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Thema: 2017

  1. #1
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    Standard 2017

    2017.
    Das Jahr des Gagaismus (nicht zu verwechseln mit der experimentellen Kunstform Dadaismus), das muss man zumindest befürchten wenn man mal „Ave Maria“ der deutschen Rapper KOLLEGAH & FARID BANG gehört hat. Ihr frauenverachtendes Machwerk durchstösst locker die unterste Schublade, strotzt vor Dummheit, entblösst die Künstler als Vollidioten und lässt vermuten, dass hier die letzten Hirnzellen längst durch den nächsten Gulli abgehauen sind oder auf andere Art vernichtet wurden. Es ist schlicht erschreckend was heutzutage alles verbrochen wird, bloss um sich mal einen Moment lang mit zweifelhaftem Ruhm zu bekleckern. Es bleibt die Hoffnung, dass sich solche hirnlosen Worthülsenkotzer mit solchem Mist das eigene Grab schaufeln werden, gross genug um den ganzen Hip Hop darin zu beerdigen. Ach ja, vergesst nicht den Sargdeckel von innen gut zu verschrauben.
    Amen.
    Das musste ganz einfach sein, ich kann diese Armee talentfreier, viel zu früh von der Schule abgegangener Kidz und ihr dazugehöriges Gejammer nicht mehr hören. Meine Güte, verschont die Welt mit euren zusammengekleistertklautgeraubten Deproungeheuerlichkeiten, es kann’s niemand mehr hören, lernt Blockflöte oder Gitarre und schmeisst eure Mobil-Phone-Tonstudios kollektiv in den Eimer. Taten statt Worte, helft alten Damen beim Einkauf oder macht sonst was Sinnvolles.
    Die Bundesrepublik braucht statt Gaga viel mehr Lyrik und Poesie.
    Die hiesige Alpenrepublik auch, ach was, die ganze Welt, auch Trumpland, no # anymore und so, aus Protest gegen hirnamputierte Ghettokultur läuft hier jetzt HEINZ RUDOLF KUNZE.
    Punkt.






    Das Negativbild als Anfang,
    das Positiv als Fortsetzung:

    2017.
    PE WERNER hat mich umgehauen mit ihrem Gig.
    PE WERNER ist eine unglaubliche Wortakrobatin.
    PE WERNER lässt einen die oben beschriebene musikalische Fäulnis vergessen.
    PE WERNER hat Witz, Charme und fährt 100 Tonnen Gefühle auf die Bühne, mindestens.

    ALICE COOPER hat mich live ebenfalls einmal mehr begeistert.
    ALICE COOPER ist grossartiger Entertainer und Bandleader.
    ALICE COOPER macht allen anderen vor wie man in Würde altert.
    ALICE COOPER ist noch lange nicht reif fürs Altenheim.


    Die Tonträgerecke:

    Erst kürzlich haben mich THE PROFESSIONALS mit ihrem aktuellen Album WHAT IN THE WORLD an die Wand gefahren. Die Truppe um den ehemaligen SEX PISTOLS-Drummer PAUL COOK ist ein extrem scharfes Dynamikbündel und wie viele andere Altpunks gehen sie den richtigen Weg indem sie mit etwas weniger Tempo, dafür mit ausgegorenen, eingängigen Songs operieren.

    THE LEN PRICE 3 und ihr aktuelles Album KENTISH LONGTAILS.
    Total Retro, total gut. Diesmal etwas weniger Mod, dafür etwas mehr Psychedelic.

    Die Schweizer THE DUES hingegen sind jung, klingen aber auf ihrer aktuellen Scheibe TIME MACHINE so als wären sie 1970 schon zwanzig gewesen. Wild, roh, grob behauener Granit, exakt so muss sich für mich ein Retrorocktrio anhören.

    Das ganze Jahr hindurch begleiteten mich meine diesjährige Entdeckung SONS OF MAN, eine walisische Band um GEORGE JONES, seines Zeichens Sprössling des verstorbenen MAN-Urgesteins MICKEY JONES. Anfangs war es eine Jamband die sich ausschliesslich an MAN-Material austobte ehe die „Nachkommen“ 2016 ein Album mit eigenen Songs realisierten. Die MAN-Einflüsse sind manchmal tatsächlich zu spüren, mehrheitlich spielen sie aber Rock im 70er/80er-Style, nichtsdestotrotz ein Sieger nach Punkten, die CD begleitete mich unzählige Male auf dem Arbeitsweg.

