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Thema: Joe Satriani, Hamburg 4.6.08

  1. #1
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    Standard Joe Satriani, Hamburg 4.6.08

    Gitarrenwichser, Genius or whatsoever … es war schon eine Offenbarung (insbesondere Stu Hamm am Bass).

    Ausführlicher Bericht kommt in den nächsten Tagen.
    "Der Rock ist ein Gebrauchswert." (Karl Marx)

  2. #2
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    Standard AW: Joe Satriani, Hamburg 4.6.08

    Oooh, da freue ich mich schon drauf !
    music was my first love and it will be my last (John Miles)

  3. #3
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    Standard AW: Joe Satriani, Hamburg 4.6.08

    Bei dem Superwetter sitze ich lieber auf der Terrasse als am Computer. Daher mit ein paar Tagen verspätung mein Eindruck:

    Kleine Hallen haben den Vorteil, dass man – vorausgesetzt man ist nicht vertikal benachteiligt – auch aus der hintersten Ecke noch gut sehen kann, was sich auf der Bühne abspielt. Man kann quasi der Band bei der Arbeit zusehen, ohne auf Video-Wände angewiesen zu sein. Der Nachteil solcher Hallen ist, vor allem im Vergleich zum Open Air-Konzert, dass die Luft oft schnell schlecht wird. Da hilft auch kein Rauchverbot, denn es stinkt nur anders.
    Und so war es denn auch am 4. Juni in der proppenvollen Großen Freiheit 36 in Hamburg: Gute Sicht auf die Bühne, aber bei dem heißen Sommerwetter eine lausige Luft, die insbesondere oben auf der Galerie nahezu unerträglich war. Eben nur für die Hardcore-Fans. Immerhin hat es den Bierkonsum gesteigert. Aber was tut man nicht alles, um endlich mal Joe Satriani live zu sehen.
    Doch zuerst kommt immer die Vorgruppe (neudeutsch: Support Act), die oft eine Überraschung ist, positiv wie negativ. In diesem Fall war es die Steve Fister Band … genau: Who the f**k ist Steve Fister?, dachte ich, und am Anfang machte er den Eindruck, als wolle er seinem Idol Satriani (auf niedrigerem, aber dennoch nicht schlechtem Niveau) nacheifern. Aber als dann Bass und Schlagzeug einsetzten, zeigte sich, dass die Jungs durchaus ihre Qualitäten haben. Die kamen besonders bei den Stücken zur Geltung, die sich in Richtung Bluesrock bewegten. Jedenfalls sollte die "Live Bullets" (2007) mal in den Plattenschrank gelegt werden.
    Schließlich gab es mehr als nur freundlichen Applaus für Fister & Co., aber dennoch war man eigentlich da, um Meister Satriani zu hören und zu sehen. Und der legte dann auch nach 15 Minuten Umbaupause fulminant los und brachte spätestens beim dritten Stück (Satch Boogie) den Saal zum kochen.
    In einer gelungenen Mischung aus alten und neuen, langsamen, verspielten und rockigen Titel spielte Satch eine Auswahl aus seinem mittlerweile recht umfangreichen Gesamtwerk und schloss nach zwei Stunden die Show mit einer druckvollen Version von "Motorcycle Driver". Naja, und dann ging die Party los. Noch mal eine Viertelstunde Zugabe, quasi als Kondensat der vorherigen zwei Stunden, und keine Frage blieb mehr offen.
    Der Sound war von einer Qualität, wie ich sie lange nicht mehr erlebt habe. Eigentlich besser als die Studio-Alben. Und dann die Begleitband: Allererste Sahne! Vor allem Stu Hamm am Bass hat mit seinem etwa achtminütigem Solo gezeigt, dass er zur Weltspitze gehört, und wahre Begeisterungsstürme hervorgerufen. (zu hören ist das Solo in ähnlicher Form und Länge auf der "Live in San Francisco") Jeff Campitelli (dr) hat sich mit seinem kraftvollen Spiel bei den schnellen Stücken geradezu als Einpeitscher der Band erwiesen, bei langsamen Titel aber auch die nötige Zurückhaltung gezeigt. Lediglich Galen Henson an der Rhythmusgitarre machte gelegentlich einen etwas abwesenden und gelangweilten Eindruck, zeigte aber immer dann Präsenz und Energie, wenn er die Akustikgitarre in die Hand nahm.
    Alles in allem jedenfalls ein Konzert, das mir lange in Erinnerung bleiben wird. Nicht nur, weil Satriani eine wirklich beeindruckende Spielweise hat (vor allem, wenn er mit erhobenem rechten Arm die Melodie lediglich mit der linken Hand weiterspielt), sondern auch, weil ich nach gefühlten 100 Jahren endlich mal wieder in der Großen Freiheit war, und das nicht nur bei Disco-Betrieb.

    Und zum Schluss noch zwei Randbemerkungen:
    1. Ein besonderes Erlebnis ist ein Satriani-Konzert natürlich auch dadurch, dass man sich auf die Musik konzentrieren kann, ohne durch die jeden Text mitgrölenden Fans (wie auf anderen Konzerten) genervt zu werden.
    2. Es gibt Leute, die halten JS für einen "seelenlosen Gitarrenwichser". Auch ich bekomme eher Gänsehaut, wenn B.B. King nur die ersten zwei Töne spielt oder Emmylou Harris zu singen anfängt. Das ist bei Satriani tatsächlich nicht der Fall. Dennoch: Seine Spielweise und Variationsfähigkeit ist beeindruckend und mitreißend.

    Fazit: Ein geiles Konzert.
    "Der Rock ist ein Gebrauchswert." (Karl Marx)

  4. #4
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    Standard AW: Joe Satriani, Hamburg 4.6.08

    danke für den konzertbericht.

    tatsächlich hab ich bis vor kurzem joe satriani gar nie bewusst gehört. vor ein paar monaten habe ich mal in das silver surfer ding reingehört und ich muss sagen, die musik gefällt mir sehr gut. seither ist der auf meiner stopfliste drauf. da wird irgendwann mal ein einkauf mit einem tonträger dieses gitarreros komplettiert.


  5. #5
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    Standard AW: Joe Satriani, Hamburg 4.6.08

    Danke, mein Prinz.

    Interessant, dass Herr Satriani sich einen zweiten Gitarristen leistet. Vor über 15 Jahren hatte er einen Keyboarder dabei.


    @ Canvey:
    versuch's mal als Einstieg mit der Do-CD "Time Machine".
    Das ist ein guter Überblick über die ersten Jahre (86-92) seiner Karriere und hat neben einigen unveröffentlichten Tracks auch Liveaufnahmen aus jenen Jahren zu bieten.
    CD1 enthält die Studio- CD2 die Liveaufnahmen.

    Darüber hinaus gibt es die Scheibe relativ günstig.


    music was my first love and it will be my last (John Miles)

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