Erst hat man das Gefühl die Jagdgründe seien leer gefischt und dann machts "ploff" (oder so ähnlich) und der Trog mit den Billigscheiben wird von einem netten Filialmitarbeiter mit neuem Grabbel-Spam bestückt. Und wie es der Zufall so will kommt gerade der Highlander dahergelatscht...
Secret Machines - Now Here Is Nowhere (2004)
Ein weiteres Kapitel aus der Serie "Spannende Debutalben die ihr Ende in der G-Box fanden". Das aus Texas stammende Trio fand in New York eine neue Heimat und ihr abgedrehter, herber, manchmal waviger, manchmal krautig anghauchter, von Hawkwind und teilweise auch von Led Zep (listen to "Sad And Lonely") beeinflusster Spacerock, passt irgendwie auch viel besser nach Big Apple als in eine öde Kakteenwüste. Es ist schlicht faszinierend wie die Band durchstartet: Auf hypnotische Beats folgen melodiöse, ausgefuchste Gesangsparts die sich oftmals in einem grossen Gitarren/Keyboards-Jamfinale auflösen. Einige der Songs wie z.B. "Pharao's Daughter" plätschern aber auch ruhig und beinahe ziellos im Teich herum ehe die secretmachinetypischen, tiefgründigen Grooves einsetzen. Oft fühlen sich diese manischen Songs ein wenig psychedelisch an, die Grundstimmung des Albums wirkt jedoch 100% positiv auf mich und verlangt nach sofortigem Drücken der Replay-Taste.
http://www.thesecretmachines.com/
American Minor - same (2005)
Fünf Jungs aus West Virginia mit ellenlangen 70er-Matten und mit Musik in der Tasche die in ebendieser Epoche ihren Ursprung hat. Übersetzt heisst das nicht anderes, als dass hier gerockt wird was der Heizkessel hergibt, das ist gutes altes Geriffel für die Seele, für den Kopf und fürs Herz. Als Orientierungspunkt nenne ich mal Black Crowes und Humble Pie. Verfeinert wird dieses verführerische Gericht mit scharfen Leadgitarren südstaatscher Prägung. Elf umwerfende Tracks von denen ich mich für keinen Liebling entscheiden kann da sie alle hervorragend gelungen sind. Keinen Anspieltipp? Hmmmh.. also doch... vielleicht "Mr. Queen"? Great, absolutely great, eine Platte die man problemlos in die Abteilung "It's Only Rock'n'Roll - But I Like It" stecken kann. Ältere Semester (deren Rockgeschichte spätestens mit "Hotel California" zu Ende ging) finden eventuell mit sowas sogar den Draht zu einer jüngeren Generation des Rocks. Wer weiss...
PS.
Offenbar ist American Minor's Website nicht mehr am Netz.
Hat sich diese Band etwa aufgelöst wie so viele andere Hoffnungen zuvor?
Buck 65 - Secret House Against The World (2005)
Ein Blindkauf und ein Treffer. Der aus Halifax/Kanada stammende Buck 65 (alias Rich Terfry) beschreitet auf diesem Album auf eine actionhaltige Gratwanderung zwischen Hip-Hop, Pop, Punk, Rap und undefinierbarem Terrain. Für mich ist das ein klassischer Fall aus der Ecke des schwer zu definierenden Trip Hops: Buck 65 mischt wild die Stile durcheinander, verliert jedoch nie die Übersicht über sein Projekt. "Devil's Eyes" paart einen galoppiernden Beat mit einem Kammerorchester. "The Suffering Machine" gleich danach überrascht mit akustischer Gitarre, Pedal Steel und traumhafter weiblicher Begleitstimme im Chorus. "Kennedy Killed The Hat" riecht nach Untergrund, lässt mich an Lou Reed denken. Aus den hier versammelten Experimenten ist für mich "Blood Of Young Wolf" das herausragendste Exponat: Buck 65's treibender Sprechgesang, Twanggitarre, Banjo, die übrige Begleitung im Softtonebereich. Ganz zum Schluss der Scheibe taucht dann "Devil's Eyes" nochmals auf, fast nackt, in einer "Pianoversion"... und klar... da wird es mir bewusst, das ist ein Tango, bloss viel leichter zu erkennen als in seiner elektrischen Variante. Dieses Album liess mich nach weiteren Buck-65-Alben Ausschau halten, was ich da aber zu hören kriegte war ziemlich eindimensionaler, textlastiger Rap ohne Überraschungsmomente. "Secret House Against The World" hingegen ist ein gelungener Versuch aus der Abteilung "grenzübergreifende Musik".
http://www.buck65.com/
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