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Pat Metheny/Ornette Coleman - Song X
Pat Metheny/Ornette Coleman - Song X
Das sind also Pat Metheny, guitar/guitar synth. - Ornette Coleman, as, violin - Charlie Haden, bass -Jack deJohnette, drums - Denardo Coleman, drums/perc..
Gleich vorab, nicht unbedingt eine Platte für Freunde des (sonst ihnen bekannten) Pat Metheny.
Ich habe hier noch die alte Ausgabe, mit nur 8 Stücken, davon die Hälfte von Coleman geschrieben und die andere Hälfte eine Zusammenarbeit von Coleman/Metheny.
Mit "Song X" startet das ganze recht furios, wilde 5'36 stehen bevor.Metheny quirlt sich durch ein Solo, wie man es sonst so nicht von ihm kennt.
Im zweiten Stück bereits, rhythmisch gesehen, eine Wende. Da swingt es locker und Metheny tupft und untermalt den Meister Ornette, als diese sich an der Violine betätigt. Irgendwie "dissonant" oder "harmolodisch"(?), wie Coleman es nennt. "Mob Job", ein "verträgliches" Stück..(4'07)
Jetzt "Endangered Species"(13'16), Hummeln scheinen umherzuschwirren, ist das die bedrohte Species? Im Ernst, Assoziationen an die Natur werden bei mir wach, und die beiden Drummer fetzen sich hier gewaltig. Oder ist es doch nur einer der beiden? Und Coleman schafft hier einen wilden , eben "hummelflugartigen" Klangteppich, es macht richtig Spaß, aber dem einen oder anderen Metheny-Fan mag das weh tun, was der gute Junge hier mit Ornette zusammen treibt. Er scheint hier auch auf dem Synthie zu quietschen...
Wo man sich manchmal grundsätzlich Sonny Sharrock an der Gitarre wünschen würde, wird dieser fromme Wunsch doch alsbald vertrieben durch Metheny's gleichermaßen betriebene Integration und Pflege eigener Ideen.
"Kathelin Gray", wer immer das sein mag, hier fetzen sich Violine und Geige, sie klirren, sie reiben sich, der Synthie mischt munter mit, ein irres Stück, das mag ich so, das ist herrlich wirr...
Dann swingt es plötzlich richtig los, der erste richtige "normal-jazzige" Moment, ein erdig-bluesiges Solo am Altsax, bevor wieder der "Wahnsinn" einsetzt und das relativ kurze Stück (4'13) zu Ende geht.
"Trigonometry", ein bedächtiges, volksliedhaftes Lied, sehr harmonisch-harmolodisch, ein ruhiger und besonnener Moment, das hat gar "ECM-Charakter"! (leider nur 5'08)
"Song X Duo" (3'10) Ein heftiger Swinger , ähnlich der Musik Coleman's vor "Free Jazz", ein herrliches Altsolo, Coleman scheint hier "zu sprechen". Toll! Viel zu kurz.... Auch Metheny mit einem am ehesten an seinen bekannten Stil erinnernden Solo. Sehr jazzig, ganz fantastisch finde ich das, cool und hot gleichzeitig irgendwie...
Mit 7'39 nun das letzte Stück "Long time no see".
Das Thema spielt so vor sich hin, bis die Drummer eben kurz anmerken, daß sie auch noch da sind, und durch einen Tusch einen Wechsel andeuten, gar jazzrockige Elemente tauchen nun auf. DeJohnette trommelt hier vorzüglich und Metheny bedient nun die "Fusion-Fraktion"...
Eine der ungewöhnlichsten Platten, die es so gibt...
Die beiden Drummer legen hier einen Teppich, auf dem sich Haden tummelt und die Drei den Solisten großen Spielraum bieten, wobei Metheny den Mr. Coleman trefflich unterstützt.
Vielleicht am ehesten vergleichbar mit Coleman's "Prime Time" - Projekt...
Ach ja, wer möchte, kann sich noch die "expanded version" mit 14 Stücken zulegen. Ich kenne die noch gar nicht....
Wolfgang
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