    Die malisch/französische Band TAMIKREST lieferte mit KIDAL einmal mehr eine feine Breitseite Wüsten-Beat ab und auch live überzeugten sie mich mit ihrem Free-Concert an den Winterthurer Musikfestwochen.

    PROCOL HARUM mit ihrer aktuellen Scheibe NOVUM.
    Hut ab, endlich legen sie wieder mal eine punktgenaue Landung aufs Parkett. Zwar eng an die eigene Geschichte angelehnt, aber man hört hier auch einen Hauch Moderne ohne, dass es peinlich wirkt.


    Altheiten neu entdeckt (oft in Form von Box-Sets):

    NINO FERRER schenkte ich mehrere Monate meiner Zeit. Das war auch nötig, denn sein Vermächtnis ist opulent und genreübergreifend. „Le Sud“ hatte mindestens 100 Auftritte im CD-Schacht.

    THE GLORY DAYS OF AUSSIE PUB ROCK VOL. 1 - ein DoCD-Sampler der sich um besagte Sparte auf besagtem Kontinent kümmert. Neben einigen bekannten Namen tonnenweise unbekannte Unternehmungen, nur eine Frage der Zeit bis ich mir auch VOL. 2 kralle.

    Weitere Neuzugänge aus dem Boxen-Bereich:
    THE SENSATIONAL ALEX HARVEY BAND
    THE ARCHIES
    SHOCKING BLUE
    THE INMATES


    Die HAMMERSMITH GORILLAS, später dann nur noch GORILLAS.
    Die brachiale Truppe um JESSE HECTOR welche ab 1974 die Londoner Szene aufkochte aber immer ein Geheimtipp blieb. Anzusiedeln irgendwo zwischen HENDRIX, MC5, Gamrock und Punk.

    Und da war dann noch LULU die mich mit der Compilation SHOUT! THE COMPLETE DECCA RECORDINGS begeisterte. Schier unglaublich mit welchem Lungenvolumen der schottische Teenager ab 1965 dem Mikro den Garaus machte, auf Augenhöhe mit ETTA JAMES und STEVE MARRIOTT! An der Gitarre übrigens ein damals noch ziemlich unbekannter Jüngling namens JIMMY PAGE.

    THE MEMBERS, oder wie Punk zu New Wave wurde oder wie eine Band mit nur einem Hit („The Sound Of The Suburbs“) Legendenstatus erreichte. Die Metamorphose setzte schnell ein, den Punk liessen sie hinter sich, sie wandten sich vermehrt dem Reggae zu. Das geniale „Offshore Banking Business“ ist eine zeitlose Hymne.

    Italien:
    UT NEW TROLLS, MUSEO ROSENBACH, MAXOPHONE, nur einige meiner italienischen Entdeckungen.
    Also wenn man da mal den Fuss drin hat in der Szene, dann kriegt man ihn fast nicht mehr raus! Und ja, Milano ist eine geniale Stadt, da muss ich früher oder später nochmals hin, dort gibt’s den besten Cappuccino der Welt!


    Wie jedes Jahr hab‘ ich jetzt sicher wieder die ein und andere Nennung vergessen in der Auflistung, trotzdem, für mich war 2017 einmal mehr ein Jahr der Entdeckungen…

    Geändert von Mellow (02.01.2018 um 17:05 Uhr)

  2. #2
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    4,773

    Standard AW: 2017

    Klare Sprache, find ich sehr gut! Zum Glück muss ich wenig Radio hören und kann daher nicht mitreden.

    Boxen kamen 2017 reichlich auf den Markt und wurden von mir sofort gekauft, Vinyl allerdings bevorzugt. Angehört wurden noch nicht alle, da muss ich mir einfach mehr Zeit nehmen.

    Als Neuerscheinung stehen Steve Winwood Greatest Hits Live und Ray Davies mit Americana ganz oben auf der Liste der Highlights. Ein anderes Album wurde bisher nur kurz angespielt, das soll sich aber bald ändern: Chuck Berry und Chuck. Es ist sein letztes Album und die bisher gehörten Schnipsel hören sich gut an.

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