Blind Faith – Same

Nach dem Ende von Cream taten sich die alten Freunde Steve Winwood und Eric Clapton zusammen. Sie jammten, wenn es dazu eine Gelegenheit gab, bereits mehrere Jahre in Clubs. Aufnahmen der beiden Musiker entstanden unter dem Namen Eric Claptons And The Powerhouse 1966 mit Pete York, Jack Bruce, Ben Palmer, und Paul Jones.

Blind Faith Band

1969 zogen sich Winwood und Clapton zurück in Clapton’s Haus in Surrey. Auf eine Einladung von Steve Winwood tauchte bald darauf Ginger Baker auf. Clapton soll nicht sehr begeistert gewesen sein. Kaum von Cream entflohen, bestand die neue Band wieder aus 2/3 Cream. Zu feige den netten Baker rauszuwerfen, legte das Trio los.
Erst wurde in Claptons Haus gejammt, dann ging es am 28.02.1969 ins Studio. Alle waren Fans von Buddy Holly und coverten zuerst den Klassiker „Well All Right“. Es folgte „Lord Protector“, das später den Namen „In The Presence Of The Lord“ erhielt. Ein Song von Eric Clapton, der auch bei seinen Solounternehmungen immer wieder auftauchte. „Hey Joe“ wurde während dieser ersten Studiosession ebenfalls aufgenommen, ist aber bis heute, meines Wissens nach, noch nicht veröffentlicht. Tage später folgten weitere Session, aber auch diese Aufnahmen blieben in den Archiven.
Zwei Songs waren natürlich zu wenig für eine LP und Auftritte. Steve Winwood hatte auch wenig Lust gleichzeitig mit dem Keyboard den Bass zu übernehmen. Es funktioniert bei Eddie Hardin übrigens hervorragend. Als Bassist bot sich Rick Grech von Family an.
Robert Stigwood war in dieser Zeit der Manager von Ginger Baker und Eric Clapton, Chris Blackwell der von Steve Winwood. Die beiden Manager hatten große Pläne und organisierten sowohl eine US-Tour, als auch eine Werbekampagne für ein Album. Blind Faith stand ziemlich unter Druck ihrer Manager, als sie Ende Mai die Steve Winwood Kompositionen Can’t Find My Way Home“ und „Sea Of Joy“ einspielten. Ein weiterer Song wurde aufgenommen, aber erst 2001 auf der DELUXE Edition veröffentlicht, “Time Winds”.
Mit diesem Material fand das erste Konzert von Blind Faith statt. Diesen Gig im Hyde Park wollten 100.000 Fans sehen, war schließlich umsonst und das Wetter spielte mit.
Das eigene Repertoire reichte nicht und es kamen noch „Sleeping In The Ground“ und “Under My Thumb“ dazu.
Nach dem Hyde Park folgte eine Skandinavien Tour als Vorbereitung für die USA. Es fehlten noch einige Songs für das versprochene Album. Ginger Baker lieferte mit seiner Komposition „Do What You Like“, inklusive Drumsolo 15 Minuten und Steve Winwood mit seinem „Had To Cry Today“ den Rest.
Das Album erinnert stark an Traffic, bedingt durch die Stimme Steve Winwoods und auch seinen Kompositionen. Es ist aber mehr als Traffic, Ginger Baker und Eric Clapton bringen ein klein wenig Cream ein. Besonders die Schlagzeugarbeit von Ginger Baker ist gut wie immer. Wer seine Airforce kennt und mag, der ist auch mit Blind Faith gut bedient.
Für mich eines der aufregendsten Alben der Rockgeschichte. Vielleicht auch weil ich diesen Hype erlebte. Im Radio wurde diese Supergroup immer wieder angekündigt und den Gerüchten nach musste es eine der besten Alben aller Zeiten werden. Als das Ding endlich in Deutschland erschien, war ich einer der ersten stolzen Besitzer. Bis heute hat mich Blind Faith nicht enttäuscht, auch wenn ich mir einbilde mittlerweile aufgeklärter der Musikindustrie gegenüber zu sein. Ein Steve Winwood kann nichts verkehrt machen und alle seine Platten sind mindesten „Sehr Gut“, diese Scheibe “Besonders Sehr Gut”.

Auf der DCD der DELUXE Edition finden sich noch ein paar Schätzchen auf der CD Nummer 1. Der erstklassige Blues „Sleeping In The Ground“ und zwei andere nette Songs. Die Acoustic Jam und die Jams Nummer 1 bis 4 sind nicht mein Ding.

Die Songs auf dem Original:

Had To Cry;
Can’t Find My Way Home;
Well All Right;
Presence Of The Lord;
Sea Of Joy;
Do What You Like

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