Jochen Volpert – Back To The Blues Roots 6

Moderne Blues Gitarre – Und das trifft bei dieser CD-Serie wahrlich zu

Bei einem meiner diesjährigen Festivals drückte mir kürzlich mein Chef-Redakteur, nach einem Plausch über das phänomenale Blues Camp in Göhren, ein dickes Bündel Papier und eine Digipack-CD »Modern Blues Guitar 8« (erschienen diesjährig schon 31. Januar) von Jochen Volpert in die Hände. Sieht nach Arbeit für den Blues-Beauftragten aus, meinte ich. War aber tatsächlich überhaupt keine Arbeit, sondern pures Vergnügen. Hat zwar dann leider noch etwas gedauert, rotiert aber seitdem nun regelmäßig in meinen Abspielgeräten. Und ich hätte nach mehrmaligen Durchhören wirklich keinen treffenderen Titel für diese CD-Serie des Gitarren-Meister aus Nord-Bayern finden können. Und auf der mir vorliegenden Ausgabe namens 8, Nummer Drei dieser Instrumental-Serie, gibt es wieder reichlich Rock-Futter und das in einer Bandbreite wie sonst nur bei gemischten Zusammenstellungen einer der großen Labels. Der Unterschied dazu, hier komponierte, arrangierte, produzierte, spielte wieder heimisch vom roten Sofa nur ein Mann, Tausendsassa Jochen Volpert. Der Hammer was er da mit den Kollegen Achim Gössl (Tastengeräte), Dirk Blümlein (Bass), Jan Hess (Schlagwerk, machte auch das Mixing) und bei den drei funky Titeln sogar die Würzburg Funkyhorns, alias Ingo Mertens, Klaus Wangorsch und Gerhard Cäsar, da auf die Blues-Rock-Fans rausgehauen hat. Gleich zu Beginn mit »I Am Too Funky« ein fetter reinrassiger Funk-Titel. Gleich auf Startplatz zwei wird umgeschaltet und mit »Rolling« ein Blues-Standard geliefert. Der nächste Titel »Desert Rock’n Roll« erklärt schon was einem in dem 3-Minüter erwartet, staubiger US-Rock den auch die Amis nicht besser hinbekommen. Bei »New Soul« ist das Würzburger Gebläse wieder mit dabei und verfeinert diese schöne Fusion-Komposition. Damit die Spannbreite auch wirklich größtmöglich bleibt, wird auf »Your Guitar Is Too Loud« in den Modus knallharter Gitarrenrock umgeschaltet. Alles Titel mit Ohrwurm-Charakter, exzellent produziert, arrangiert und eingespielt. Die Titelnamen geben dabei immer schon grob die Marschrichtung vor. Auch der Chill-Out »Flow« und »The Telecaster Is In Town« sowie dem »Broken Rumba« ist der Titelname das musikalische Programm. Auch die weiteren vier Kompositionen machen keine Ausnahme. Mit »I Am Too Funky Part 2« sind die Würzburg Funkyhorns wieder mit auf dem Dampfer, mit diesem Funk-Rocker ist Paket mit 13 unterschiedlichen Kompositionen nun geschnürt. In seinem wunderbaren Promo-Material schreibt Jochen zu jedem Lied seine kleine Geschichte. Und ich war sehr überrascht, das wir trotz bisheriger Nichtkenntnis voneinander, so nahe mit dem Meinungsbild beieinanderlagen. Jeder der mit Peter Bursch, den habe ich am Herzberg gerade wieder getroffen, das Saitenspiel erlernt hat, empfehle ich bei Suche der Ausrichtung seines Gitarrenspiels diese CD-Programm »Modern Blues Guitar 8«. Unglaublich aber wahr, liefert Jochen Volpert in etwas mehr als 40 Minuten eine echte Lehrstunde in Sachen gitarrengetriebener Musik, alles tatsächlich modern und zeitgemäß in Szene gesetzt und fein produziert von dem Gitarristen aus Gerbrunn bei Würzburg. Ohne Übertreibung, der Jochen würde bei jeder Rock-Combo eine gute Figur machen.

