Steve Hooker – Seven Veils (CD)

Steve Hooker – Seven Veils (CD)

Ich habe jetzt erst die Credits des ersten Songs gelesen und das nach gefühlt Dutzenden von Durchläufen (tatsächlich läuft die CD  zusammen mit der Emanuel Casablanca praktisch in Schleife und da passt so gut wie kein Blatt mehr dazwischen). Beim ersten Track dachte ich noch, ja gut, so Rock’n’Roll-mässig habe ich Steve Hooker jetzt auch schon lange nicht mehr gehört. Naja, kein Wunder, “The Promised Land” ist auch eine Coverversion eines gewissen Berry. C. und damit die nächste Bemerkung, sollte man den kennen? Irgendwie weit weg ertönt ein Glöcklein.

 

Es ist ja nicht überraschend, dass Steve Hooker einen Rock’n’Roller ins Rennen schickt. The Rockabillyblues and Soulman ist seine eigene Beschreibung. Soul kommt vielleicht etwas überraschend, ich bin in dem Genre aber auch nicht die hellste Leuchte und habe mich erst in den vergangenen zehn Jahren oder so auf sehr dünnes Eis begeben. Schuster bleib bei meinen Leisten. Auf der neuen CD (2024) gibt es neun Tracks auf die Ohren, davon 2 Coverversionen (die andere ist von einem gewissen Redding O.) und ein Track ist ein “Smokin’ Remix” welcher in der Originalversion ebenfalls auf diesem Tonträger zu haben ist. Sieben Originale und zwei Coverversionen, alleine diese Tatsache wäre erwähnenswert, würde es sich nicht um Steve Hooker handeln. Natürlich gibt er hin und wieder eine Fremdkomposition zum Besten, aber ich schätze ihn tatsächlich noch mehr für seine eigenen Songs.

 

Interessant auch die Tatsache, dass “Treasure Island” ein Instrumental ist. Meiner Meinung nach klemmt es in der Abteilung bei vielen Musikern, aber Herr Hooker umschifft die Untiefen gekonnt und präsentiert einen Rocker (geht wohl mehr in die Boogierichtung, wenn ich nicht komplett im Lauch stehe). Bei diesem Redding O. Ding (“Snatch A Little Piece”) müsste man denken, dass Soul hier die Hauptzutat wäre. Vielleicht ist es so, aber ich höre die Gitarre wie sie eben doch nicht im Soul vorkommt (nicht zu reden von der Rhythmussektion). Bei knapp 28 Minuten mit den neun Songs jagt ein Track den nächsten, also ausufernde Virtuosität geht definitiv anders. Irgendwie kommt mir bei “Sadie Brown”, diesem Song werden wir nochmal begegnen und zwar als den angesprochenen Remix, der alte Alberto Y Lost Trios Paranoia Song “Heads Down No Nonsense Mindless Boogie” in den Sinn, wenn auch nur wegen dem Titel.

 

Bevor ich jetzt jeden Track auf dieser CD (Pimphouse CD5) auseinandernehme mach ich das mal kurz, wer auf Boogie und handwerklich exzellenten Rock mit einer starken Verbindung zum Blues und Rock’n’Roll steht, der ist hier an der richtigen Adresse. Da eure Schlafkappe von Musikalienhändler die CD wahrscheinlich sowieso nicht im Angebot haben wird, bestellt sie doch einfach bei Steve Hooker direkt unter Stripped Down Stompin’ Band (stevehooker.co.uk) und bezahlt mit Paypal. Die CD wird euch nicht zu armen Tagen bringen, aber eure Holzfällerbuam-Sammlung etwas ins Lot rücken. Betreffend der Steve Hooker Website, tummelt euch dort ein bisschen rum, immerhin ist der Mann seit Jahrzehnten unterwegs und hat ein paar Pflöcke eingeschlagen. In meinem Empfinden immer etwas zu weit von den Scheinwerfern des Ruhms entfernt, aber auf konstant hohem Niveau die Message rüberschiebend.

Die Band (Stripped Down Stompin’ Band):

Steve – Guitar, Bottleneck, Handclaps, Vox

Vic – Fender Bass

Brian – Drums

 

Guests

Stingray Davies – Bells, Hammond

Dee – BVs (Backing Vocals)

Während ich das hier schreibe läuft die CD zum dritten oder vierten Mal. Ich arbeite ja nicht mit Textbausteinen. Und wieder “Snatch A Little Piece”, definitiv kein Soul (hat ja auch keiner behauptet).

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