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Thema: Young, Neil

  1. #1
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    Standard Young, Neil

    Verfasst am: So März 27, 2005 9:59 pm von Black Dog Titel: Neil Young


    Godfather Of Grunge wird er heutzutage oft genannt.
    Die Industrie liebt solche Etikettierungen und die Bosse der Marketingabteilungen ganz besonders.

    Dabei hat dieser Mann viel mehr zu bieten als nur schräge Gitarrensoli oder einen harten Sound.


    Zwischen hartem, manchmal fast atonalem Rock (Album Arc !) und zartem Folk.
    Zwischen konservativem Countryrock und modernistischem, computerisierten Pop.
    Zwischen Rock'n'Roll (Album "Everybody's Rocking" - 25 Minuten Rockabillysound, als gerade das Medium Compact-Disk seine Geburt erlebte)
    und Singer/Songwriterfolk.
    Zwischen diesen Polen liegt das musikalische Spektrum von Neil Young, der eine erste Popularität als Mitglied von Buffalo Springfield erlebte.
    Nach einem Soloalbum wurde er weltberühmt als ein Viertel von Crosby, Stills, Nash & Y.


    Was diesen Künstler auszeichnet, ist seine Unberechenbarkeit und unbeugsame Art, die Respekt abnötigt.
    Abrupte, extreme, unvorhersehbare Stilwechsel sind fast zu einem Markenzeichen geworden.
    Den fordernden Marketingmechanismen der Instustrie hat er frühzeitig eine Absage erteilt.

    Sein Gitarrenspiel, oft als schräg und unfertig mitleidig belächelt, wurde zur Referenz in den 90er Jahren,
    den Blütejahren des Grungerock. Youngs elektrische Saitenzupferei war oft brutal und wenig harmonisch,
    aber immer ehrlich und gefühlvoll, mit ganz besonderer Intensität.
    Selten habe ich eine ähnliche Direktheit, gleichzeitig diese Verletzlichkeit gefühlt.


    Mit seinen Dauerbegleitern von CRAZY HORSE hat er über die Jahre eine unverwechselbare Identität aufgebaut, die
    allerdings nur einen Teil seiner musikalischen Persönlichkeit abdeckt.

    In den 80er Jahren verläßt er sein Stammlabel Warner/Reprise und wechselt zum Geffenlabel.
    Dieser Abschnitt ist geprägt von Experimenten und musikalischen Expeditionen, die kommerziell gesehen
    weniger erfolgreich sind. Erst 1989 findet er mit dem Album "Freedom" zu alter Form zurück.

    Die Erbarmungslosigkeit der späten 80er Jahre dokumentiert sein Livealbum "WELD" von 1991,
    das mit fast schmerzhaften Versionen vieler Young-Klassiker aufwartet, ausschließlich elektrische Songs enthält und einen lohnenswerten Kontrast zu seinem Masterpiece "Live Rust" darstellt.
    Gleichzeitig ist das Tondokument WELD ein musikalischer Protest gegen die amerikanische Regierung, die seinerzeit ihren ersten Feldzug im Nahen Osten führte.

    1995 kommt es zu einer Zusammenarbeit zwischen Neil Young und Pearl Jam.


    Die Songs "Like A Hurricane" und "Heart Of Gold" gelten als Klassiker des Rock.
    All seine Klassiker aufzuzählen, das mögen Andere übernehmen.

    Sein jüngstes Werk GREENDALE, das sowohl als CD als auch als Film erschien und eine ambitionierte Geschichte erzählt, mag übermotiviert wirken. Warten wir auf das Urteil späterer Generationen.



    Mehr als 35 Jahre turnt nun dieser Kanadier mit seiner unverwechselbaren Stimme und dem markanten Gitarrenspiel
    durch den Rockzirkus und wird dennoch nicht müde, seine Ansprüche zu verwirklichen.

    Chapeau !



    Referenzalben:
    Live Rust (live) (Auch als sehenswerter Film verewigt)
    Everybody Knows This Is Nowhere
    Tonight's The Night
    Weld (live)
    Harvest + Harvest Moon
    Decade (Compilation)

  2. #2
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    Standard AW: Young, Neil

    Danke für den Hinweis, Black Dog, jetzt hab auch ich das Posting mitbekommen ....

    Es kam keinerlei Widerspruch zu deinen Aussagen, auch mir fällt wohl keiner ein. Und da noch ergänzend rumzuwerkeln mag auch abgeschreckt haben.

    Liegt mir jetzt auch ferne.

    Aber da ich soviel von Neil Young gehört habe (dürfte nach Zappa die Nummer 2 sein), mag ich auch nicht stille bleiben.

    Fang ich also ganz am Anfang an. Neil Young mit Neil Young.

    Abgesehen vom Cover für mich kaum Schwachpunkte. Eher Merkpunkte. Obwohl es genaugenommen nicht sein Erstling war, gehört hat man ihn ja schon mit Buffalo Springfield, und mit Jack Nitzsche hatte er eine bekannt Größe im Boot.