Modern Blues Guitar 6_2020

Modern Blues Guitar 7_2021

Modern Blues Guitar 8_2022

Ich habe dort in Gerbrunn eine Zeit lang mehr gelebt als bei mir Zuhause, habe Jochen damals noch nicht gekannt und auch nicht getroffen. Heute wäre das sicher anders. Natürlich gibt es die Besserwisser, die jetzt sagen, Titel des Albums verfehlt, müsste doch Modern Rock Guitar heißen. Falsch, denn der Blues war die Quelle für alle vorher genannten Stile. Warum hat man bisher so wenig gehört von diesem Gitarrero von der bayrischen Main-Metropole ?? Stimmt nicht ganz, denn beim diesjährigen Blues-Camp Rügen (wir berichteten darüber), kannten einige Teilnehmer Jochen Volpert gut, schätzen seine Virtuosität und Bandbreite. Gut das Chef Michael diese bluesige Aufgabe auf mich übertragen hat, da können wir nun durch unseren Bericht die Aufmerksamkeit bei einigen Blues-Rockern hoffentlich noch mehr wecken. Ich werde die Jochen Volpert Band, Lebenspartnerin Carola Thieme (Gesang, A-Gitarre, Percussion), Johannes Böhm (Bass), Stefan Schön (Drums, Cajon), mit Sicherheit weiter im Auge behalten. Für mich eine echte Überraschung und Bereicherung. Wer die vierköpfige Blues-Band plus die Würzburg Funkyhorns mal Live erleben will, am 29. Oktober ist es beim 37. Jazz-Festival Würzburg soweit.

Mister X (VÖ 2020, F: Carola Thieme)

Jochen Volpert Band (F: Patrick Wötzel)

Zuletzt darf nicht unerwähnt bleiben, ich erinnere an das dicke Bündel Papier, dass ich noch nie so umfangreiches und professionelles Promo-Material bekommen habe. Hier ein großes Lob an Ehefrau Carola Thieme, die nicht nur auch diese CD mit Fotos, Artwork, Design familiär unterstützt hat, sondern alle Produkte aus dem Hause Volpert künstlerisch betreut. Der Aufbau dieses 6-seitigen Digipack »Modern Blues Guitar 8« ist vorbildlich, klare Strukturen, passende, gut platzierte Bilder und aussagekräftige, leserliche Texte an den richten Positionen. Alles übersichtlich präsentiert, man vermisst nicht mal ein zusätzliches Büchlein. Texte müssen ja nicht abgedruckt werden, es gibt ja keine, ist ja ein fettes Instrumental-Album. Wieder einmal ein schönes „Blues-Rock-Album“, das mir sehr viel Freude gemacht hat und das sehr viele Hörer und Konsumenten mehr verdient hätte.

Selbstporträt Jochen Volpert – Ich spiele bereits seit über 40 Jahren Gitarre. Live- und Studioprojekte haben meine wiedererkennbare Spieltechnik und die kreativen Fähigkeiten am Instrument geprägt. Dank meiner Umtriebigkeit in verschiedenen Band-Konstellationen aus dem Blues-, Rock-, Jazz- und Country-Bereich, habe ich mir zwischenzeitlich in der Gitarristen-Szene einen hohen Bekanntheitsgrad erspielt und die wird deutschlandweit von einer großen Fangemeinschaft unterstützt. Nach den Erfahrungen mit meinen CD-Live-Projekten »thieme.volpert. – Sands Of Time« (2010), »Session 50.1« (2013) und »Session 52.2« (2015), sowie den Studioproduktionen »Split Personality« (2017) und »Mister X« (2020) mit eigenem Songmaterial von mir und meiner Ehefrau Carola Thieme, veröffentlichte ich die Instrumental-Alben-Trilogie »SIX« (2020), »SEVEN« (2021) und »EIGHT« (2022). Begleitet von hochkarätigen Musikern, die meine Leidenschaft für anspruchsvolle Live-Konzert-Auftritte mit viel Raum für Improvisation teilen, bin ich nun Live On Stage mit meinem Best-Of-Programm zu erleben. Die außergewöhnliche Stimme und die kreativen Gesangs-Exkursionen von Carola Thieme unterstreichen dabei den eigenständigen Bandsound. Wer mich schon einmal auf der Bühne erlebt hat, weiß: hier musiziert ein absoluter Freigeist an der Gitarre – immer offen und flexibel für Neues und Altes, für Experimentelles sowie bereits Bewährtes. Genau das macht meinen vielseitigen und eigenständigen Sound aus und begeistert nicht nur Gitarrenliebhaber. Dabei bildet der Blues die Basis all dieser Ausdruckformen.

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