The Artwoods

The Artwoods

Die Woods wohnten in West Drayton, Middlesex. Die beiden bekannten Woods, es waren vier Brüder und alles Musiker, waren Ron Wood, heute Mitglied der Rolling Stones, und sein älterer Bruder Arthur „Art“ Wood. Dieser Art Wood, geboren am 07.07.1937, besuchte die School Of Art in Ealing. Ein paar Jahre später wäre er in dieser Kunstschule Pete Townshend, Freddie Mercury oder David Bowie begegnet.

The ArtwoodsArt Wood gründete 1955 seine erste Skiffle-Band. Alles was später zum britischen Rhythm ‚n‘ Blues und Rock wurde, begann in England mit Lonnie Donnegan und Skiffle. 1958 ging Art Wood nach London um als Profi sein Geld zu verdienen. Seine neue Band nannte sich The Art Wood Combo. Diesmal war es eine neun köpfige Big Band und die Musik war Jazz.  Die Art Wood Combo nahm einige Platten auf, darunter auch Songs wie „Take The A‘ Train“ von Duke Ellington.

1962 zog es Art Wood immer mehr zum Blues. Bei den Gigs der Blues Incorperated von Alexis Korner und Cyril Davies hatte er immer wieder Gastauftritte. Gleichzeitig mit ihm traten Long John Baldry und Mick Jagger ebenfalls als Gastsänger bei der Blues Incorperated auf.

Blues machte ihm mehr Spaß als Jazz oder Skiffle. Mit dem Drummer Reg Dunnage aus seiner Art Wood Combo und ansonsten wechselnder Besetzung, zog Art Wood durch die Londoner Bluesclub-Szene.


Jon Lord
und Derek Griffiths waren Mitglied von „Red Bludd’s Bluesicians“, ebenfalls einer bekannte Band der Londoner Bluesszene. Als sich die „Red Bludd’s Bluesicians“ aulöste, schlossen sich Jon Lord und Derek Griffiths Art Wood und Reg Dunnage an. Reg Dunnage hatte einen Job am Flughafen (Heathrow) den er nicht aufgeben wollte, aber dadurch fehlte ihm die Zeit für die Proben und Auftritte mit der Art Wood Combo. Es wurde eine Anzeige im Melody Maker aufgegeben: Drummer gesucht. Drummer wurden schnell gefunden. Die ersten Versuche wurden mit Mitch Mitchell gemacht, am Ende war es aber dann Keef Hartley. Keef Hartley kam von „Rory Storm & The Hurricanes“. Er war hier die Ablösung von Ringo Starr.

Was jetzt noch fehlte war ein Bassist. Bei den „Roadrunners“ wurde man mit Malcolm Pool fündig. Aufgrund ihrer großen Bekanntheit in der Clubszene kam es zu einem Vertrag mit DECCA Records. Der Name Art Wood Combo erschien den Managern von DECCA zu altmodisch. Es war 1963 und es war keine Tanzmusik was Art Wood und seine Band spielten. The Artwoods hörte sich besser an.

Es kam zu Auftritten in TV-Shows wie zum Beispiel „Ready, Steady, Go!“. Sie waren die erste Band die hier Live auftraten! Alle anderen Musiker und Bands vor ihnen trauten sich nicht und verließen sich lieber auf das Playback.

The ArtwoodsDie meiste Zeit in den folgenden vier Jahren waren The Artwoods auf Tour durch Europa (sie waren die erste britische Band mit Auftritten in Polen) und durch die Clubs im gesamten Großbritannien. Geld brachten diese Touren nicht ein, also mussten Singles, möglichst Hitsingles, und ein Album her. Das Resultat waren Aufnahmen in verschiedenen Studios in der „Tin Pan Alley“.  Das Ergebnis war ihr einziges offizielle Album „Artwood Gallery“ eine Reihe Singles und die EP „Jazz In Jeans“. Diese Singles und die EP findet man auf der CD „Singles A’s & B’s“. „Sweet Mary“ von Ledbelly war ihre erste Single. „Sweet Mary“ war auch der Song bei ihrem Auftritt in der Show „Ready, Steady, Go!“. Aus irgendeinem Grund wurde ihr Auftritt in der Show nur in London und nicht landesweit übertragen. Derek Griffiths bezeichnete das später als Mobbing durch die BBC.

Bei den Auftritten in den Clubs wurden sie zu gefragten Begleitungen von Musikern wie Little Walter, Bo Diddley, Howlin‘ Wolf, Freddie Mack, Memphis Slim und Mae Mercer. Diese Blueser waren begeistert und verpflichteten The Artwoods für die eigenen Touren. Für The Artwoods war es ein Erlebnis mit ihrem Idol Memphis Slim in Paris aufzutreten, schreibt Derek Griffiths in Begleittext einer Box.

Im Februar 1966 wollte Mike Vernon mit Champion Jack Dupree das Album „From New Orleans To Chicago” aufnehmen. Zur gleichen Zeit arbeiteten The Artwoods an einer EP und einigen Singles . Mike Vernon lud sie in ein besseres Studio von DECCA ein. Malcolm Pool und Keef Hartley lieh er sich gleich für die Aufnahmen mit Champion Jack Dupree aus. Eric Clapton und Tony McPhee waren übrigens die zwei Gitarristen auf dem Album.

Eine der Singles aus dieser Zeit war „I Take What I Want“. Die Single kam bis auf Rang 35 der Charts des Melody Makers, ein kleiner Erfolg. 1966 erschien ihr einziges Album „Artwood Gallery“.

