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Thema: Tomasz Stańko

  1. #1
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    Standard Tomasz Stańko

    Tomasz Stańko

    Auch der Jazz in Europa hat großartige Musiker hervorgebracht, wenngleich auch oft nicht so bekannte.
    Der Bekanntheitsgrad dürfte mindestens bei Stańko erfüllt sein, hat er doch mittlerweile internationale Anerkennung erworben.
    Der Trompeter wurde am 11.Juli 1942 in Rzeszow in Polen geboren.
    Bereits 1962 gründete er mit Adam Makowicz, dem Pianisten, sein erstes Quartett, die Jazz Darings.

    Diese Formation gilt als erste europäische Formation, die freien Jazz im Geiste Ornette Coleman’s spielte. Weitere Einflüsse nahm Stánko von Miles Davis, John Coltrane und dem Arrangeur George Russell mit.

    Doch sein größter Einfluß sollte die sich ab 1963 beginnende lange Zusammenarbeit(bis etwa 1967) mit dem polnischen Pianisten und Komponisten Krzystof Komeda werden.

    So ist Stánko auf allen Filmmusiken Komeda’s zu hören.
    Die spezielle Art der Komposition, die lyrischen Elemente , die Reduzierung auf das Wesentliche, all’ das hört man später in Stánko’s Kompositionen auch deutlich wieder. 1997 widmete er Komeda ein ganzes Album. (Litania)

    Einblick in die europäische Avantgarde gewährte das Jahr 1970, als sich der Trompeter dem Globe Unity Orchestra von Alexander von Schlippenbach anschloß.

    Ein weiterer wichtiger und prägender Einfluß war die Zeit zwischen 1974 und 1978. Hier arbeitete er intensiv mit dem finnischen Schlagzeuger/Perkussionisten und Komponisten Edward Vesala zusammen, wobei die beiden hervorragende Einspielungen vorlegten, die leider noch nicht alle als CD erhältlich sind. Ein erster Eindruck war auf jeden Fall der erste ECM-Auftritt Stánko’s mit „Balladyna“, 1976. Erst viel später, 1994, sollte er zu ECM zurückkehren. Dazwischen liegen viele andere Veröffentlichungen, siehe Diskografie.

    So fallen in diese Zeit eine Soloplatte, im Taj Mahal aufgenommen(1980), ein Engagement mit dem kompromisslosen Free Jazzer Cecil Taylor(1984) und eine kurze Hinwendung zu Musik, bei der Stánko viel Elektronik verwandte, mit der Band Freelectronic.(1985)

    Seit 2002 veröffentlicht Stánko seine ECM-Platten mit polnischen Musikern, dem Simple Acoustic Trio, aus Marcin Wasilewski, piano, der sehr im Stile Bill Evans’ spielt, Slawomir Kurkiewicz, bass und Michal Miskiewicz, drums. Die Vier haben zusammen ein ganz besonders lyrisches Feld erschlossen, Musik, die sich dem Zuhörer wieder mehr annähert, die wieder zugänglicher ist, sanfter ist er geworden, doch sein „kratziger“ Trompetenklang ist geblieben.

    Hier die Diskografie, soweit bekannt:


