Blank Manuskript – modusFLOWCUS – Rammelhof

Genre-Surfer aus der Alpen-Republik Österreich – Salzburg, Innsbruck, Wien

Unglaublich was im Alpenraum für kreative und ungewöhnliche Musik entsteht. Da höre ich aber auch schon mal den Ausspruch: Was haben DIE denn geraucht oder Isss dess nooch Musik !! Das Musik stark von Familie, Lebensumfeld, persönlicher Entwicklung und Erfahrungen abhängig und beeinflusst wird, ist lange bekannt. Ich könnte hier etliche bekannte Beispiele nennen. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte das diese Faktoren sogar in einem sehr hohen prozentualen Maß die Triebfedern und hauptsächliche Schubkraft von Menschen ist sich künstlerisch auszudrücken und dabei auch Versatzstücke aus ihrem Leben mit dazu benutzen. Wieder ein Thema etwas mehr abseits der ausgetretenen Pfade die von der Masse benutzt wird. Nichtdestotrotz sehr interessante Mucke mit Suchtgefahr. Ich stelle drei Genre-Surfer aus drei verschiedenen Teilen Österreichs vor, alle drei mit unterschiedlicher genereller Ausrichtung, alle drei mit interessanten Musik zum Zuhören. Keine leichte Kost, aber durchaus bekömmlich !!

Salzburg: Blank Manuskript

Innsbruck: modusFLOWCUS

Wien: Rammelhof

Konzept für Progressive, Streicher für Wiener KlassikBlank Manuskript aus dem traditionellen Musik-Schmelztiegel Salzburg an der Salzach gehören vielleicht zu den ungewöhnlichsten Bands der Alpenrepublik, Stilgrenzen und genretypische Kriterien sind hier untergeordnet. Sofort stellt sich jedoch auch die Frage, warum es nicht mehr davon gibt. Doch, gibt es aus anderen Bundesländern mit modusFLOWCUS aus Region Innsbruck (Tirol) und Rammelhof aus Wien. Im Mozarteum-Keller 2007 von zwei Mitgliedern von The Exhibition Alfons Wohlmuth (Bass, Flöten, Gesang), Dominik Wallner (Tasten, Gesang) sowie Gitarrist Christian Breckner gegründet, hat sich diese nun mehrköpfige Band nach diversen personellen Umgruppierungen mit ihrem progressiven Art-Rock, teils auch sehr symphonisch, mittlerweile zumindest in der Genre-Szene einen hervorragenden Ruf erspielt. Mit dem Konzept-Debüt »Tales From An Island« (2009) machten sie bereits überregional stark auf sich aufmerksam. Darauf folgten Auftritte bei internationalen Festival, Tourneen, Auftragsarbeiten. Mit dem limitierten Zweitling »A Profound Path« (EP, 2013), natürlich wieder ein Konzeptwerk, thematisch eine Reise von der Unterwelt in den Himmel, festigten die Salzburger ihren internationalen Ruf. Nach »The Waiting Soldier« (2015) und einem »ORF Session Live Album« 2018 liegt jetzt mit »Krásná Hora« (2019) erneut ein Konzept mit verschiedenen Episoden von Geburt bis zum Sterben, in den Regalen der Läden. Und Konzept ist absolut Gesetz für dieses Quintett und das seit Gründung. Sie finden meist Stoff fern und abseits der Alltagswelt, die aber bei genauerem Hinsehen viele Anknüpfungspunkte an aktuelle Lebensumstände und Themen bieten. Produziert und musiziert wird ohne Rücksicht auf Verluste, ohne sich an irgendwelche aktuelle Strömungen zu orientieren. Alfons & Dominik: „Die Faszination des 70iger Rock hat ja nie an Magie verloren, da es eine Musik ist, die Grenzen auflöst und somit an Abwechslungsreichtum und Überraschung kaum zu überbieten ist.“ Genau das ist es, genau so etwas Besonders möchten Musik Gourmets erleben, und genau das kann Blank Manuskript liefern. Heim: BLANK MANUSKRIPT

