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Thema: THE BEATLES - Meine Geschichte

  1. #1
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    Standard THE BEATLES - Meine Geschichte

    Remo... ? Sei tapfer .... !


    Als die "Unaussprechlichen" - foreninterner Nickname für diese Band - erstmals Hamburg unsicher machten, nuckelte ich an der Mutterbrust, schiss in die Windeln, konnte nicht laufen noch sprechen. Ich war ein Daumenlutscher, kaum geboren.

    Ich erinnere mich gut an den Tag, als ich im Jahr 1970 mit meinem Freund auf dem Weg zur Penne war. Beinahe beiläufig erzählte er mir, dass sich die Pilzköpfe aufgelöst hätten. Ich zuckte nur die Schultern. Ich hatte keine Ahnung von der Bedeutung dieser Gruppe. Für mich war das nur ein Name.

    In den nächsten Jahren lief der eine oder andere Film der Band im TV. So lernte ich sie etwas näher kennen.
    Angetan haben es mir "A Hard Days Night" und "And I Love Her", aus ihrem ersten Film.

    Um 1974 herum hielt ich zum ersten Mal eine LP der Band in den Fingern, ausgeliehen von einem Freund. Es war ihr Debüt. Nett anzuhören, Beat Musik eben. Die LP fand ich viel zu kurz.

    Etwa zur gleichen Zeit entdeckte ich bei einem Onkel ihr letztes veröffentlichtes Album, LET I BE. Neugierig, wie ich war, lieh ich die LP aus. Sie ließ mich kalt, bis auf den Titeltrack, der Song hatte was.

    Zwei offizielle EMI-Hitsampler, bekannt als Blaues Album und Rotes Album, hatte ich schon bald mit meinem Uher Tonbandgerät aufgezeichnet. Dank Freund Volkmar. Der Typ, der mir das Debüt geliehen hatte.

    1976 erschien die Doppel-LP ROCK 'n' ROLL MUSIC. 28 Songs der härteren Gangart und mit vielen Coversionen, die einen Teil der Einflüsse der Pilzköpfe dokumentierten. Dieses Album war meine Einführung in die Welt des R´n´R.

    Was soll ich sagen, eines Tages schleppte mein Bruder dieses Album an. Ich war von den Socken, denn für mich persönlich war die Band bis dato nur eine von ganz vielen, ohne große Bedeutung. Obwohl ich 1976 schon ihr Renommee kannte. "Helter Skelter" beeindruckte mich, weil ich Ende der siebziger Jahre im Hardrockfieber war.


    Im Zuge meiner Entdeckungreise der Rock- und Popmusik las ich viel über diese sagenhafte Band. Doch ich bekam keinen Impuls, eines ihrer Werke zu erwerben. So vergingen die Jahre.

    Ende der achtziger Jahre kaufte ich ein Buch über die Kapelle, mit ausführlicher Diskographie. Ich hatte den wahnwitzigen Plan entwickelt, mir alle Songs auf CD zu kaufen, die die Gruppe je veröffentlicht hatte.
    Album tracks und Singles, mit A u. B-Seite.

    Alle Singletracks erschienen nur auf Samplern. Wenige dieser Sampler erschienen zu "Lebzeiten" der Band, viele erst Jahre später.

    1978 erschien eine Kompilation mit dem Titel RARITIES. Tatsächlich enhält die LP einige Songs, die vorher nur auf Singles erhältlich waren.
    Auch zwei deutsch eingesungene Songs aus der Frühphase.

    Weil ich möglichst wenig Doubletten haben wollte, folgte nach dem Kauf des Buches ein intensives Studium der Diskograpahie.Mit unzähligen Strichlisten. Wie man vielleicht weiß, erschienen die ersten Alben in den USA in gänzlich unterschiedlichen Versionen im Vergleich zu den britischen Veröffentlichungen.