    1970- Music For K. - Tomasz Stańko
    1972- -Jazzmessage From Poland - Tomasz Stańko Quintet
    1973- Fish Face - Tomasz Stańko
    1973- Purple Sun - Tomasz Stańko Quintet
    1974- Twet - Tomasz Stańko
    1975- Unit - Tomasz Stańko / Adam Makowicz
    1976- Live at Remont - Tomasz Stańko / Edward Vesala Quartet
    1976- Balladyna - Tomasz Stańko
    1978- Almost Green - Tomasz Stańko
    1980- Music from Taj Mahal and Karla Caves - Tomasz Stańko
    1982- AiJ - Tomasz Stańko
    1983- W Pałacu Prymasowskim - Tomasz Stańko
    1983 - Korozje - Tomasz Stańko / Andrzej Kurylewicz
    1983- Music 81 - Tomasz Stańko
    1983/4- C.O.C.X. - Tomasz Stańko
    1984- Lady Go ... - Tomasz Stańko
    1987- Witkacy Peyotl / Freelectronic - Tomasz Stańko
    1988- Switzerland - Tomasz Stańko Freelectronic
    1989- Polish Jazz Vol. 8 - Tomasz Stańko
    1989- Chameleon - Tomasz Stańko
    1991- Caoma - Tomasz Stańko, Sigi Finkel, Ed Schuller, Billy Elgart
    1991- Bluish - Tomasz Stańko
    1992- Tales For Girl, 12 - Tomasz Stańko
    1993- Bosonossa And Other Ballads - Tomasz Stańko
    1993- A Farewell To Maria - Tomasz Stańko
    1993- Suite Talk (Too Pee) - Stańko / Bründl / Riessler
    1994- Balladyna - Theater Play Compositions - Tomasz Stańko
    1995- Matka Joanna - Tomasz Stańko
    1996- Roberto Zucco - Tomasz Stańko
    1996- Tribute to Don Cherry - Ya Sou / Tomasz Stańko / Osjan
    1997- Litania - Tomasz Stańko
    1997- Leosia - Tomasz Stańko
    1999- From The Green Hill - Tomasz Stańko
    2001- Egzekutor - Tomasz Stańko
    2001- Reich - Tomasz Stańko
    2002- Soul Of Things - Tomasz Stańko Quartet
    2004- Suspended Night - Tomasz Stańko Quartet
    2004- Selected Recordings - Tomasz Stańko
    2005- Wolność w Sierpniu - Tomasz Stańko
    2005- Levitation - O'Leary / Stańko / Hart
    2006- Lontano - Tomasz Stańko Quartet


    Darüber hinaus finden wir den Trompeter natürlich noch als Begleitmusiker auf unzähligen Veröffentlichungen.
    Für mich einer der besten Trompeter im Jazz mit einem unverwechselbaren Stil, ein wahrer Individualist!

    Wolfgang
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  2. #2
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    Standard AW: Tomasz Stańko

    Gibt's von dem Mann auch was mit Rockeinflüssen? Eigentlich mag ich nämlich den Klang der Trompete, aber Jazz ist insgesamt nicht so meins. Früh 70er Miles oder einige Molvaer-Sachen gefallen mir aber sehr gut.

  3. #3
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    Standard AW: Tomasz Stańko

    Zitat Zitat von Musikdiktator Beitrag anzeigen
    Gibt's von dem Mann auch was mit Rockeinflüssen? Eigentlich mag ich nämlich den Klang der Trompete, aber Jazz ist insgesamt nicht so meins. Früh 70er Miles oder einige Molvaer-Sachen gefallen mir aber sehr gut.
    Grundsätzlich : NEIN!

    Aber versuche einmal, hier hineinzulauschen, wie und wo immer es geht:

    1983/4- C.O.C.X. - Tomasz Stańko
    1984- Lady Go ... - Tomasz Stańko
    1987- Witkacy Peyotl / Freelectronic - Tomasz Stańko


    Denn das könnte eventuell das sein, was Dir so vorschwebt...

  4. #4
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    Standard AW: Tomasz Stańko

    Zitat Zitat von firebyrd Beitrag anzeigen
    Grundsätzlich : NEIN!

    Aber versuche einmal, hier hineinzulauschen, wie und wo immer es geht:

    1983/4- C.O.C.X. - Tomasz Stańko
    1984- Lady Go ... - Tomasz Stańko
    1987- Witkacy Peyotl / Freelectronic - Tomasz Stańko


    Denn das könnte eventuell das sein, was Dir so vorschwebt...
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  5. #5
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    Standard AW: Tomasz Stańko

    Ich sah Tomasz Stanko auf einem Konzert der Jazz-Baltica 1993 in der Konzertscheune in Salzau!Es spielte das

    Tomasz Stanko Quartet

    Tomasz Stanko – tp
    Albert Mangelsdorff – tb
    Arild Andersen – b
    Tony Oxley – dr

    Es war ein unglaubliches Konzert,im Geiste sehr "free" aber doch ein grandioses Zusammenspiel dieser tollen Musiker.Auch Albert Mangelsdorff riss mich und meinen Jazzfreund mit.Es spaltete aber auch das Publikum in der "Scheune"!

    Die Puristen und Traditionalisten waren schnell an den Bier-und Snackständen zu finden und konnten mit dieser Form der Musik überhaupt nichts anfangen,wir waren begeistert,leider war an diesem Abend Tony Oxley erkrankt,so das die vier Musiker nur etwa 1 Stunde spielten.Überhaupt war der Abend sehr anstrengend,aber unglaublich gut.Nur nimmt irgendwann das Auffassungsvermögen ein wenig ab.

