AW: The Stranglers

Zitat von
Sleeper
Wieder so eine Band, die das Pech hatte, so um 1977 einzusteigen. Die hatten so schnell das "Punk"-Etikett abbekommen, so schnell konnten die gar nicht auf drei zählen.
Ob Pech oder Glück, sei dahin gestellt.
Richtig ist, dass um 1976/77/78 so ziemlich jede Band, die neu und aufregend anders war, sehr schnell das Etikett Punk verpasst kam. (Passierte auch Graham Parker&The Rumour, Ian Dury und selbst Tom Petty !)
Die Stranglers sind ein Paradebeispiel für die Frage, ob Punk nun ein musikalische Schublade ist oder viel mehr nur als Oberbegriff für eine bestimmte Haltung steht.
(In diesem Zusammenhang verweise ich auf das Debüt HORSES von Patti Smith, das auch oft als Punkalbum bezeichnet wird. Musikalisch hat HORSES null Punkelemente, aber die Haltung... die Haltung und das Temperament der Scheibe....)
Punk als Stilrichtung, damit verbindet wohl jeder schnelle, laute, ungehobelte, einfach gestrickte Gitarrenmusik.
Alle diese Attribute treffen auf das Debütalbum der Stranglers nicht zu.
Die Songs sind überwiegend melodiös, ausgefeilt, es gibt Orgel und Synthesizer... sogar einen Blues (!) und als Abschluss der Debüt-LP einen knapp 8minütigen, dreiteiligen Song, den man fast als Artrock einstufen könnte. Auch wenn Songs wie "London Lady" oder "Peaches" eine gewisse Agressivität aufweisen... die Stranglers waren alles andere als eine Punkband, musikalisch gesehen.
Die Haltung der Stranglers und ihre frechen, unangepassten Texte, das hatte etwas von der Punkattitüde.
Die beiden ersten LPs gehören in jeden gut sortieren Rockmusikhaushalt.
Außerdem gibt es in meinem Regal noch die späteren Pop-LPs FELINE und AURAL SCULPTURE sowie eine CD mit 12" Remixes von Songs aus den 80ern.
music was my first love and it will be my last (John Miles)
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