    Meine Hoffnung, dass die Alben der Frühzeit als Twofer erscheinen würden, erfüllte sich nie. Ebenso wenig wie die Vorstellung, die Alben der Beatära würden in aufgepeppten Versionen erscheinen. Aufgepeppt mit den damaligen Singletracks.

    Machtwort: Nun ist es gut mit schien-schein-shone-ER

    Die EMI, das Label der Truppe, hält bis heute an einer starren, konservativen Veröffentlichungspolitik fest und verhält sich vorbildlich, wenn es um Beutelscheiderei geht. Vielleicht hätte EMI das Inventar mehr pflegen sollen, anstatt in Rüstungsfirmen und Rüstungsprojekte zu investieren. Vor wenigen Jahren ging EMI pleite und wurde von UNIVERSAL übernommen, dem nun unbestritten größten Schallplattenmulti der Welt.


    Alle Alben, inklusive der Compis aus den 70er Jahren, sind nur im damaligen Originalformat erhältlich.Hochpreisig. Oft wenig Musik für viel Geld.

    Im CD-Zeitalter wurden viele, aber nicht alle Tracks, die nicht auf den regulären LPs enthalten waren, von der EMI auf zwei Compis namens PAST MASTERS Vol.1 & 2 gebrannt. Beispielsweise fehlt "Hey Jude". RARITIES wurde durch die PAST MASTERS teilweise obsolete.
    Welch´ Revolution im Hause EMI ...

    Es gibt kein kreatives Boxset von der Gruppe.
    Man kann die Musik der Band einzeln oder im Karton erwerben. All you can eat. Boxen gab es. Alle Alben auf ein Mal. Einzelpreis mal Anzahl der Alben.
    Einzige Ausnahme war das LP-Set mit RARITIES als Schmankerl.

    Mitte der neunziger Jahre ersch.... kam die ANTHOLOGY-Kompilation auf den Markt. Die Band live at work. Soundschnipsel und songs in progress, die dokumentieren, wie Lennon, McCartney, Harrison und Ringo im Studio gearbeitet haben. Inklusive begleitender Doku im TV. Habe ich aufgezeichnet und wiederholt angesehen. Der heilige Gral für Fans der Band. Ich gehöre nicht dazu.

    Es war ein rein akademisches Interesse. Ich habe nicht erwartet, Berührungspunkte zu bekommen.


    Ich mag die Truppe. Ich kann mir ihre Lieder von A-Z anhören, ohne mich zu gruseln. Ich mag so gut wie Alles. Auch die ganz frühen Aufnahmen mit Tony Sheridan. Mei Bonniiiie flais owa se oschen ...

    Vielleicht bin ich zu jung für diese Meister und genialen Erneuerer der zeitgenössischen Musik.

    Nur wenige ihrer Songs haben mich berührt. Bevor ich kaufe, möchte ich berührt worden sein.
    music was my first love and it will be my last (John Miles)

  2. #2
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    Standard AW: THE BEATLES - Meine Geschichte

    Süffisant geschrieben
    alter schwarzer Wadenbeisser!


    *Hundekeks zur Belohnung*





    Ja, ich muss gestehen, auch ich stolperte schon früh über diese Truppe aus Liverpool, genauer gesagt Anfang Siebziger.

    Mein Bruder mochte es gerne laut (STONES, KINKS, WHO, TASTE, HENDRIX, DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN usw.), ich anfänglich eher bunt (zeitgemässer Glamrock eben, T. REX, SLADE, ELTON JOHN), aber egal in welcher Sparte man sich eingenistet hatte, es gab wohl für niemanden ein Vorbeikommen an den BEATLES. Die waren die ersten Jahre nach ihrer Auflösung noch überall präsent, auf Postern, in Zeitschriften und sie hatten sich sogar in die Schlagersinglesammlung (ROY BLACK, ADAMO etc.) meiner Schwester geschlichen. Das Intro der Schweizer Hitparade „Bestseller auf dem Plattenteller“ mit dem hinterlegten SGT-PEPPER-Auszug war ein wöchentlicher, unverzichtbarer Begleiter.

