Original Cotton Blues Band
Eine Bluesband gegründet 1987 in Vaasa mit dem ersten Lebenszeichen (auf Tonträger) im Jahr 2015 und ein Nachfolger im Jahr 2018. Beide von der Band in Selbstveröffentlichung herausgebracht. Die Faktenlage ist mehr als mager, aber wenn eine Band in dieser Zeit mal gerade zwei CDs veröffentlicht hat, dann gehe ich davon aus, das Ruhm und Ehre, Partys und Cadillacs nicht die Prioritäten dieser Kapelle waren und sind. Mit den Partys liege ich eventuell falsch.
Wenn man sich die YT Videos dieser Band betrachtet, dann sind sehr viele Auftritte an irgendeinem Dorfevent auf dem Marktplatz aufgenommen und zwar ohne entsprechende Bühne. Das ist in Finnland tatsächlich die Norm für Bands die kommerziell noch nichts gerissen haben. Dann spielt man halt in Oulu vor einem Einkaufszentrum in Anwesenheit von zwanzig Zuhörern. Das tut der Qualität aber meistens keinen Abbruch, ganz im Gegenteil, die meisten Bands rocken und bluesen um ihr Leben.
Die Qualität ist sehr hoch und wenn ich das mit dem Angebot in Heidiland vergleiche, dann, ja dann kommen mir die Tränen. Während hierzulande die meisten solcher Bands Mühe haben ihre Instrumente so zu halten, wie es überhaupt vorgesehen ist und mir dann mit einem U2 Tribute kommen, als wäre da einer Katze auf den Schwanz getreten worden, ja dann muss ich den Finnen generell ein Kränzchen basteln.
Das Line-up der Original Cotton Blues Band ist auf beiden CDs das gleiche:
Henkka Panschin: Vocals / Harmonica / Gitarre
Ylli Passi: Gitarre
Arno Gräsbeck: Piano / Orgel
Kari Peltomäki: Bass
Timo Ruokonen: Schlagzeug
Die beiden Tonträger
CD – Smells Like Blues – 2015
CD – On Stage! – 2018
Ob die Band noch weiter existiert werde ich mal in Erfahrung bringen und hier ein update machen. Zu „Smells Like Blues“ ist zu sagen, dass das eine astreine Studioproduktion ist und das tönt überhaupt nicht amateurmässig. Die zwölf Tracks tönen oldtimemässig bluesig, rockig und könnte direkt aus einem Speakeasy stammen. Das macht tatsächlich Laune, von wegen Amateure.
1) Baby Please Come Home – Duke Robillard
2) One Step At A Time – Johnny Winter
3) Caldonia – Fleecie Moore
4) The Right Way Is My Way – Stan Webb
5) Walkin Thru The Park – M. Morganfield
6) Deep Blue Feeling – Blues’n’Trouble
7) Cheatin Woman – Peltomäki / Panschin / Ili Niemi
8) Hey Mama – Climax Blues Band
9) Talk Is Cheap – Johnny Winter
10) Goin Back To Louisiana – Bobby Osborne
11) She Into Something – M. Morganfield
12) Smells Like Blues – Peltomäki / Panschin
Von diesen zwölf Tracks sind ganze zehn Stück Coverversionen und zwei scheinen Eigenkompositionen zu sein. Letztere fallen aber nicht ab und die Umsetzung ist etwas vom Besten, was ich in letzter Zeit gehört habe. Glasklare Gitarrenläufe, ein Honkytonkpiano, ein Schlagzeuger der zeigt wo der Bartli den Most holt und nach knapp vierzig Minuten denkt ihr, ihr wärt in einem Juke Joint gewesen und hättet einer Band zugehört, die mindestens 150 Gigs auf die Bretter die die Welt bedeuten, pro Jahr bringt.
Die „On Stage“ kommt auf elf Tracks und ist Live aufgenommen im O’Malleys in Vaasa im November 2018 (keiner dieser Songs ist auf „Smells Like Blues“ zu finden). Ein paar der Tracks erkenne ich als Coverversionen, aber hier sind keine Angaben zu den jeweiligen Originalkomponisten zu finden. Interessant an der Liveaufnahme ist die völlig andere Rezeption. Etwas an der Leichtigkeit des Vortrags scheint verloren gegangen zu sein. Die Liveaufnahme ist etwas weniger locker und man hat den Eindruck von einem Schuss zusätzlicher Ernsthaftigkeit. Ein Track wie „Ain’t No Sunshine“ erinnert mich ein wenig zu sehr an den fake Blues eine Gary Moore, aber damit kann ich ausnahmsweise leben.
Mikke Nöjd hat damals im finnischen BluesNews eine etwas durchzogene Kritik geschrieben (Online abrufbar), und zumindest weiss ich jetzt, dass da ein paar Line-up Changes waren, aber die beiden CDs mit der Originalband eingespielt wurden. Die Original Cotton Blues Band ist übrigens auf Discogs nicht gelistet.