    Ich finde die Erstwerke oft interessant, weil da ganz zusammengefaltet die Entwicklungschienen beisammenliegen. Und ganz vieles, was man in späteren Werken bis hin zu Greendale hören wird, ist hier embryonal schon angelegt. Der Grunge klingt und klongt noch schmalbrüstig und merkwürdig arrangiert, aber deutet sich in "What Did You Do To My Life" dezent an. Die Erdigkeit und Bodenständigkeit im Opener "The Emperor Of Wyoming". Die Klassiker haben in "The Loner" ihren ersten Prototypen, die langen, oft enigmatischen Epen mit "The Last trip To Tulsa", man ahnt, was da noch kommt.

    Aber sonst haben wir das Feeling, die Stimme, das Händchen für verdammt gute Songs, das Neil Young eben unter anderem ausmacht, auf dieser schon guten Platte versammelt.
    Es konnte aber noch besser werden....

    1) The Emperor Of Wyoming
    2) The Loner
    3) If I Could Have Her Tonight
    4) I've Been Waiting For You
    5) The Old Laughing Lady
    6) String Quartet From Whisky Boot Hil
    7) Here We Are In The Years
    8)What Did You Do To My Life
    9) I've Loved Her So Long
    10) The Last Trip To Tulsa

    PS: Unter "Young, Neil" hab ich gar nicht gesucht ¯¬^·
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    Geändert von Sleeper (05.12.2007 um 02:57 Uhr)

  3. #3
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    Standard AW: Young, Neil

    Zitat Zitat von Sleeper Beitrag anzeigen

    Ich finde die Erstwerke oft interessant, weil da ganz zusammengefaltet die Entwicklungschienen beisammenliegen.


    super auf den Punkt gebracht!

    WW

  4. #4
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    Standard AW: Young, Neil

    Album Nummer 2: "Everybody Knows This Is Nowhere"

    Kein Problem für Neil Young. Wo viele schon scheitern, da lief er sich erst mal warm. Dieses Album war der Beginn der Zusammenarbeit mit Crazy Horse (Danny Whitten, Ralph Molina und Billy Talbot) und damit schlug auch die Geburtsstunde für den typischen Neil Young-Sound, immer etwas verlärmt, schepprig und unperfekt klngend.

    Diesmal mindestens drei Klassiker dabei, die beiden überlangen Stücke "Down By The River", "Cowgirl In The Sand" und noch "Cinnamon Girl". Songs für die Ewigkeit. Der Rest absolut kein Füllmaterial, sondern immer noch First Class. Textlich klingt dass noch nicht so kryptisch wie manch spätere Songs, aber es deutet sich an, dass Mr. Young auch mit Worten gut umzugehen weiss.

    Für mich ein 5-Sterne Album, ein Must-Have, ein erster Höhepunkt in Youngs noch vor ihm liegender Karriere.

    Erschienen 1969, kurz bevor zusammen mit den Herren Crosby, Stills & Nash eine Supergruppe entstand.

    1) Cinnamon Girl
    2) Everybody Knows This Is Nowhere
    3) Round & Round (It Won't Be Long)
    4) Down by the River
    5) Losing End (When You're On)
    6) Running Dry (Requiem for the Rockets)
    7) Cowgirl in the Sand
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  5. #5
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    Standard AW: Young, Neil

    1971 war ein hessischer Bub an einem hessischen Mädchen interessiert, deshalb lud er sie zu seinem Geburtstag ein. Das Mädchen war offensichtlich nicht so sehr interessiert, hatte aber ein schönes Geschenk dabei. 15 Jahre später trafen sich beiden - inzwischen in festen Händen - wieder und sprachen über die alten Zeiten und darüber, dass wohl beide damals gegenseitige Interessen hatten und damit gekonnt aneinander vorbei geredet hatten - so kanns eben gehen im Leben. Was ausser einem Lachen darüber blieb, war die Erinnerung an das damalige Geburtstagsgeschenk, eine LP:

    Neil Young - After the Goldrush, die dritte Veröffentlichung vom September 1970. Die Mitspieler waren Whitten, Talbot, Molina (Crazy Horse) und zusätzlich auf einigen Stücken Mister Nils Lofgren, Gitarrist der damaligen Band Grin. Die in sleepers Vorstellung schon angesprochenen kryptischen Inhalte der Inahlte wurden hier weiterentwickelt, besonders im Titelsong "After the Goldrush". Faszinierend auf dieser Platte die Mischung und Bandbreite von Titeln gerade knapp am Trällerliedchen vorbei (Tell me why oder Only Love can break your Heart) bis hin zum langjährigen Neil Young Klassiker Southern Man, eine handfeste Kritik an den Südstaatenverhältnissen. Diese Kritik brachte Young das bekannte Echo in dem Titel "Sweet Home, Alabama" ein - "I hope, Neil Young will remember, a southern man don´t need him around...". Alles in allem ein Meilenstein in Youngs Veröffentlichungen, musikalisch, ein bisschen Country-Folk, Balladenhaftes und rockiges in einem sehr ausgewogenen Angebot. Ein Platte, die auch heute noch kein bisschen ausgelutscht klingt....