    Ich glaube die Compilation AND NOW: THE BEATLES war mein erster käuflich erworbener Tonträger von ihnen (schätzungsweise 1972, gefunden in einem Kaufhaus in einem dieser LP-Drehständer die normalerweise mit JAMES LAST und Co. bestückt waren), parallel dazu gab es schon bald A HARD DAYS NIGHT und HELP! (unter dem depperten deutschen Titel Hi-Hi-Hilfe!) im TV wenn ich mich nicht vollends täusche.

    Ja, vor allem HELP! hatte es mir angetan (ich besass an die US-LP-Version, also den Filmsoundtrack), diese paar elektrifizierenden Songs da drauf lösen heute noch Glücksgefühle bei mir aus. Verwirrend dagegen waren BADFINGER, gefunden auf einem nicht beschrifteten Tape des Bruders: Ich glaubte hier lange es handle sich um die besagten Typen aus Liverpool, nichtsdestotrotz wurden die später meinen bevorzugten Powerpop-Lieblingen.

    Bis ca. 1975 hatte ich dann so ziemlich Überblick über die BEATLES gewonnen und kannte so eigentlich fast alles was der fabelhafte Vierer in seinen verschiedenen Phasen bis dato veröffentlicht hatte. Das WHITE ALBUM entwickelte sich übrigens zu einem meiner BEATLES-Favoriten.

    Frustrierend war hingegen der Mist den JOHN, PAUL, GEORGE und RINGO solo raushauten: Die LP’s RED ROSE SPEEDWAY von PAUL und der hochgelobte Longplayer RINGO waren echte Grabbelbox-Könige (die beiden Scheiben hatte ich günstig erstanden und danach verschenkt weil keiner tauschen wollte), vieles von GEORGE hinterliess bei mir bloss gigantische Fragezeichen (z.B. WONDERWALL), den absoluten Tiefpunkt erreichte er wohl mit DARK HORSE (1974). Einzig „Imagine“ von JOHN stach irgendwie heraus (mit seinem Spätwerk konnte ich mich allerdings nie anfreunden, das war mir musikalisch zu belanglos) und dann natürlich „Live And Let Die“ (1973) von den WINGS, sowas wie eine Entschuldigung für all den Müll den PAULCHEN nach den BEATLES an den Start karrte.

    Viel später schloss ich dann Frieden mit den ehemaligen BEATLES auf Solopfaden:
    Mit GEORGE als Mitglied der TRAVELING WILLBURYS, mit PAUL auf RUN DEVIL RUN (1999) und selbst RINGO macht heutzutage mit seiner ALL-STARS-Truppe einen ausgezeichneten Job, vor allem als witziger Entertainer.

    Die BEATLES höre ich heute nicht mehr so oft, Powerpop-Bands die sich mit ihrem Sound irgendwie auf den Fundus der Truppe abstützen hingegen schon, eigentlich schon immer, nicht erst seit den oben erwähnten BADFINGER. Und Coverversionen von BEATLES-Songs mag ich ebenfalls, da gibt’s in allen Genre-Sparten ja reichlich davon, von Jazz, Rock, Klassik, Punk, Easy Listening bis Reggae. Solche Interpretationen sind natürlich nicht immer das Gelbe vom Ei, aber die ein und andere Version kann schon überzeugen.




