Keef Hartley – Little Big Band

Keef Hartley – Little Big Band

Wer etwas über Keef Hartley erfahren will stößt bei Google irgendwann auf den Rockzirkus. Den Namen Keef Hartley las ich erstmals auf Platten von John Mayall, „Crusade“, “The Blues Alone” und „The Diary Of A Band“. Er war einer der Drummer bei den Bluesbreakers, es gab vor und nach ihm Namen wie Jon Hiseman, Aynsley Dunbar oder Hughie Flint. Mayall war mit Keef Hartley nicht zufrieden, bezeichnete ihn sogar als unfähig nur um ihn ein paar Tage wieder in die Band zu holen. Auf seinem ersten Album „Halfbreed“ mit der Keef Hartley Band bedankte sich Keef Hartley bei John Mayall mit dem Mitschnitt eines Telefonats.
Meine zweite Begegnung mit Keef Hartley war 1969 in der Gruga beim ersten Essener Pop & Blues Festival. Wie sagt man heute: Keef Hartley rockte die Halle! Sein Auftritt gehörte mit zu den besten an jenem Abend. Schallplatten von ihm kaufen war für mich schwierig, Geldmangel und welcher Plattenladen hatte 1969 schon etwas von ihm gehört?

Alles änderte sich bei meiner zweiten Begegnung 1970. Wieder waren er und ich in Essen, jetzt gab es zwar Platten, aber bei war immer noch Ebbe in der Kasse. Zwei oder drei Jahre später kamen doch noch Tonträger zu mir. Zu den ersten gehörte natürlich die Little Big Band. Sie kam musikalisch sehr nahe an das was ich zweimal gehört hatte. Der Sound war etwas dumpf, aber die Musik dafür erstklassig. Die Begleiter waren wahrscheinlich nicht dieselben, keine Ahnung wer 1969 oder 1970 am 2. Schlagzeug saß 1969, vielleicht Jon Hiseman. Pete York war es jedenfalls nicht, der hatte seinen eigenen Auftritt mit Hardin & York. Hier auf der „Little Big Band“ half er Keef Hartley.

Die Keef Hartley Band war geprägt durch Bläser und der Stimme von Miller Anderson. Eine Bläserabteilung im Bluesrock war damals noch selten. Weit weg von Jazz und nicht nur ein einsames Saxophon. Nein!  Keef Hartley wurde von 3 Saxophonen, 5 Trompeten und 2 Posaunen begletet, also eine kleine Big Band. Die Musik war im Grunde typisch für den damaligen britischen Bluesboom, so wie er von Savoy Brown, Fleetwood Mac oder anderen Bands gespielt wurde. Bei Keef Hartley und Miller Anderson war alles nur etwas härter und eben mit diesem Gebläse.
Miller Anderson war für mich der eigentliche Chef, auch wenn es Keef Hartley anders sah. Mit seiner Gitarre und seinem Gesang setzte er die Akzente.
Höhepunkt des Albums ist das Medley „Leg Overture“, praktisch das erste Album „Halfbread“. Es wird  den Musikern viel Spielraum zum Improvisieren gegeben und das vor allem den Bläsern. Freunden vom britischen Bluesrock der späten 1960ern und frühen 1970ern Jahren mit Toleranz gegenüber Bläsern sei dieses Album empfohlen, obwohl es von einigen Kritikern nicht gerade gelobt wird. Es ist meiner Meinung nach das einzige brauchbare Tondokument um die Keef Hartley Band Live zu hören. Nichts gegen die Studioaufnahmen, aber die Keef Hartley Band war eine Liveband! Es gibt da noch diese CD „Not Foolish Not Wise“. Mein Rat: Finger weg, der Sound ist stellenweise miserabel und die CD ist nur beinharten Fans, so wie ich es bin, zu empfehlen.

Aufgenommen wurde „Little Big Band“ übrigens im Marquee Club in London am 13. Und 14.06.1971 in der Besetzung:

Gary Thain: bass
Keef Hartley: drums,
Miller Anderson: guit., voc.
Derek Austin: keyb.
Pete York: perc.
Barbara Thompson: Alto Sax.
Chris Mercer: Baritone und Tenor Sax.
Lynn Dobson: Sopran und Tenor Sax., Flute
Roger Wade: Tenor Saxophone
Danny Allmark und Derek Wadsworth:  trombone
Martin Drover, Mike Davis, Mike Rosen, Terry Noonan und Harry Beckett: trpt.

Die Songs:

You Can’t Take It With You 7:15
Me And My Woman 4:56
Not Foolish, Not Wise 5:06
Leg Overture (23:16):

Leavin’ Trunk
Halfbreed
Just To Cry
Sinnin’ For You

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