Blues Band – Fat City

Ein etwas untypisches Album der Blues Band. Der Titelsong geht stilistisch in die Richtung des Phil Carmen und hört sich für viele Besucher im und außerhalb des Rockzirkus-Blog wahrscheinlich schmalzig und überhaupt nicht gut an. Mir gefällt diese Mischung aus Pop, Funk und Blues. Ein schöner Song.
Aufgenommen wurde das Album  1990/91 mit Gästen und der Stammbesetzung:

Paul Jones: voc, harp
Dave Kelly: voc., slide guit.
Tom McGuiness: guit.
Gary Fletcher: bass
Rob Townshend: drums

Wer den ersten Song überstanden hat, hört mit Longing For You Baby einen Blues mit Akkordeon. Erinnerungen an Cajun werden wach und die Füße fangen an zu wippen. Die Blues Band ist zurück zu ihren üblichen Gefilden. Es folgt die ruhige Nummer Help Me, bluesig, poppig und mit viel Melodie. Manche würden das mit „seicht“ beschreiben und auf die dezenten Streicher im Hintergrund verweisen, für mich ist das ein schöner Song. Muss man einfach genießen.
I Can’t Tell It All ist zwar kein Rocker, aber es geht doch etwas schneller zur Sache. Dave Kelly macht eine gute Arbeit mit seiner Slide. Paul Jones ist auch für den nächsten Song verantwortlich, Down To The River. Wiederum eine ruhigere Angelegenheit mit dem Prädikat „einfach schön“. Man kann den Aufschrei hören „LANGWEILIG“, nö, einfach nur schön.
Coutry Blues No. 48 ist ein Country Blues. Welch treffender Name für diesen Song! Country Blues mit Drums und sehr modern.
Cold Emotion, Frozen Hearts hat mit Blues nicht sehr viel zu tun. Es wird etwas soulig mit Gebläse und Chor. Dave Kelly ist ein guter Sänger und lässt die Seele baumeln. Auch hier höre ich wieder „Langweilig“, na und!
Killing Me By Degrees könnte eine Schnulze aus den frühen 1950ern sein. Das Gebläse darf natürlich nicht sein.
Am Ende kommt der Duisburg Blues, das Ruhrgebiet darf natürlich nicht fehlen. Ein sauguter Blues wie man ihn von der Blues Band gewohnt ist. Heimatgefühle kommen auf und Bob Hall sitzt am Klavier. Bob Hall ist im Rockzirkus bei den Savoy Brown Kennern bekannt sein. Er mischt auch auf einigen der anderen Songs mit.
So Lonely geht etwas mehr zur Sache Chor und Gebläse machen hier Druck um bei Too Bad You’re No Good wieder auf die Bremse zu treten, ein Song mit Seele. Mit Seele und viel Gefühl endet das Album. Long Time Gone schließt den Kreis und wir sind stilistisch beim Titelsong gelandet.

Fat City ist eine Album bei dem jeder der Musiker seine eigenen Kompositionen einbrachte. Wer Rumpelblues oder Schweinerock auf Fat City erwartet, der wird hier sehr schlecht bedient. Wer ein bluesiges Popalbum mit schönen Melodien sucht, wird sich an Fat City begeistern können. Also, weg mit den Vorurteilen und einfach mal in einer ruhigen Stunde reinhören.

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Ein Kommentar

  1. Na gut, ich bin eigentlich eingeschriebener Blues Band Fan, aber die CD hier steht bei mir in der Ecke mit den James Lasts, den Frank Sinatras und den Johnny Logans dieser Welt. Mit anderen Worten, wer sich dieses Album als ersten Tonträger der Blues Band antut, der findet in diesem Leben nie zur Band (und sie hätten doch einiges zu bieten).

    Die Blues Band hatte sich damals von diesem Taucher sehr schnell erholt und gingen danach wieder seriös an die Sache ran, nur … um ein paar Jahre später wieder abzustürzen. Die Kapelle hatte ich damals in einer guten Zeit live im Atlantis in Basel gesehen. Aber, wenn man beim Beitrag von remo4 zwischen den Zeilen liest, dann hat er sich offensichtlich das Album selber etwas schöngeredet. Den halben Rettungsversuch am Ende, den kauf ich dir nicht ab.

    Obwohl ich es mehrmals versucht habe, ich kann die CD heute noch nicht am Stück hören, aber mir fällt da immer ein Song von Greg Koch ein, “Bored To Tears”. In diesem Sinn.

    Cheers

    Roland

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