    PS.
    Ich habe bislang noch keine einzige BEATLES-Platte in Form einer Compact Disc erstanden,
    offenbar war bislang die Zeit noch nicht reif. Aber HELP! oder RUBBER SOUL mal in astreinem Klang zu hören wäre schon reizvoll…

  3. #3
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    Standard AW: THE BEATLES - Meine Geschichte

    Eine Anti-Beatles-Story?
    Okay. Meine geht so:

    1975 Erstbesitz eines Kassettenrekorders: Glamrockzeiten. Oldieswelle. Im Rundfunk. Plattenzugang – keiner. Mauerzeit.

    Ein Klassenkamerad besitzt die „Collection of Beatles-Oldies“ von AMIGA. Der Inhalt stammt aus der Frühphase: She loves you, a hard days night usw. Werke der pseikädellik-Drogenphase fehlten. (Und sind mir zu der Zeit noch unbekannt.) Der beste Song auf dieser Zusammenstellung war für mich Yellow submarine, wegen all der Geräuschgimmiks und weil er zu meinem damaligen antiquarischen Lesestoff zu passen schien: Skagerak, alle meine Kampfflüge, Seeteufel … Kriegsliteratur der 20er Jahre. Da passt’n U-Boot-Song wie „Faust auf Auge“.

    An diesem Punkt muss ich nun zunächst verweilen, weil ansonsten wiedermal manch unantastbar gutmenschlich sozialisierter Westgermane sich bemüssigt fühlen könnte, mich der Braunheit zu zeihen. Sind doch im Klischeebild so manchen Bruders und mancher Schwester „da drühm“ die aus der Zone alle mehr oder weniger „Nazis“.

    Zur Erklärung: Mir ging es so ähnlich, wie es Heinz Rudolf Kunze in seinem Deutschlandlied „Verlassen von allen guten Geistern“ anfang der 80er besang: „Im Landserheft dein Nachtgesicht entdeckt…“ Ich war sehr billig an einen Packen Memoiren-Literatur des I.Weltkriegs gekommen und hatte dort Ereignisse und Fakten gefunden, die der Geschichtsunterricht unter den Tisch fallen ließ. Ohne reflektierende Gespräche mit Vater und Großeltern hätten diese Bücher mit Sicherheit Verwirrung stiften können. Vater gab mir einfach „Im Westen nichts Neues“ dazu und schwups war die Welt wieder geradegerückt.

    Übrig blieb vom U-Boot-Song die Sesamstraßen-Variante „In dem grüngelben U-Boot leben wir, U-Boot leben wir, U-Boot leben wir“, die ich mit 2 Klassenkameraden und fernsehmonstermäßigem „Mähnenschmiss“ -live gesungen, resp. gegröhlt - bei diversen Klassen-Discos oder auf Klassenfahrten dem Publikum zu Gehör brachte, ob dieses nun wollte oder nicht!

    Die Zeit um 75 war auch eine Zeit des Abfeierns diverser Solosachen der Ex-Beatles im Radio: „Dark Horse“ war eine mittelmäßige Harrison-Single mit reichlich Airplay. Ein Lied über ein dunkles Pferd passte nun wieder zu meiner Indianermacke. Kurz danach kam sein wunderschönes „you“ heraus und blieb rätselhaft erfolglos.

    John Lennon krähte gerade seine Version von „stand by me“ in den Äther und mal im Ernst: Er macht das besser als seinerzeit Ben E. King, den ich wiederum wegen anderer Hits verehre. Das bemüßigte einige Radiomoderatoren an „Imagine“ zu erinnern und „Dream Nr.9“ zu spielen.

    McCartney wurde medial nahezu für Gott erklärt wegen „Venus and Mars“. Es war ein Gelobhudel ohne Ende. Ich hatte Mühe anhand der gesendeten Bruchstücke irgendwas begeisterndes zu finden: „Rockshow“ war okay, klang aber gegen Slade und BTO wie eingeschlafene Füße! Zeitchen später erwischte ich sein „Band on the run“ – das war eine deutlich bessere Hausnummer. Die „Silly Love songs“ wiederum war’n viiiiel zu lang. Mit McCartney und mir – das funktioniert am wenigsten.