BM: Tales From An Island

BM: The Waiting Soldier

BM: Krásná Hora

Ohne Notausgang und das ist gut so – Es gibt Alben die sofort beim ersten durchhören begeistern und in die man sich verliebt. Die Magie dahinter könnte man nun aufwendig Analytisch aufarbeiten, mache ich aber nicht. Es geht einfacher, lest hier und hört euch die Musik auf Sound_Cloud an. Zu diesen besonderen Fällen gehört auch das Album »Who Is modusFLOWCUS?!?« von der Projekt-Gemeinschaft modusFLOWCUS aus dem alpinen Schwaz im Inntal nähe Innsbruck. Hier arbeitet ein kunterbuntes Kollektiv von sechs erfahrenen Musikern mit lustigen Tarnnamen, beispielsweise Hairy Zpraysley, Zirena Marena oder Raoul A. M. EggZ, in den fünf unterschiedlichsten dennoch vernetzten Projekten kreativ zusammen: TheLovelyTronix, s´Krachal, Krawallwatschn, Luadamandl und Anzient Fuzzill. Die 17 unterschiedlichen Titel auf fast 80 Minuten Laufzeit der CD sind ein fulminanter Ritt durch die Genres, ich erspare mir hier bewusst die Aufzählung, spiegeln frisch und ideenreich die moderne Musik der heutigen Zeit wieder. Hier gibt es extrastarken kraftvollen tanzbaren Gitarren-Rock, perlende moderne Elektro-Beats, progressive und rhythmische Ausritte, bündelweise Überraschungen, dass alles gut gemischt und versetzt mit unterschiedlichen Gesang, teils mehrstimmig und einer Brise Wahnsinn. Selbst vor Tiroler Mundart-Volksmusik wird nicht haltgemacht, der Dialekt immer sehr präzise eingepasst in das laufende Programm. Der Band-Slogan: Brodelnder Cross-Over der sämtliche Genregrenzen niederreißt. Selbst das Design, Artwork und Konzept des Werks ist ungewöhnlich, passt genau zu dieser Wundertüte. Wer das fast 1,5 stündige Werk durchgängig hört, meint er hätte eine aktuelle kurzweilige Nonstop Radio-Show gehört. Ein ungewöhnliches, aber sehr zeitgemäßes Album, und das aus Tirol, Österreich, Planet Earth, Solar-System mit deutschen Vertrieb über Progressive Promotion Records. Heim: modusFLOWCUS

modusFLOWCUS: Promo_1

modusFLOWCUS: Promo_2

modusFLOWCUS: Promo_3

Fan-O-Ton: Des isss joo kaa Konzert mehr! – Und auch die dritte Band im Bunde, diesmal aus der Donau-Metropole Wien, ist vom gleichen Kaliber. Sie sagen selbst: „Wer Rammelhof nicht bucht, macht schon den ersten Fehler. Und wer sie dann nicht mal besucht, den nächsten. Alles andere sind Ausreden, weil Soros, die Außerirdischen oder die Pharma-Industrie Druck ausüben.“ In ihrem Heimatland sind sie inzwischen Kult. Nach Symphonisch-Jazziger und Rock-Pop-Elektro Ausrichtung, nun das Rock-Punk-Brett. Die Austrian-Combo besteht seit 2015 aus dem großen General Geri und Gina Maschina (beide Gesang), Urgos Brutalos (Schlagwerker), Mario Granato (6-Saitige), Du-Shan (4-Saitige) und Pater Perdurabo (Schausteller), legt sich am liebsten mit nichts Geringerem als den großen Playern dieser verrückten Welt an (Zitat).

Rammelhof: Promo_2

Diese irrwitzige Band ist trotz des Bündels von Alben, »Die Ganze Welt Ist Ein Rammelhof« (2015), »Radikal EP« (2016), »Ene Mene Mu« und »Bestes Album 2018« (2018), im recht freudlosen Germanien ebenfalls recht unbekannt. Daran hat das neuste Werk »Umweltschmutz« (05-2020) noch nicht viel geändert, aber da ist durchaus noch was zu machen. Unabhängig und angstfrei bringt das in Deutsch-Mundart singende Sextett aktuelle, immer auch heikle Themen, auf den besagten Tisch. Wie meinte die schottische Minister-Präsidentin im Zusammenhang mit dem Brexit-Votum: „Everything Must Be On The Table“. Und bei Rammelhof, namentlich angelehnt an einen kleinen Weiler in Sichtweite Grenze Nieder/Ober-Österreich, wird auch schon mal Unappetitliches wie »Gülle«, »Pump-Gun« und »Restfett« auf dem Tisch serviert, aber auch »Kim Jong Un«, »Wladimir (Put Put Putin)«, »NSA«, »Burka« und eben der »Brexit«. Ich mache ungern Vergleiche zu anderen Heroen der Rock-Szene. Hier ist es aber angebracht und nützlich, denn die erst letztes Jahr nach über 40-jährigem Bestehen aufgelösten EAV (Erste Allgemeine Verunsicherung) drängt sich einem immer wieder auf. Aber die Themen der Rammelhofer sind explosiver, die Texte schärfer, sie Musik druckvoller. Moderne zeitgemäße Präsentationen mit musikalischen Anleihen aus verschiedensten Richtungen, garniert mit frechen und witzigen textlichen Seitenhieben auf die Verstörten die immer noch nicht kapiert haben das wir und unser gepeinigter Erdklumpen kurz vor dem Kollaps steht. Ein erfrischender, schöner, abwechslungsreicher, deutlicher Appell an uns alle. Mal drüber Nachdenken !! Wunsch von Rammelhof: E-Mails und Liebesbriefe bitte an: band[at]rammelhof.com. Heim: RAMMELHOF

Ganze Welt Ist Ein Rammelhof

Ene Mene Mu

Umweltschmutz

Auch der westliche Nachbar hat solche ungewöhnlichen Klang-Künstler mit beispielsweise Alt F 4 aus Aarau oder Sophie Hunger aus Bern vorzuweisen. Das ist aber ein eigenes Thema für sich und darauf komme ich mal später hier im Rockzirkus zurück. Klingende Grüsse, Der SchoTTe

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