Baby Animals (1991)

Manche Bands steigen wie Raketen zum Firmament hoch, detonieren dort oben und erfreuen mit ihrer Farbenexplosion einen Moment lang Augen und Geist der Betrachter. Es ist ein einzelner kurzer Auftritt im Rampenlicht ehe das Dunkel der Nacht den Himmel zurückerobert und wieder wie ein schwarzes Tuch den Hintergrund bildet für die scheinbar starren Sterne der Galaxis. Wenn ein solches musikalisches Feuerwerk die Hörerschaft überzeugen konnte, dann bleibt es normalerweise für ewig als Götterhämmerung in der gigantischen Musikbox des Rockolymps vertreten. Das Erstlingswerk der Baby Animals zähle ich da dazu, eine Platte die Herz und Füsse wärmt, ein einziger, unvergesslicher, elektrisierender Gewittersturm.

Produziert wurde die Band von Mike Chapman (Sweet/Quatro/Smokie/Blondie) in New York und der Landsmann der australischen “Tierkinder” machte alles richtig: Die passenden Songs waren schon vorhanden, die Band um Sängerin/Gitarristin Suze DeMarchi perfekt aufeinander abgestimmt und so brauchte er im Studio wohl bloss noch zu mikrofonieren und auf den Record-Button zu drücken.


  

Was dabei herausschaute ist ein faszinierender Tanz auf dem Vulkan: Gitarrenorientierter, zügiger und pumpender Hardrock der seinesgleichen sucht. 11 Songs, einer ohrwurmiger wie der andere, an vorderster Front natürlich das wuchtige “Early Warning” mit seinem furiosen Doublebass-Drum-Finale, ein Wurf der nicht gerade alle Tage aus dem Ärmel geschüttelt wird, dazu servierten sie eines der energiegeladensten Promovideos der 90er. Desgleichen der Opener “Rush You” und “Working For The Enemy” die in die gleiche Kerbe schlagen. Es findet sich hier aber nicht nur knüppelharter Rock, Suze & Co. drehen bei einigen Songs an der Schraube, fahren runter mit dem Lift, packen wie bei “Break My Heart” den Laidbackhammer aus der Kiste. Ein herrliches Rockalbum, eines das Jahre danach auch noch keine Lackschäden davongetragen hat.

Der Nacholger “Shaved & Dangerous” (1993) hatte dann längst nicht mehr die gleiche Klasse. Den Baby Animals und ihren Producern Ed Stasium und Nuno Bettencourt (Extreme) gelang es nicht die Einzigartigkeit des Debuts zu wiederholen. Nach einer Tour mit Van Halen und Krach mit der Plattenfirma trennte sich die Truppe.

Suze DeMarchi ehelichte Nuno Bettencourt, wurde zweifache Mutter und veröffentlichte 1999 ein Soloalbum. Und manchmal wenn ihr danach ist, dann lässt sie die Baby Animals auch wieder von der Leine, zumindest in ihrer Heimat Australien.

LONG LIVE ROCK!
mellow

 

 
Baby Animals
– Same (LP, CD, Imago, 1991)
01. Rush You
02. Early Warning
03. Painless
04. Make It End
05. Big Time
06. Working For The Enemy
07. One Word
08. Break My Heart
09. Waste Of Time
10. One Too Many
11. Ain’T Gonna Get

Baby Animals:
Suze DeMarchi
– Vocals, Guitar
Dave Leslie – Guitar
Eddie Parise – Bass
Frank Celenza – Drums

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