Traffic – On The Road

Traffic – On The Road

Wenn man mich nach meinen zehn liebsten Livealben fragt, dann gehört diese „On The Road“ dazu. Irgendwo in Deutschland aufgenommen und 1973 veröffentlicht. Es war eine spätere Formation von Traffic. Dave Mason war schon längts nicht mehr in der Band. Das Ur-Trio Winwwod / Wood / Capaldi holte sich für eine Tour Verstärkung aus der berühmten „Muscle School“ mit Barry Beckett, Roger Hawkins und David Hood. Rebop Kwaku Baah gehörte bereits seit 1971 zu Traffic und war an den Aufnahmen zu „Welcome To The Canteen“, „Low Spark Of High Heeled Boys“ und „Shoot Out At The Fantasy Factory” beteiligt. Traffic war nicht mehr die feste Band „Traffic“. Die Mitglieder hatten allesamt eigene Projekte, man traf sich hier zu einer abschließenden Tour.

Das Album ist etwas für Fans der langen Jams. Es geht gleich mit dem Medley “Glad und Freedom Rider” los. Die Songs findet man auf dem Album „John Barleycorn Must Die“. Die folgenden Songs stammen von den letzten Alben von Traffic, eben diesen zwei „Low Spark Of High Heeled Boys“ und „Shoot Out At The Fantasy Factory”. Es ist schade, dass nicht die alten Songs gespielt wurden. Hier kann ich als Trost nur „Welcome To The Canteen“ empfehlen, auch eines meiner Inselalben.

Der schönste Song von „On The Road“ ist „(Sometimes I Feel So) Uninspired”, muss man einfach einmal gehört haben. Hier kommt die Stimme von Steve Winwood richtig zur Geltung. Wie auch bei allen anderen Songs wird fleißig improvisiert und gejammt. Die Schlagzeuger und Percussionisten bilden für das Gitarrensolo einen dichten Klangteppich, umwerfend! Auf der letzten Plattenseite gibt es „Low Spark Of High Heeled Boys“ in voller Länge von 17 Minuten zu hören.

Manche langen Jams werden beim zweiten Hören für mich langweilig, hier nicht. Das Zusammenspiel der Musiker ist auf „On The Road“ einmalig, es passt eifach alles. Traffic war für mich eine typische Liveband. Die Studioalben finde ich alle von gut bis sehr gut, aber an die drei klassischen Livealben kommt keines davon heran. „On The Road“ ist ein würdiger Abscheid einer der besten Bands der späten 1960er und frühen 1970er Jahre. Der Sound ist übrigens für ein Livealbum sehr gut.

Die Band:

Steve Winwood; guit., voc., piano
Chris Wood: flute, sax.
Jim Capaldi: perc., voc., drums
Rebop Kwaku Baah: per.
Barry Beckett: keyb.
David Hood: bass
Roger Hawkins: drums

Die Songs:

Glad/Freedom Rider
Tragic Magic
(Sometimes I Feel So) Uninspired
Shoot Out At The Fantasy Factory
Light Up Or Leave Me Alone
Low Spark Of High Heeled Boys

 

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Ein Kommentar

  1. Volle Zustimmung hier. Das Album zeigt wozu eine ‘Rockband’ fähig sein kann, wenn sie Jazz spielt (nein, es ist kein Jazz, aber es klingt recht ähnlich). Mir würde eigentlich ein einziges Stück genügen; GLAD/FREEDOM Rider, das die ganze erste Seite füllt. Das gibt’s zwar schon auf eine Studio-Platte, aber erst hier zeigt sich der Unterschied. Und CHRIS WOOD ist einfach göttlich. Kaufen (wer keine Angst vor Jazz hat)! Gruß – Ronald;-)

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