereits: Es handelt
    sich um ein Live-Album, und zwar mit Aufnahmen aus verschiedenen
    Konzerten aus dem Jahr 1979.

    Was der Live(-Bonus)-Track auf "Flyday" hatte ahnen lassen, sollte
    sich mit "Tournee" bestätigen: Kraan konnten (oder wollten?) vor
    Publikum ganz anders spielen als im Studio. Mit "Tournee" ist nach
    dem Konzertalbum von 1975 ein weiteres Meisterwerk entstanden, das
    mit Spielfreude, Virtuosität und Schwung glänzt, aber nun auch mit den
    reiferen Kompositionen.

    Interessant: Unter den 6 Nummern auf dem Album ist kein einziger
    Titel aus dem seinerzeit aktuellen Album "Flyday" vertreten. 3 Titel
    waren bis dahin unveröffentlicht, die 3 anderen stammen vom Album
    "Wiederhören". Mein Favorit und Anspieltipp ist übrigens wieder
    "Vollgas Ahoi". Sein Beginn, mit dem blubbernden Rhythmus, gehört
    zu den großartigsten Momenten auf dem Album. Als letzte Nummer
    wird das relativ ruhige "Silky Way" gespielt und bringt den Zuhörer
    nach furiosen 42 Minuten wieder "runter" - perfekt ausgedacht!

    Wenn ich oben im Beitrag #5 das Live-Album von 1975 als das beste
    von Kraan bezeichnet habe, dann war das voreilig und lag nur daran,
    dass ich mich mit "Tournee" erst jetzt näher befasst habe. Historisch
    gesehen sind die Live-Aufnahmen von 1975 vielleicht die bedeutenderen,
    weil sie zu ihrer Zeit innovativer und überraschender waren. Was den
    Spaß beim Anhören betrifft - insbesondere mehr als 30 Jahre später -
    möchte ich aber keinen Unterschied machen. Beide Alben gehören für
    mich in die 5-Sterne-Klasse: *****

    Das Album wurde im Jahr 2012 von "36music" neu gemastert und
    wiederveröffentlicht, übrigens ohne irgendwelche Bonustracks. (Nach
    "Silky Way" noch was anderes zu spielen wäre auch wirklich keine gute
    Idee gewesen, s.o.) Mir liegt diese Veröffentlichung vor - wenn auch nur
    als Download aus dem iTunes-Store - und die Tonqualität ist für ein
    Live-Album m.E. sehr gut.

    "Tournee" kommt mir wie ein Meilenstein einer musikalischen
    Entwicklung vor, die im Rückblick bis dahin kontinuierlich wirkt. Später
    in den 80ern war die Musik von Kraan (soweit ich sie überhaupt kenne)
    aber durch z.T. einschneidende stilistische und klangliche Veränderungen
    geprägt, insbesondere seit der Hereinnahme des Trompeters Jo Kraus.
    1990 oder 91 lösten sich Kraan dann (wieder einmal...) auf, und Hellmut
    Hattler gründete zusammen mit Jo Kraus das Projekt "Tab Two".

    Erst Jahr 2001 fand die Besetzung Hattler/Wolbrandt/Bischof/Fride wieder
    zusammen und knüpfte musikalisch nochmal an die "alten Zeiten" an,
    aber das ist dann schon wieder eine neue Geschichte...

  15. Die folgenden Forenmitglieder sagen zu Demon vielen Dank für diesen Beitrag:

    remo4 (08.07.2012)

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