Blodwyn Pig – Getting To This

Blodwyn Pig – Getting To This

Nach “Ahead Rings Out” erwarteten Fans und Kritiker ein genau so gutes oder besseres Album. Das 1970 aufgenommene „Getting To This“ erfüllte nicht die Erwartungen und wurde ein Flop. Für mich ist dieses Album immer noch als „gut“ zu bewerten, obwohl auch ich enttäuscht war. Die Songs sind nicht mehr die ganz großen Knaller wie zum Beispiel „The Modern Alchemist“ oder „It’s Only Love“, dennoch ist es einfallsreicher und solider Rock mit Blues und Jazz Anteilen. Im Vergleich mit dem Überflieger „Ahead Rings Out“ verliert „Getting To This“ gewaltig.
„Drive Me“ ist als Einstieg nicht schlecht, eines der besseren Songs des Albums.
Bei „Variations On Nainos“ spielt Lancaster eine ganz nette Flöte und auch die Slide von Abrahams geht in Ordnung. Aus dem Riff hätte man mehr machen können.
Warum „See My Way“ noch einmal aufgenommen wurde ist mir allerdings schleierhaft.
Es gibt auch wieder schönen Blues mit dem „Long Bomb Blues“ und der „Seven String Slide Guitar“.
Bei „The Squirreling Must Go On“ swingt es ordentlich. Mick Abrahams liefert hier ein gutes Solo mit der Gitarre ab. Mit dem „Cat’s Squirrel“ von Jethro Tull hat das aber nur sehr wenig zu tun.
„San Francisco Sketches“ ist eine kurze Suite mit 4 unterschiedlichen Themen. Eine jazzige und relativ ruhige Komposition von Jack Lancaster. Im Mittelteil liefert Mick Abrahams wieder sein Solo ab. Es folgt ein Part mit Gesang, der sich allerdings ziemlich wüst anhört. Das Ende gehört Jack Lancaster und dessen Saxophone.
„Worry“ ist eine Komposition des Bassisten Andy Pyle. Kein Ohrwurm, die Soli von Abrahams und Lancaster sind kurz und knapp.
„Toys“ ist ein hübsches Liedchen bei dem Mick Abrahams wieder einmal die Slide-Gitarre rausholt.
„To Rassman“ stammt von Ron Berg. Versucht Ron Berg zu singen? Der Song ist wahrscheinlich als Gag gedacht.
“Send Your Son To Die” hier blitzt wieder etwas von „Ahead Rings Out“ auf. Treibender kraftvoller Jazzrock, allerdings hier in gebremster Form Die nette Soli von Lancaster und Abrahams reißen den Song nicht raus.
Auf der mir vorliegenden CD gibt es als Bonusse „Summer Day“ und eine alternative Version von „Send Your Son To Die“, die Songs werden in der Trackliste nicht aufgeführt.
Wer die Schallplatte besitzt, kann sich mit der Innenseite bespaßen. Zu finden sind hier der Plan eines Würfelspiels in Form einer Pferde/Schweinerennbahn, Aktfotos aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts, ein Labyrinth und ein Zahlenbild zum Nachzeichnen. Hab ich zwar nicht getan, aber das Ergebnis soll ein Schwein darstellen.
Nach „Getting To This“ waren Blodwyn Pig am Ende und löste sich auf. Mick Abrahams ging Solo, versuchte diverse Reunion, verschwand eine Weile ganz aus dem Showgeschäft und ist aber seit einigen Jahren wieder ganz aktiv.

Die Musiker:

Mick Abrahams: guit., voc.
Andy Pyle: bass
Jack Lancaster: sax., flute, violin
Ron Berg: drums
Graham Waller: piano

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