    Von Ringo gab es „Photograph“ und „You’re 16, you‘ re beautiful and your mine“ zu erbeuten., aber den übersieht und überhört man schnell, es gab ja auch soooooviel besseres zu entdecken! Es waren die guten alten Zeiten VOR Erfindung des Format-Radios: Ein musikalischer Abenteuerspiellatz kosmischer Ausmaße!

    Als ich dann LP-Zugang zu Beatles-Werken hatte, war es zu spät. Ich wusste zu viel über sie. Die waren zu sehr everybodys Darling. Das ging gaaaaar nicht! Man will sich abnabeln und seinen Weg finden – da kann man nicht eine Band mögen, die von Egon Krenz gelobt wird und die selbst der endvierziger Musiklehrer an der Schule gut findet! Kiss und die Sex Pistols mussten her! So! Die geschmackliche Abgrenzung war gerettet!

    „The Ballad of Jon and Yoko“, „the walrus“, „old brown shoe“, „Baby, you’ve got to hide your love away“ – es gibt so ein paar Beatlessongs, die gefallen mir bis heute; allerdings finde ich „Help“ in der Tina Turner Fassung viel schöner und „Got o get you into my live“ geht nun wirklich NUR in der von Earth Wind & Fire! Eine Beatles-LP am Stück gehört habe ich das letzte Mal 1983.
    das Sakramentale/schön - wer es hört und sieht/ doch Hunde und Schakale/ die haben auch ihr Lied
    das Krächzen der Raben/ist auch ein Stück/dumm sein und Arbeit haben - das ist das Glück. (Gottfried Benn)

  4. #4
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    Standard AW: THE BEATLES - Meine Geschichte

    Zitat Zitat von bludgeon Beitrag anzeigen
    Eine Anti-Beatles-Story?
    Hier irrt mein lieber Namensvetter. Meine Geschichte der Beatles ist eher die Geschichte einer Liebe, die nie zum Erblühen kam.

    Erzähl uns die Episode, warum du dich so genau an 1983 und deine letzte Käfer-Platte am Stück erinnerst ...
    music was my first love and it will be my last (John Miles)

  5. #5
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    Standard AW: THE BEATLES - Meine Geschichte

    Zitat Zitat von Mellow Beitrag anzeigen
    Süffisant geschrieben
    alter schwarzer Wadenbeisser!

    *Hundekeks zur Belohnung*
    Hey, mein lieber Alpen-Rock´n´Roller, danke für den Keks.
    Kennst mich doch, ab und an muss ein kleiner Seitenhieb sein.

    Mir war gar nicht mehr bewusst, wie du zu den Fab Four stehst.
    Ich habe aufgrund deines erhellenden Beitrags in den Tiefen des Forums gestöbert und manch interessanten Beitrag zu den boys from Liverpool gefunden.

    Vor fünfzig Jahren, am 26.5.67, wurde Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band veröffentlicht. Aus diesem Anlass wurde dieser Klassiker kürzlich in einer luxuriösen, erweiterten Ausgabe neu aufgelegt. Das Jubiläum war auch der Auslöser für meine Schilderung, dieses Thema.

    Schön, dass du den Bogen zu den Solowerken gespannt hast. Das hatte ich auch noch auf meiner Agenda.

    Ja, das Solowerk der ehemaligen Pilzköpfe nach dem Ende der Band bietet eine überwiegend gemischte Erfahrung.

    John suhlte sich anfangs in kathartisch-spartanischen Selbsterfahrungstrips.
    Paul hatte komplett den Überblick verloren und fing sich erst 1973 wieder.
    Ringo dudelte with a little help from his friends vor sich hin.

    Einzig George schien nach dem Ende aufzublühen. Um danach um so tiefer abzutauchen.

    Sein 3-LP-Set All Things Must Pass von 1971 war ein Knaller. Auch wenn er Jahre später für den Hit "My Sweet Lord" bezahlen durfte, weil sein Lied zu große Ähnlichkeit mit einem Song der Chiffons von 1963 hat.