    So ist JAZZ!

    Von Tomasz Stanko kenne ich bisher nur Litania und die Reich,beides sehr gute und innovative Werke.
    Geändert von Jersch (02.07.2007 um 20:13 Uhr)
    "Die Erinnerung ist das einzige Paradies,aus dem wir nicht vertrieben werden können"

  6. #6
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    Ausrufezeichen AW: Tomasz Stańko

    Wird leider immer wieder unterschlagen, aber die "Music for K" von Stanko ist schon eine, und die erste! Hommage an Komeda (Music for Komeda), das Titelstück "Music for K" ("the main track of the disk, devoted to the memory of Krzysztof Komeda") mit einer Spielzeit von 16:20min spricht Bände. Komeda starb im April '69, Stankos "Music for K" wurde als direkte Reminiszenz im Januar 1970 aufgenommen. Im Übrigen eine Hammerplatte, eine Inselplatte für mich! Und hört euch mal Janusz Stefanskis Schlagzeugspiel auf dieser Platte an, dieses vorantreibende Schlagwerk! Da wurde damals so mancher Rockdrummer blass. Heute übrigens auch noch. "Music for K", "Twet" und "Balladyna" (die erste ECM Scheibe von Stanko 1976) sind meine Favoriten. Rockigere Sachen gibt es von ihm u.a. in der Zusammenarbeit mit SBB zu hören (SBB "Sikorki", rec. Mitte der 70er Jahre).

    Radiot grüßt

  7. #7
    Radiot Besucher

    Ausrufezeichen AW: Tomasz Stańko

    Die original Polish Jazz vol. 8 heißt bei mir "Jazz Band Ball" und ist nicht von Stanko! Hilf mir doch mal auf die Sprünge!

    Radiot grüßt!

  8. #8
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    Standard AW: Tomasz Stańko

    Zitat Zitat von Radiot Beitrag anzeigen
    Die original Polish Jazz vol. 8 heißt bei mir "Jazz Band Ball" und ist nicht von Stanko! Hilf mir doch mal auf die Sprünge!

    Radiot grüßt!
    Das sagt die website dazu:

    "Compilation of various compositions selected from Stanko's recordings released by Polskie Nagrania from 1970 to 1984" (Polskie Nagrania PNCD 031 (CD))

  9. #9
    Radiot Besucher

    Frage AW: Tomasz Stańko

    Hi Firebyd!

    Vielen Dank für Deine "Sprunghilfe". Trotzdem habe ich besagte Scheibe nicht gefunden.
    Die Originale der Polish Jazz Reihe kann man hier sehen:

    http://www.polishjazz.com/

    Zum Teil erscheinen sie ja, auch mit Originalcover, wieder. Die von Dir erwähnte Zusammenstellung ist aber sicher keine aus der Polish Jazz Reihe. Trotzdem: wenn Du eine Titelliste und genaue Bezeichnung der Platte parat hättest?
    Vielen Dank!

    Radiot grüßt!

  10. #10
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    Standard AW: Tomasz Stańko

    Tomasz Stańko - trumpet
    Zbigniew Seifert - slto saxophone (1, 2)
    Janusz Muniak - tenor saxophone (1, 2)
    Bronisław Suchanek - bass (1, 2)
    Janusz Stefański - drums (1, 2)
    Tomasz Szukalski - tenor saxophone (3, 4)
    Edvard Vesala - drums (3, 4)
    Petter Warren - bass (3, 4)
    Sławomir Kulpowicz - piano (5-7)
    Witold Szczurek - bass (5-9), bass guitar (8, 9)
    Czesław Bartkowski - drums (5, 7)
    Antymos Apostolis - drums, percussion, gitar (8, 9)
    Tomasz Hołuj - percussion (8, 9)


    1. Czatownik [05:40]
    2. Music for K [16:20]
    3. Dark Awakening [12:32]
    4. Mintu Maria [05:17]
    5. Alusta [11:40]
    6. Daada [07:15]
    7. Bushka [05:50]
    8. Lady Go [05:50]
    9. Last Song [02:30]

    Tomasz Stańko - Polish Jazz Vol. 8

    Polskie Nagrania, 1989 (PNCD 031)


    BITTE SEHR!

    Die von Dir angegebene Serie habe ich teils noch als LP.

    Da verbergen sich ja auch wahre Schätze bei den CD-Veröffentlichungen!

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