Das Debütalbum von Wishbone Ash, 1970.
Blind Eye
Ein toller Rocker und ein guter Einstieg.
Typische Ash-Gitarrenmotive wechseln sich ab mit Standard-Rock'n'Roll Motiven. Die Würze in dem Stück sind die Tempiwechsel und die Pianobegleitung von Morgan Fisher (?)
Kein Übersong, aber immerhin gut.
Ein Song, der Appetit auf mehr macht, was will man mehr ?
Lady Whiskey
Das hat Power, unglaubliche Power, unglaublichen Drive und der Bass ist einfach ne Wucht.
Im Mittelteil gib es ein mitreißendes Gitarrensolo - - stammt das von Herrn Powell oder Herrn Turner ?
(nix da dual-lead-guitar !) )
Wenn die Boxen laut genug brüllen, schaffen es die Vibrationen dieser Aufnahme, dass dir das Mittagessen vom Vortag erneut auf der Zunge erscheint.
Ich weiß nicht, ob Powell & Co. jemals wieder so viel Wucht in ein Stück packten, von F.U.B.B. vielleicht abgesehen.
Tolle Leistung von Soundtechniker Martin Birch und ....
(später Produzent von Deep Purple. Apropos... es war Ritchie Blackmore, der in den Anfangstagen entscheidenden Einfluss auf den Karrierestart von Wishbone Ash hatte)
... Produzent Martin Lawrence.
Ein Track, der bei mir auch noch nach über dreißig Jahren die Nackenhaare aufstellt.
Errors Of My Ways
Wer bei diesem Song keine weichen Knie bekommt, hat kein Herz.
Meiner Meinung nach einer der schönsten Songs von Wishbone Ash.
Kein Song, der in Wehmut versinkt oder nur schmalzig ist. Im Gegentum !
Er hat das gewisse Etwas. Eine gelungene Balance zwischen Romantik, Melancholie und Rock.
Alleine über dieses eine Lied könnte ich Romane schreiben, über all die feinen Finessen, die viel zu oft im Schnelldurchgang überhört werden und über all die verschiedenen Gefühle, die dieses Lied seit Jahrzehnten in mir hervorruft.
Queen Of Torture
Die Einleitung setzt die melancholische Stimmung des vorherigen Lieds für Sekunden fort, wenn auch mit erhöhter Oktanzahl. - Feel it !
Aber dann........ dann rollt der Rock und bricht das Brett.
Ähnliche Energie wie auf diesem Stück hab ich in all den Jahren in allen Konzerten verspürt, die ich erlebte.
Ich rede mir das nicht schön. Gerade bei meinen Lieblingen neige ich dazu, hart ins Gericht zu gehen.
Damit endet Seite 1 der LP und was hier abgeliefert wird, verdient Respekt.
Seite 2 hat 2 Stücke.
Handy
No 1 - 11'30 lang.
Das hat phasenweise und überwiegend seinen Reiz, ist phasenweise stimmungsvoll und ist eine Demonstration in Sachen Improvisation.
Für mich eine Spur zu lang und irgendwann und irgendwo, stellenweise, franzt es aus.
Das erste Thema des Songs ist wieder aus dem Hause "wir sind ein wenig besinnlich und eine Spur wehmütig"
Irgendwann nach gut 5 Minuten bricht der Song, es folgt eine jazzartige Improvisation, eingeleitet durch ein Basssolo.
Auch das hat seinen Reiz. Nach weiteren gut 3 Minuten folgt ein Minischlagzeugsolo, Scattgesang, noch mehr jazzartiges.... und auch das hat seinen Reiz.
Insgesamt ist der Song ein Beispiel für Frühsiebziger Prog.
Das Debüt von Wishbone Ash hat bei mir 4,987 Sterne.
Wären die beiden/drei Themen aus diesem Handy-Experiment zu zwei/drei vollwertigen Songs ausgearbeitet worden, gäbe es 5,95 Sterne von mir. Aber dann würde auch etwas fehlen.Schließlich kennen wir unsere Ash inn- und auswendig, haben sie lieben und schätzen gelernt in all den Jahren. Oder ?
Phoenix
Track zwei der Original-LP ist der Liveklassiker von Ash schlechthin.
Im Original knapp über 10 Minuten lang, erreichte diese Aufnahme bei Liveauftritten oft locker die doppelte Zeit.
Und zwar ohne Füller oder Schlagzeugsoli. Ein epischer Track, mit wunderbarer Gitarrenarbeit, nie langweilig.
Genuss pur ! Es gibt zu Beginn lyrische Elemente, bevor sich das Tempo und die Stimmung immer mehr steigert.
Es rockt irgendwann ganz gewaltig, bevor die Schlusssequenz das Anfangsthema wiederholt.
Die zweistimmige Gitarrenarbeit auf diesem Song hat schon was. Sie hat was. Definitiv.
Vegleicht man diese Studioaufnahem mit einer der Liveversionen, dann erst erkennt man, wie gut dieser Song ist und welches Potenzial er hat.
Die Aufnahme auf "Live Dates" ist unerreicht.
Die Version auf "Argus - remastert&revisited"
- als einer von drei Bonustracks -
ist dagegen "nur" zweite Wahl, aber immer noch toll.
(In der Einleitung halten sie sich etwas zu lange auf, außerdem fehlt manchmal das letzte Quentchen Tempo
Damit kein Mistverständnis entsteht - ich fabuliere nur über den Unterschied zwischen Sechs Komma 0 und Fünf Komma 9 !!!)
Ich übergebe an badger !


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