The Siegel-Schwall Band – Three Pieces For Blues Band And Orchestra

The Siegel-Schwall Band – Three Pieces For Blues Band And Orchestra

Der vollständige Titel des Albums in Vinyl nennt sich “The Siegel-Schwall Band & The San Farancisco Symphony Orchestra – Three Pieces For Blues Band And Orchestra (Russo) – Street Music (Russo). Der Dirigent war Seiji Ozawa und ist auf dem Cover der CD zu sehen.

Es gibt etliche Rockbands die sich mit der klassischen Musik beschäftigten und das mit oder ohne Unterstützung eines Orchesters versuchten. Die bekanntesten Beispiele sind Emmerson, Lake & Palmer, Focus, Ekseption, Deep Purple und etliche mehr. Es waren entweder eigene Kompositionen in klassischem Gewand oder Klassiker, die verrockt wurden. Auf diesem Album ging man einen anderen Weg.

Corky Siegel1966 besuchte der Dirigent Seiji Ozawa das „Big John’s“, eine Bar in Chicago. Die Bar war damals die einzige Bar in Chicago in der Blues für Weiße gespielt wurde. Zu den auftretenden Musikern zählten zum Beispiel Muddy Waters und Otis Spann. Corky Siegel und Jim Schwall stellten im „Big John`s“ ihre neue Band zusammen und hatten einen ihrer ersten Auftritte als Ozawa die Bar besuchte. Ozawa war von der Siegel-Schwall Band begeistert. Er war zu der Zeit der musikalische Leiter des Chicago Symphony Orchestra. Bei seinem zweiten Besuch wurde er von einem Reporter, ein Stammgast des „Big John’s“, erkannt. Der Reporter stellte ihn anderen Gästen vor und Ozawa kam die Idee, die Siegel-Schwall Band für eines seiner Orchesterkonzerte zu engagieren. Dese Idee hatte er, weil er gleichzeitig mit seinem Orchester die Vierte Symphonie von Charles Ive probte. Die Symphonie besaß einige Ragtime- und Blueselemente. Ozawa wurde zum Bluesfan! Als das „Big John’s“ im Sommer schloss, kam der Umzug der Bands und des Publikums in das „Mother Blues“. Ozawa zog mit und wurde Stammgast.

Jim SchwallOzawa sollte bei dem berühmten Ravinia Festival im Highland Park (Illinois) mit dem Chicago Symphony Orchestra auftrteten. Das Festival ist das größte regelmäßig seit 1905 in den USA stattfindende Freiluftfestival. Es ist jeder Musikstil verteten von Klassik über Blues bis Hardrock. Das Festival geht über drei Monate und es gibt bis zu 200 Konzerte. Ozawa suchte nach einem Thema für seinen Auftritt. Im Archiv des Radiosenders WEFM hörte er sich Kompositionen von Musikern aus Chicago an. „Titan“ von William Russo wurde erwählt und auf dem Festival 1967 vom Chicago Symphony Orchestra aufgeführt. Wenige Tage später schlug Russo, durch seinen Agenten, Ozawa sein neues Projekt vor, ein „Blues Concerto“ mit der Siegel-Schwall Band. Ozawa erzählte im „Mother Blues“ von seinem Vorhaben ein Konzert mit der Siegel-Schwall Band und einer Komposition von Russo bei einem der Ravinia Festivals zu geben. Die Organisatoren des Ravinia Festival gaben daraufhin Russo den Auftrag, ein Werk für Blues-Band und Orchester zu komponieren.

Shelley PlotkinOzawa hatte einen zweiten Job in Toronto und verließ im Herbst Chicago. Russo und Corky Siegel, Siegel nahm an der Auftragvergabe teil, diskutierten wie das Werk am Ende aussehen sollte. Ende 1968 war „Blues Pieces“ fertig. Es geht mit der Mundharmonika von Corky Siegel los und geht in einen Shuffle über. Der zweite Satz ist ein langsamer Blues Später wurde dieses Thema in dem Song „My Baby Thinks I Don’t Love Her“ von der Siegel-Schwall Band verarbeitet. Im Begleittext der Schallplatte, meine Quelle, wird der Song „Tribute To Sonny Boy Williamson“ von Junior Wells als Anregung genannt. „Blues Pieces“ wurde am 7. Juli 1968 uraufgeführt. Zitat: „… das Publikum durchsetzt mit langhaarigen Fans von Siegel und Schwall , zeigte sich hörbar empfänglich für die „Blues Pieces“.

Nach der Aufführung lösten Corky Siegel und Jim Schwall die Band auf. Ein Jahr später führten die New Yorker Philharmoniker „Blues Pieces“ mit der „Corky Siegel Happy Year Band“ in der Philharmonic Hall erfolgreich auf. „Blues Pieces“ kam sehr gut an und unter Leitung von Russo und Ozawa folgten zehlreiche landesweite Konzerte. Ein Konzert in 1970 mit dem San Francisco Symphony Orchestra gefiel den Bluesmusikern besonders gut.

Rollow RadfordInzwischen gab es wieder eine „Siegel-Schwall Band“. 1973 beschloß man, gemeinsam mit eben diesem San Francisco Symphony Orchestra, zu der vorliegenden Plattenaufnahme, was die erste Seite betrifft. Wann und wie die Aufnahmen zu „Street Music“ entstanden, ist nicht einfach zu recherchieren. Das Copyright lautet auf 1977, im Begleittext der CD wird ein Kommentar von 1973 zitiert und der Text bei der Schallplatte erwähnt die „Street Music“ nicht. Egal, hier hört man Blues, gespielt von einem Symphonieorchester im “klassischen” Stil.

Die Schallplatte lief unter dem Namen „Siegel-Schwall“ und fand sich Mitte der 1970er Jahre im Verkaufsregal „Blues“. Die Veröffentlichung auf CD sucht man hier allerdings vergeblich. Die Aufnahmen wurden von der Deutschen Grammophon unter dem Namen „Russo: Street Music…“ veröffentlicht, ergänzt um „An American In Paris“, und findet sich jetzt im Regal „Klassik“.
Bei den Musikern wird auch der Gesang angegeben, ich frage mich nur: wann wird hier gesungen?

Die Musiker:

Corky Siegel: piano, harp, voc.
Jim Schwall: guit., voc.
Rollow Radford: bass, voc.
Shelley Plotkin: drums
San Francisco Symphony Orchestra unter Leitung von Seiji Ozawa

Die Titel:

Side 1:
Three Pieces For Blues Band And Symphony Orchestra, Op. 50
1st Part
2nd Part
3rd Part

Side 2:
Street Music, Op. 65 (A Blues Concerto)

 

Und auf der CD als Bonus:

The Siegel-Schwall Band – Three Pieces For Blues Band And Orchestra

An American In Paris

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