The ArtwoodsEnde 1966 trennten sich The Artwoods von Manager und Plattenfirma. Die neue Plattenfirma war Parlophone Records. Es wurden weitere Singles bei Parlophone aufgenommen, aber die Verkäufe liefen nur schleppend. 1967 war die Zeit des Rhythm ‚n‘ Blues vorbei, der neue Trend nannte sich „Underground“. Die Versprechen des neuen Managers waren nur Luftblasen. Es wurde unruhig in der Band. Keef Hartley sucht mit jedem der Mitglieder Streit und wurde zwei Wochen vor einer Tour durch Dänemark gefeuert. Colin Martin ersetzte ihn.

Dänemark wurde ein Reinfall! Mit dem Schiff dort angekommen wurden sie von Manager oder Promoter erwartet. Sie suchten sich ein Hotel und erfuhren durch ein Telefonat mit ihrem Manager, dass die Tour abgesagt war.

Philips Records suchte eine Band für den Film „Bonnie & Clyde“ die Musik im Stil der 1930erJahre spielen konnte. The Artwoods übernahmen den Job, änderten ihren Namen für die Aufnahmen passend zum Film in „St. Valentine’s Day Massacre“. Die für den US-Markt produzierte Single „Brother Can You Spare A Dime / Al’s Party” floppte total! Der Geschmack in Dänemark war ein anderer, hier wurde die Single zur Nummer 1 in der Hitparade. Das verhalf The Artwoods eine drei wöchige Tour durch Dänemark.

The Artwoods - Steady Gettin‘ It – The Complete Recordings 1964-67Es gab noch kleinere Gigs für die Band, aber das Ende war abzusehen. Jon Lord gründete zuerst mit Kim Gardner und Ron Wood eine eigene Band bevor er dann zu Deep Purple ging. Keef Hartley war bereits bei John Mayall unter Vertrag. Derek Griffiths schloss sich der Mike Cotton Sound an, um später zu The Alan Bown Set zu wechseln und danach in die Colin Blunstone Band. Malcolm Pool schloss sich einigen Jazzbands an und wurde später zu einem Mitglied von Colosseum. Nach Colosseum verabschiedete er sich aus dem Musikgeschäft. Art Wood blieb dem Rhythm ‚n‘ Blues treu. Er hatte einige Projekte, blieb aber erfolglos.

Sämtliche von den Artwoods aufgenommene Songs kann man sich heute auf CD anhören. In meiner Sammlung stehen die „Art Gallery“, „Singles A’s & B’s“ und die Box „Steady Gettin‘ It – The Complete Recordings 1964-67“. Im Grunde reicht die Box, aber die kam zu spät.

The Artwoods

Art Wood: voc.
Malcolm Pool: bass
Keef Hartley: drums
Derek Griffiths: guit.
Jon Lord: keyb.

Colin Martin: drums

The Artwoods – Artwood Gallery

The Artwoods - Artwood Gallery

Can You Hear Me
Down In The Valley
Things Get Better
Walk On The Wild Side
I Keep Forgettin’
Keep Lookin’
One More Heartache
Work, Work, Work
Be My Lady
If You Gotta Make A Fool Of Somebody
Stop And Think It Over
Don’t Cry No More

The Artwoods – Steady Gettin‘ It – The Complete Recordings 1964-67

CD 1:  Acetates, Singles & EP Tracks

Acetates, Singles & EP Tracks

Chicago Calling (The Art Wood Combo)
Hoochie Coochie Man – (The Art Wood Combo)
Talkin’ About You – (The Art Wood Combo)
Kansas City – (The Art Wood Combo)
Sweet Mary
If I Ever Get My Hands On You
Oh My Love
Big City
Goodbye Sisters
She Knows What To Do
I Take What I Want
I’m Looking For A Saxophonist Doubling French Horn Wearing Size 37 Boots
These Boots Are Made For Walkin’
A Taste Of Honey
Our Man Flint
Routine
I Feel Good
Molly Anderson’s Cookery Book
What Shall I Do
In The Deep End
Brother Can You Spare A Dime – (St. Valentine’s Day Massacre)
Al’s Party – (St. Valentine’s Day Massacre)

BBC Sessions

Smack Dab In The Middle
Interview
Goodbye Sisters
She Knows What To Do
Can You Hear Me
Interview
I Take What I Want
Jump Back

CD 2: Art Gallery

The Artwoods - Artwood Gallery

Can You Hear Me
Down In The Valley
Things Get Better
Walk On The Wild Side
I Keep Forgettin’
Keep Lookin’
One More Heartache
Work Work Work
Be My Lady
If You Gotta Make A Fool Of Somebody
Stop And Think It Over
Don’t Cry No More

BBC Sessions

One More Heartache
Interview
I Feel Good
Things Get Better
Stop And Think It Over
In The Deep End
What Shall I Do
Day Tripper
Steady Gettin’ It
Devil With A Blue Dress On / Good Golly Miss Molly
In The Deep End

CD 3: Live At Funny Park, Denmark, 1967

Live At Funny Park, Denmark, 1967

Steady Gettin’ It
Keep Lookin’
I Need You Loving
Love Have Mercy / Bony Moronie / Love Have Mercy
Be My Lady
Day Tripper
How Long
Shake
Tic Tac Toe
Song Of The Journeyman
Black Mountain
(I Can’t Get No) Satisfaction

The Artwoods –  Singles A’s & B’s

The Artwoods -  Singles A's & B's

Sweet Mary
If I Ever Get My Hands On You
Oh My Love
Big City
Goodbye Sisters
She Knows What To Do
I Take What I Want
I’m Looking For A Saxophonist Doubling French Horn Wearing Size 37 Boots
I Feel Good
Molly Anderson’s Cookery Book
What Shall I Do
In The Deep End
Brother Can You Spare A Dime
Al’s Party
These Boots Are Made For Walking
A Taste Of Honey
Our Man Flint
Routine

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