    Ich liebe diesen Song bis heute und er zählt zu meinen ganz frühen, bleibenden Erfahrungen mit Popmusik, jenseits von verstaubter Schlagerinfantilität, mit der ich aufwuchs.


    "#9 Dream" - John Lennon - Walls And Bridges 1974

    "Let It Roll" - Paul McCartney & Wings - Band On The Run 1973


    Diese Songs bewegten mich sehr und führten dazu, dass ich mir beide Alben anschaffte.

    Lennon´s Song ist eine verträumte Ballade, der Rest der LP tendiert mehr oder weniger in Richtung Mainstream. Die tiefgründigen Einblicke in die Seele des Autors, wie auf seinen frühen Alben, sind verschwunden. Macht nix. Ich mag es immer noch.

    "Whatever Gets You Thru The Night" war eine meine ersten Erfahrungen mit Funk.


    Als junger Student in Bayreuth hörte ich 1982 im Radio den Bluesrocker "Let It Roll". Ich war fasziniert und es dauerte Jahre, bis ich wusste, wer der Interpret war. Ich erkannte Paul´s Stimme nicht. Der Sender hieß übrigens DT64, ein Sender aus der DDR. "Mull Of Kintyre" habe ich nie leiden können.

    Das Spätwerk - ab etwa 1990 - von Päule kenne ich nicht.
    Davor ... als Album bleibt nur Band On The Run. Ein paar weitere Songs haben auch den test of time bestanden.

    Bei John sieht es anders aus.
    "Imagine" von 1971 lernte ich bereits in jungen Jahren kennen und lieben.
    Walls And Bridges, mit interessant und speziell gestalteten Blättern bzw. speziell gestaltetem Blättern-LP-Cover, blieb bis zum 7. Dezember 1979 meine einzige LP von ihm. Die Covergestaltung ist angelehnt an den Zwiebeleffekt. Entblättern und darunter neue Schichten erkennen.

    Am Abend des 8. Dezember 1980 wurde er von einem geisteskranken Fan erschossen. Am Morgen des 9. Dezember 1980 erfuhr ich davon. Tags zuvor musste ich zur Kenntnis nehmen, dass meine vermeintliche Freundin einen Anderen liebte. Die Koinzidenz dieser Ereignisse veränderte mein Bewusstsein und meine Gefühlswelt für immer.

    Das Ende des Suchens nach der Erlösung, zumindest auf einer Ebene, war The John Lennon Anthology

    Ein 4-CD-Boxset von 1998, das die Solokarriere von Lennon dokumentiert.
    Enthalten sind sehr viele alternative oder Demoversionen. Manchmal auch Liveversionen. Nicht zusätzlich, sondern statt der Originale. Keine simple Greatest-Hits-Zusammenstellung.

    Meine erste Liebe in Sachen Rockmusik, Deep Purple, hatte zwei wunderbare Songs der Liverpooler Kapelle im Gepäck.
    "We Can Work It Out" und "Help", die ich vergaß, im Eröffnungsbeitrag zu erwähnen. Berührende Momente.

    Morgen feiert Sir Paul seinen Fünfundsiebzigsten. Er ist genau achtzehn Jahre älter als ich.

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  6. #6
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    Standard AW: THE BEATLES - Meine Geschichte

    Zitat Zitat von bludgeon Beitrag anzeigen
    ... es gibt so ein paar Beatlessongs, die gefallen mir bis heute; allerdings finde ich „Help“ in der Tina Turner Fassung viel schöner ...
    "Things We Said Today", in der 7-minütigen Fassung von The String Driven Thing, ist auch nicht schlecht ....