    01 - Tell me why
    02 - After the Goldrush
    03 - Only Love can break your Heart
    04 - Southern Man
    05 - Till the Morning comes
    06 - Don´t lonesome me
    07 - Don´t let it bring you down
    08 - Birds
    09 - When you dance, I can really love
    10 - I believe in you
    11 - Cripple Creek Ferry

    Geändert von roberto (06.12.2007 um 04:20 Uhr)

  6. #6
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    Standard AW: Young, Neil

    Respekt meine Herren, Respekt .. und vielen Dank !!

    Ich fände es ganz wunderbar, wenn nun jemand käme, der etwas zur vierten LP schreiben würde, danach jemand zur fünften, usw.

    music was my first love and it will be my last (John Miles)

  7. #7
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    Standard AW: Young, Neil

    Dann also LP Nummer Vier:

    Harvest

    Das könnte die bekannteste Platte von Neil Young sein, damals schien sie jeder zu haben oder zu kennen. Mit "Heart Of Gold" ist der einzige wirklich große Singlerfolg (# 1 US) Neil Youngs dabei. Die Songs wirken zum großen Teil ruhiger als auf den beiden Vorgängeralben, lediglich bei "Words (Between The Lines Of Ages)" und "Alabama" bratzt es wieder ordentlich.
    Es ist eher ein Album mit liebesliedähnlichen Songs geworden "Heart Of Gold", "A Man Needs A Maid" oder "Out On The Weekend". Ungwöhnlich klingt "There's A World" mit orchestraler Begleitung, das einem anderen wie Neil Young hätte verunglücken können.
    Dass aber die Tragik in seinem Umfeld ihn nicht kalt lies, hört man in "The Needle And The Damage Done", einem klaren Statement gegen harte Drogen.

    Fast ein fünf Sterne Album für mich. Womöglich hab ich "Heart Of Gold" zu oft hören müssen. Aber es gehört in eine gutsortierte Sammlung, anyway.

    1) Out On the Weekend
    2) Harvest
    3) A Man Needs A Maid
    4) Heart Of Gold Young
    5) Are You Ready For The Country?
    6) Old Man
    7) There's A World
    8) Alabama
    9) The Needle And The Damage Done
    10) Words (Between the Lines of Age)
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  8. #8
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    Standard AW: Young, Neil

    Das Live Album:

    Time Fades Away

    Was erwartet der Fan nach vier Alben ? Daß er natürlich all die schönen Hits und die besten Songs live bekommt. Das war 1973 sicherlich auch nicht anders wie heute. Meine erste Reaktion war damals Enttäuschung, dass da nicht "Cowgirl In The Sand" drauf war. Der Titelsong als Auskoppelung war eine herbe Ernüchterung. Das Album wanderte erst mal in die Ecke. Es hat lange gedauert, bis sich das nach angemessenem zeitlichen Abstand relativiert hat.

    Natürlich war das höchst antizyklisch, ganz neue Songs zu präsentieren, aber typisch für Neil Young - und der Grund dafür, dass "Time Fades Away" übersehen wurde und kommerziell fast floppte. Das Album (Kein Doppelalbum, wie seinerzeit fast die Regel) klang irgendwie aggressiv und verschwitzt und sperrig. Danny Whitten war gestorben, die Betroffenheit und die Wut darüber spürt man bei manchen Songs deutlich ("Fourteen Junkies, Too Weak To Work").

    Nach einigen Jahren, wie gesagt, schob sich das Album immer mehr in der Gunst nach oben, und ich halte es heute für eine ungemein persönlich gehaltene Platte - ein sehr gute obendrein. "Don't Be Denied" ist sowas wie der Höhepukt und gehört zu den eindringlichsten Livestücken von Neil Young. "Journey Through The Past" dito.

    Kann man sich ohne Leibschmerzen zulegen ....

    1) Time Fades Away
    2) Journey Through the Past
    3) Yonder Stands the Sinner
    4) L.A.
    5) Love in Mind
    6) Don't Be Denied
    7) The Bridge
    8) Last Dance
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  9. #9
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    Standard AW: Young, Neil

    Da hast Du wahr Sleeper,ein aussergewöhnliches "Live-Album",es "erdrückt" einen stellenweise.Ich hab es gerade aufgelegt und finde dieses herrliche Din-A1 Booklet auf Butterbrot-Papier mit allen Texten und Info`s.Ehrlich gesagt,ich wusste überhaupt nicht,das ich es besitze!Das Booklet!
    "Die Erinnerung ist das einzige Paradies,aus dem wir nicht vertrieben werden können"

  10. #10
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    Standard AW: Young, Neil

    Mir geht es ähnlich @ Jersch, ich hab heute ein paarmal "Don't be denied" angehört.

    Mir fiel tagsüber auch auf, dass sich so mancher Neil Young Song wieder im Hirn festgesetzt hat und ohne Player lief.


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