Timebox Best Of

Timebox – die Band von Ollie Halsall und Mike Patto

Timebox wurde im Grunde genommen 1965 in Southport gegründet. Der Name damals war allerdings noch “Take 5”. “Take 5” lässt auf Dave Brubeck, also Jazz, schließen. Jazz inspirierte auch deren Musik.

Peter Halsall1965 schlossen sich zusammen der Bassist Clive Griffiths, der Keyboarder Chris Holmes und der Drummer Peter Halsall mit dem Spitznamen “Ollie”. Ollie Halsall war kein Drummer der nur auf die Felle drosch, er spielte auch ganz ordentlich Gitarre und Keyboards. Was ihn am meisten Spaß machte war das Vibraphone. Geoff Dean setzte sich daher ans Schlagzeug und Kevin Fogarty übernahm die Gitarre und Peter Liggett den Gesang.

Man beschloss Profis zu werden und ging im Oktober 1966 nach London. Sie spielten in Clubs wie dem Whiskey A Go Go und begleiteten die Kinks, Tommy Quickley (Achtung: Remo Four!) oder die Small Faces auf Touren.
Peter Liggett verließ die Band und wurde durch Frank Dixon ersetzt. Frank Dixon erkrankte an Tuberkulose und musste nach kurzer Zeit wieder gehen. John Henry, ein amerikanischer Soulsänger nahm seinen Platz ein. In dieser Zeit änderte man den Bandnamen in Timebox (Gefängniszelle).

Im Februar 1967 erschien auf Picadilly Records die erste Single. Timebox entfernte sich immer mehr vom Jazz, der neue Stil war amerikanische Pop- und Soulmusik. Die bekannten Tamla Motown Songs “My Girl”, “You Can’t Hurry Love” und ähnliche gehörten zu ihrem Repertoire.

Es stellte sich heraus, John Henry war ein Deserteur und wurde nach einem Gig von der Militärpolizei verhaftet. Die Band hatte weiter Pech, auch ihr Drummer Geoff Dean erkrankte an Tuberkulose und verließ die Band. Ronnie Verrell, ein Studiomusiker, übernahm bei den Plattenaufnahmen das Schlagzeug.

Mike PattoFür Auftritte in den Clubs fehlte schlicht und einfach ein Musiker. Im Playboy Club fand im Dezember 1967 eine Jamsession mit Timebox statt. Ein gewisser Michael McCarthy stieg bei der Session ein und ließ sich zum Bleiben überreden. Der Bühnenname von McCarthy war Patto. Patto war Mitglied der Bo Street Runners und hatte eine eigene Band, die Patto’s People.

Ein neuer Drummer, Andy Peters, kam für kurze Zeit, wurde aber schon bald durch John Halsey ersetzt. Die ersten Singles von Timebox floppten alle. Live hatte die Band allerdings einen sehr guten Namen. Sie spielten in allen bekannten Clubs von London.

Tottenham Hotspurs gewannen 1967 den F.A. Cup und brachten eine EP zur Feier auf den Markt. “The Spurs Go Marching On” war einer der Songs, begleite wurden sie von Timebox.

Ende 1967 wurde Kevin Fogarty eindrucksvoll gebeten die Band doch ganz schnell zu verlassen, es gäbe wohl musikalische Differenzen. Auslöser war, Ollie Halsall nahm die Gitarre und spielte Kevin Fogarty locker an die Wand. Es war eine Version von “Green Onion”. Ollie Halsall wurde daraufhin zum musikalischen Kopf von Timebox. Timebox bestand jetzt aus:

Mike Patto: lead voc.
Ollie Halsall: guit., vibes, voc.
Chris Holmes: keyb.
Clive Griffith: bass
John Halsey: drums

Was folgte, waren etliche Singles, unter anderen auch Beggin’, die mehr oder weniger erfolgreich waren. Auch eine LP war geplant “Moose On The Loose”. Die LP blieb bis 1977 in den Archiven von DERAM. Die letzte Single von Timebox war “The Yellow Van”. Die BBC mochte den Text nicht und setzte den Song auf die Schwarze Liste.
Chris Holmes verließ daraufhin die Band und schloss sich Babe Ruth an. Im März 1970 wurde Muff Winwood der neue Manager und die Band nannte sich um in “Patto”. Wer etwas über Patto lesen möchte, der Rockzirkus ist eine ganz gute Quelle (etwas Eigenlob schadet nicht, machen andere auch). In diesm Zusammenhang muss ich noch eine Fehler korrigieren, im Rockzirkus wird Patto als Mitbegründer von Timebox genannt, das stimmt nicht ganz.

Wer sich musikalisch etwas von Timebox antun will, es gibt da zwei sehr gute Compis, Beggin’ von RPM und The Deram Anthology. Beide Zusammenstellungen gibt es für relativ wenig Geld. Die Songs überschneiden sich bis auf einen oder zwei. Die Songs von “Moose On The Loose” sind übrigens auch auf den CD.

Die Songs der RPM – Ausgabe:

1. I wish I could jerk like my uncle Cyril
2. I’ll always love you
3. Soul sauce
4. Waiting for the end (Unreleased)
5. Save your love
6. Your real good thing is about to come to an end (Unreleased)
7. Come on up
8. A woman that’s waiting
9. Beggin’
10. Walking through the streets of my mind
11. Don’t make promises
12. Girl, don’t make me wait
13. Leave me to cry
14. Gone is the sad man
15. Eddie McHenry
16. Barnabus swain
17. Baked jam roll in your eye
18. Poor little heartbraker
19. Stay there
20. Country Dan and city Lil
21. Love the girl
22. Tree house
23. You’ve got the chance
24. Black dog
25. Yellow van
26. Promises
27. Timebox

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