    Die seinerzeit veröffentlichte Version von "Help" war ein Zugeständnis und kam nur auf massiven Druck der Plattenfirma zu Stande, die einen Hit forderte. Lennon hatte eine deutlich melancholischere Version im Sinn, ähnlich der Purpurversion drei Jahre später.
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  7. #7
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    Zitat Zitat von Black Dog Beitrag anzeigen
    Erzähl uns die Episode, warum du dich so genau an 1983 und deine letzte Käfer-Platte am Stück erinnerst ...
    Die ist wenig spektakulär: ich sitz bei einem meiner Platten-Dealer in der Abbruchbude und trinke Sambalita mit ihm, um uns rum stehen mehrere Who, Pink Floyd, Yes-LPs ... da legt der doch zur "Erbauung" das weiße Album auf.. mit Obladioblada und piggies und all dem Müll... okay, da ist auch die "Revoluschn" irgendwo versteckt, die hat einen witzigen Text... aber nee... da stand soviel begehrenswerteres im Raum...

    Bevor du mich jetzt auf "Helter skelter" und "Birthday" hinweist: Die klangen am Ende der NDW-Zeit mit all diesen Stakkato-Hörgewohnheiten dermaßen "gestrig", die mochte ich damals auch nicht. Bleibt einzig die "Ballad of John and Yoko", aber die ist zu kurz um über den anderen Kram hinwegzutrösten.
    das Sakramentale/schön - wer es hört und sieht/ doch Hunde und Schakale/ die haben auch ihr Lied
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  8. #8
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    Standard AW: THE BEATLES - Meine Geschichte

    Zitat Zitat von Black Dog Beitrag anzeigen
    .... ähnlich der Purpurversion drei Jahre später.
    Arrrghhhh! Die hab ich glatt vergessen! Ja, Deep Purples Mark I! "Help" in DER Version lebe hoch! Selbstverständlich! Aber Tina's Version ist dann doch noch einen Zacken schärfer gewesen.
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  9. #9
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    Standard AW: THE BEATLES - Meine Geschichte

    Zitat Zitat von bludgeon Beitrag anzeigen
    Arrrghhhh! Die hab ich glatt vergessen! Ja, Deep Purples Mark I! "Help" in DER Version lebe hoch!
    Ich bin rein zufällig gestern über die Kurzrezension der DP-Single "Help/Hey Joe" in POP (Mai 1969) gestolpert:

    "Mit Verlaub: Dies ist eine völlig unnötige Platte. Die Beatles und Jimi Hendrix haben das viel besser gemacht als die Deep Purple. Indem man an einem Ort das Tempo drosselt (bei "Help") und am andern ein langfädiges Bolero-Intro anhängt, hat man noch lange keinen Hit lanciert."

    Offenbar wurde damals noch nicht erkannt welche Powertruppe hier in den Startlöchern stand. Wie sich der Rezensent wohl gefühlt hat, als ihn Deep Purple kurze Zeit später vom Titelblatt angrinsten?




    PS:
    Für Zirkusartisten mit FB-Profil ein heisser Tipp, siehe dort

    pop DAS Schweizer Musikmagazin

    Jimi Aeby scannt fortlaufend seine POP-Sammlung und stellt sie online, also da kann man stundenlang hängenbleiben in dem Archiv...

  10. #10
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    Standard AW: THE BEATLES - Meine Geschichte

    Mellow, ist dein Beitrag ein altmodischer Crossover? Im Beatlesthread über DP zu philosophieren?

    Na gut, ich mach mit ....

    Ich stimme dem von dir zitierten Rezensienten teilweise zu.
    "Hey Joe" ist sicher keine Meisterleistung. Da gibt es Besseres.
    Auf der anderen Seite dürfte das Beatlescover deutlich mehr dem entsprechen, was Lennon im Sinn hatte.


    Hoffentlich hat der Verfasser der Rezension später seinen Wortdurchfall überwunden. Ein Intro kann man doch nicht anhängen ....


    Übrigens, was ist denn ein FB-Profil?


    Etwa Fatzebuch??? Dieser Zuckerbergdreck?
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