Colosseum - Live 05

Colosseum (Band) – Live05 oder Live 05?

Nach dem Tod von Dick Heckstall-Smith ging es mit Barbara Thompson am Saxophon weiter. Barbara Thompson und Colosseum begegneten sich bereits in der Vergangenheit und zu Lebzeiten von Dick Heckstall-Smith. Barbara Thompson war mit dem 2018 verstorbenen Jon Hiseman verheiratet. Die beiden gingen oft auch musikalisch gemeinsame Wege zum Beispiel bei der Keef Hartley Band oder bei der Band von Barbara Thompson Paraphernalia oder dem United Jazz & Rock Ensemble.
Barbara Thompson pflegt einen anderen Stil als Dick Heckstall-Smith und den bringt sie auch bei Colosseum ein. Es gibt keinerlei Versuche in dessen Fußstapfen zu treten, warum auch?
Dem Sound von Colosseum tut das sehr gut, er hört sich jazziger an. Ohne irgendetwas zu kritisieren, man ist auch Fan und darf das, aber die Songs wurden in der Vergangenheit bereits so oft gehört, da tun kleine Änderungen ganz gut.
Die Trackliste auf dem Album setzt sich mit Songs aus alten Alben und Alben neuerer Zeit zusammen. Come Right Back und Tomorrow’s Blues sind aus 2003 von Tomorrow’s Blues und No Pleasin vom 1994 erschienenen Bread And Circuses. Der Rest gehört zum Standardrepertoire von Colosseum.
Irgendwie hat man das Gefühl über all die Jahre, die Gigs bei denen man vor der Bühne stand und all den Livealben, Colosseum wird immer reifer. Clem Clempson schob sich über die Jahre immer mehr in den Vordergrund. Er gehört zu den besten Gitarristen im Rockzirkus. Könnte er etwas besser singen, wer weiß was aus ihm hätte werden können? Wer hier aber sein Stimmvermögen einbringt und das in einer hervorragenden Art und Weise, das ist Mark Clarke.
Mein Lieblingssong ist „Theme For An Imaginary Western“, komponiert von Jack Bruce und zur Vollendung verfeinert durch Colosseum ist ein Beispiel des für Colosseum typisch gute Zusammenspiel. Es gibt nur erstklassige und nahezu gleichwertige Musiker, die sich blind verstehen.
Was auf keinem Gig fehlen darf, sind die Valentyne Suite mit dem Hinweis auf, Betreten des Mondes durch Armstrong und der Vollendung der Suite und dem obligatorischen Drumsolo.
Jon Hiseman hatte es immer noch drauf. Irgendwann schrieb er sinngemäß „Es gibt nichts langweiligeres als ein Drumsolo.“. Er ist einer der besten Drummer in Jazz und Rock, trotzdem hat er Recht und beschränkt sich auf der Live05 auf nur wenige Minuten.
Was sich im Laufe der Jahre auch immer mehr verfeinert hat, das ist das Zusammenspiel von Mark Clarke und Clem Clempson.
Aufgenommen wurde im Theaterhaus Stuttgart (11.06.05), in der Musik Halle in Worpswede (23.04.05) und im Treibhaus in Innsbruck (30.06.05). Die Qualität geht als sehr gut durch.
Für Freunde von Colosseum ist das Album ein Muss und für solche die es werden wollen ebenfalls. Es steht gleichwertig neben der Live! und dem Reunion Concert. Jedes dieser drei Alben hat etwas Besonderes. Das Live! versprüht mehr Unbekümmertheit, Frische und Energie, das Reunion zeigt die Reife und Routine erstklassiger Musiker und im Live05 schließlich bringen Barbara Thompson und Clem Clempson Neues ein.

Die Songs:
Showtime;
Come Back Right
Theme For An Imaginary Western
Lights
Rope Ladder To The Moon
The Valentyne Suite:
January’s Search,
February’s Valentyne,
The Grass Is Always Greener
Those About To Die
Stormy Monday Blues
No Pleasin’
Tomorrows Blues
Drum Intro to LA
Lost Angeles

Die Mitspieler:
Chris Farlowe: voc.
Clem Clempson: guit., voc.
Mark Clarke: bass; voc.
Dave Greenslade: keyb.
Barbara Thompson: sax.
Jon Hiseman: drums

(Visited 141 times, 1 visits today)

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 × 4 =