TROJAN – Tighten Up Vol. 2

Um das 1968 gegründete Label TROJAN hab‘ ich seit Jahren einen riesigen Bogen gemacht.

Nicht weil die angebotene Musik aus der Sparte Reggae / Ska / Rocksteady schlecht wäre, nein, ganz einfach aus dem Grund, weil dort ein gigantisches, beinahe unüberschaubares Archiv schlummert und ich kenne mich in dieser Beziehung: Wenn ich erst mal Blut geleckt habe, dann will ich mehr, viel mehr, alles… tragisch…

Bei TROJAN – mit Firmensitz in London – steckte von Anfang an auch der ISLAND-Boss CHRIS BLACKWELL mit drin, ein Sprungbrett zur weitaus bekannteren Record Company mit der Palme im Logo war TROJAN mit all seinen Sublabels trotzdem nie, viel mehr schrieb man sich auf die Fahne, Musik aus Jamaika in Europa zu promoten. In der Anfangszeit wurden in erster Linie Singles produziert, allmählich verlegte man sich dann auch auf Longplayer. TIGHTEN UP war ein solcher Achtungserfolg, ein Sampler der sich 1969 im Vereinigten Königreich ausgezeichnet verkaufte, der Startschuss für unzählige nachfolgende Zusammenstellungen.

Mein Einstieg in die Welt der TROJANer ist TIGHTEN UP VOLUME 2… PLUS! – im Original ebenfalls von ’69 – allerdings in einer aufgestockten Fassung von 2015, eine um ca. 40 Songs erweiterte DoCD.

Und da drauf tummeln sich dann all die Stars die ausserhalb der Szene kaum Beachtung fanden, die aber unablässig Platten produzierten und sich hinter den Anführern der Szene nicht zu verstecken brauchten: DANDYCLANCY ECCLESTHE MELODIANSHARRY J ALL STARSTHE UPSETTERS mit dem Instro-Killer „Return Of Django“ und diesem herrlich quiekenden Sax und diverse andere Namen. Anfangs wurde fast ausschliesslich in mono produziert, aber irgendwie passen da alle Puzzleteile zusammen. Die Aufnahmen versprühen durchwegs tropisches Bretterbudenstudioflair und wecken auf der Stelle eine gewisse Reiselust. Stimmen und Bässe übersteuern zwar mancherorts ganz schön heftig, sind eine einzige Mutprobe für Lautsprechermembranen und empfängliche Ohren, aber trotzdem bleibt der ganze Chagachagachaga-Kochtopfinhalt äusserst lecker und ist zudem historisch, göttlich eiernde Schummerorgeln inklusive. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber irgendwie könnte das alles der Anfang der musikalischen Do-It-Yourself-Revolution sein die später dann auch im Punk wieder aufblühen sollte.

Das Resultat meines ersten Schwimmversuches im TROJAN-Gewässer ist gemacht und mir schwirren bereits einige Artistennamen durch die Gehirnwindungen die nach intensiverer Forschung verlangen.

Fragt sich bloss noch wie ich vorgehen soll: Weiter mit TROJAN-Compilations oder mich auf einzelne Künstler spezialisieren? Tja, ich vermute ich fahre zweigleisig, also immer den Markt im Auge behalten und bei günstigen Angeboten zugreifen, egal wenn’s zu Überschneidungen kommt. Ich denke es wäre sinnvoll in der Soundwand eine Ecke für TROJAN-Neuzugänge schaffen…

LONG LIVE REGGAE MUSIC!
mellow

 

TIGHTEN UP Volume 2 (Trojan, LP, Compilation, 1969 / div. Reissues als CD und LP)
Disc 1:
01. Long Shot Kick De Bucket – Pioneers
02. John Jones – Rudy Mills
03. Fire Corner – King Stitt
04. Wreck A Buddy – Soul Sisters
05. Reggae In Your Jeggae – Dandy
06. Fattie Fattie – Clancy Eccles
07. Return Of Django – Upsetters
08. Sufferer – Kingstonians
09. Moonlight Lover – Joya Landis
10. Come Into My Parlour – Bleechers
11. Them A Laugh And A Ki Ki – Soul Mates
12. Live Injection – Upsetters

Bonustracks:
13. Jumping The Gun – Rico & The Rudies
14. Place Called Happiness – Rudy Mills
15. John Public (Aka Tom Hark) – Dynamites
16. Push It In – Versatiles
17. Reggae Shuffle – Dreamers
18. Last Call (Aka Tribute To Drumbago) – Dynamites
19. Dollar In The Teeth – Upsetters
20. Kiss A Finger – Kingstonians
21. Love You True – Joya Landis
22. Dry Your Tears – Mellotones
23. Hippys Are Here – Hippy Boys
24. Everything For Fun – Bleechers

Disc 2:
01. Put Yourself In My Place – Delroy Wilson
02. Cuss Cuss – Lloyd Robinson
03. Breaking Up – Alton Ellis With Tommy Mc Cook & The Supersonics
04. Biafra – Crystalites
05. A-Yuh (You Always Hurt Me) – Uniques
06. Rocking Sensation – Delano Steward
07. Hang ’em High – Richard Ace
08. Son Of A Preacher Man – The Gaylets
09. Frying Pan – Slickers
10. Mama Look Deh – Reggae Boys
11. Another Scorcher – Jackie Bernard & The Tennors
12. You’re My Everything – Techniques
13. Night Doctor – Upsetters
14. Woman Cature Man – Ethiopians
15. On The Move – Count Machuki & The Destroyers
16. Everybody Bawlin’ – Melodians
17. 2000 Tons Of T.N.T. – G.G. Rhythm Section
18. Ali Baba – John Holt
19. Seven Letters – Derrick Morgan
20. Dark End Of The Street – Pat Kelly
21. Doctor No Go – Hippy Boys
22. Get On The Right Track – Phyllis Dillon & Hopeton Lewis
23. Red Ash – Karl Bryan With Tommy Mc Cook & The Supersonics
24. Liquidator – Harry J All Stars

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